Angeschaut: Prometheus – Dunkle Zeichen

Während ich in Amsterdam auf Schulung war hatte ich die Gelegenheit mir dort Prometheus – Dunkle Zeichen (FSK 12) im englischen Originalton anzuschauen. Aufgrund der Fußball-EM wurde der Kinostart in Deutschland ja etwas nach hinten gelegt (9. August). Regisseur Ridley Scott, der bereits für den ersten Teil der Alien-Science-Fiction-Saga verantwortlich zeichnete, kehrt damit nach 33 Jahren wieder zu seinen Ursprüngen zurück. Dabei ist Prometheus kein weiterer Alien-Teil, sondern spielt zeitlich gesehen etwa 30 Jahre davor.

Die Story (ohne Spoiler)

Im Jahr 2089 findet das Archäologenpaar Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) in einer schottischen Höhle eine steinzeitliche Wandmalerei. Diese beinhaltet die Zeichnung einer Sternformation, welche damit bereits in sieben Kulturen weltweit gefunden wurde. Der Theorie der Archäologen nach handelt es sich dabei um das Heimatsystem einer außerirdischen Rasse, die uns einst besuchte und womöglich den Menschen gar erschuf. Vier Jahre später erreicht das Paar als Teil eines Teams mit dem Raumschiff Prometheus, finanziert von dem schwerreichen Peter Weyland, den Planeten LV-223.

Zur Crew gehören neben Shaw und Holloway u.a. auch der Androide David (Michael Fassbender), die Leiterin Meredith Vickers (Charlize Theron) und Captain Janek (Idris Elba). Von der Hoffnung ihren Schöpfern entgegen treten und sie befragen zu können beseelt erforscht die Crew ein riesiges pyramidenförmiges Bauwerk auf einem ansonsten trostlos-kargen Planeten. Doch statt der erhofften Antworten finden sie zunächst nur noch mehr Fragen…

Meine Meinung

Jahre habe ich auf diesen Film gewartet und ihm entgegen gefiebert. Ridley Scott und ein namhafter und überaus talentierter Cast ließen mich frohen Mutes ins Kino gehen. Es war das erste Mal, dass ich praktisch vergaß in einem 3D-Film zu sitzen. Scott benutzt die Technik hier nicht um über die sonst typischen Stilmittel punktuell Ohhs und Ahhs beim Publikum zu erhaschen. 3D wirkt in Prometheus ganz natürlich und gar nicht aufgesetzt. Zusammen mit Ridley Scotts Perfektionismus ergibt sich eine sehr eindrucksvolle Bildgewalt mit einem Detailreichtum der seinesgleichen sucht.

Über die Qualität der Darsteller muss ich nicht viel sagen. Hier stechen besonders Michael Fassbender, der als Androide David vielfach seine Sehnsucht nach Menschlichkeit erkennen lässt und die Intensität von Noomi Rapace, die wir ja bereits aus der originalen Stieg Larsson Trilogie kennen, heraus. Der Film selbst lässt sich nur schwer mit den vier Alien-Filmen vergleichen, weshalb man es am besten unterlässt. Diese hatten als Gemeinsamkeit, dass die Darsteller sich in der Situation wiederfanden gewollt oder ungewollt gegen die Alien-Kreaturen um ihr Überleben kämpfen zu müssen. Prometheus dagegen hat zunächat einen eher mythisch-esoterischen Ansatzpunkt. Das fängt bereits bei der Namensgebung an. In der griechischen Mythologie war Prometheus der Schöpfer und Lehrmeister des Menschen, der, als er den Menschen auch noch das den Göttern vorbehaltene Feuer brachte, verdammt wurde jahrtausende an einem Felsen im Kaukasus gekettet zu verbringen und jeden Tag von einem Adler seine Leber herausgerissen zu bekommen, ehe Herkules ihn endlich losschlug. Diesn Hintergrund kann man als Motiv betrachten, dessen Variationen und Versatzstücke sich im Film wiederfinden.

Für ein abschließendes Urteil werde ich ihn nochmal hier in Deutschland sichten müssen. Ich habe den Eindruck viele Details erst bei mehrmaliger Sichtung aufnehmen und verarbeiten zu können. Was mir an Prometheus in den ersten Minuten auffiel war, dass die Musik eher fröhlich-hoffnungsvoll ist und entfernt an Star-Trek erinnert. Das passt für mein Empfinden nicht so ganz zum Film. Weiter fehlen den Einstellungen häufig ein paar Sekunden Länge – trotz einer Gesamtlaufzeit von 124 Minuten – um nicht so hastig aneinandergereiht rüberzukommen und um mehr Wirkung auf den Zuschauer entfalten zu können. Eine Szene (die ich hier nicht ausführen möchte um nicht zu spoilern) fand ich dazu recht unglaubwürdig.

Im Großen und Ganzen wurde ich prächtig unterhalten von einem Science-Fiction-Film, wie es lange keinen mehr in den Kinos gab und der gerade optisch ungemein beeindruckend und überzeugend ist, aber bei der ersten Sichtung ein paar Schwächen im Plot zu haben schien. Was ich schonmal verraten kann ist, dass Prometheus kein Hirn-Abschalt-Film ist. Er stellt Fragen, diskutiert sich aber nicht aus und lässt die Tür sehr weit offen für wenigstens eine Fortsetzung, die dann womöglich ein (vom Olymp geklautes?) Licht auf die dunklen Zeichen wirft. Die Fortsetzung hat Ridley Scott im Grunde auch schon bestätigt.

Aktuelle Wertung: 8/10

Kommentare (3)

  1. So, wie ich die Filme von Ridley Scott kenne, wird das sicher wieder ein sehr düsterer Film sein. In meiner Jugend war mir das egal, in letzter Zeit geht mir das alles sehr nahe. Deswegen verzichte ich auf solche Filme.

  2. Ich bin selber ein Scott-Fan und war ein wenig enttäuscht. Es gab eine ganze Menge inhaltlicher Fehler im Drehbuch. Das begann damit, dass die Evolution des Homo Sapiens viel zu spät begonnen haben soll und dass das Proto-Indogermanische die Ursprache dieser Menschen gewesen sein soll. Ein Blick in Wikipedia hätte den Mangel behoben. Dann benehmen sich einige Protagonisten erstaunlich dämlich, z.B. die beiden Forscher, die als erstes in der Höhle ums Leben kommen. Und so geht es weiter. Man hat den Eindruck, das Drehbuch wäre im Hauruck-Verfahren entstanden. Positiv bleibt die spannende, typische Scott-SciFi-Atomisphäre in den dunklen Bildern.

  3. Ich hab den Film die Tage gesehen (jaja ich weiß mega spät^^) und war echt begeistert. Der ist einfach genial gemacht, kurz um ANSEHEN!

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