Cottage Pie / Shepherd's Pie mit Käse wenn er aus dem Ofen kommt.

Rezept: Shepherd’s Pie

Der Shepherd’s Pie ist ein einfaches schmackhaftes gutbürgerliches Ofengericht, das vor allem im Raum England, Schottland und Irland zuhause ist und besteht großteils aus Hackfleisch und Kartoffeln.

Der Begriff Shepherd’s Pie (Schäfer Torte) bezeichnet genau genommen eine Sonderform des Cottage Pie, dessen erste Erwähnung etwa einhundert Jahre älter ist. War der Cottage Pie ein einfaches Arbeiteressen, in dem Fleischreste vom Sonntagsbraten verwendet wurden, so ist der Shepherd’s Pie ein Gericht, für das ausschließlich Hammel bzw. Lamm benutzt wurde. Heute werden beide Begriffe oft synonym verwendet.

Das klassische Shepherd’s Pie Rezept geht so:

Zutaten

  • 0,5 kg Lammhack
  • 1,2 kg Kartoffeln (am besten mehlig kochende)
  • 1 große Zwiebel
  • 300ml Fleischbrühe
  • Käse (optional)
  • Gewürze (z.B. Thymian, Rosmarin, Oregano)
  • Karotten, Erbsen (optional)
  • Salz, Pfeffer
  • Milch
  • etwas Butter

Zubereitung

Das Hackfleisch in einer heißen Pfanne schön krümelig braun anbraten. Zusätzliches Fett ist im Grunde nicht nötig, da das Fleisch ausreichend Fett mitbringt.

Die fein gehackte Zwiebel wird parallel in etwas Butter angeschwitzt, bis die Zwiebelwürfel glasig sind. Zusammen mit den Gewürzen und Pfeffer geben wir sie nun zum Hackfleisch und köcheln das Ganze wenige Minuten ein. Dann gießen wir die Brühe darüber und lassen alles eine halbe Stunde köcheln.

In der Zwischenzeit kochen wir die geschälten Kartoffeln. Sind sie gar, regeln wir die Hitze beim Fleisch ggf. hoch um alles noch weiter einzukochen. Die Kartoffeln stampfen wir, bis sie frei von Klumpen sind, geben ein gutes Stück Butter dazu und gießen Milch an, bis wir eine halbwegs zu bändigende Masse erhalten, die wir nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat abschmecken. Das Püree sollte noch möglichst fest sein, andernfalls verläuft es später beim Portionieren mit dem Hack auf dem Teller zu einer Pampe.

Die Lamm-Hackfleisch-Masse geben wir nun in eine hohe Auflaufform. Darüber verteilen wir gleichmäßig das Kartoffelpüree. Nun ritzen wir mit einer Gabel die Oberfläche des Pürees ein. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche und wird schön knusprig. Hierauf träufeln wir noch etwas zerlassene Butter (auf den Fotos sieht man, dass ich es etwas übertrieben habe mit der Butter).

Wer mag kann nun seine Lieblingskäseraspeln darüber geben. Hier bietet sich ein aromatischer Käse an, vllt. ein Grana Padano oder stilecht ein Cheddar? Wir haben auch schon Höhlenkäse „erfolgreich“ getestet.

Das Ganze wandert nun bei 180-200 Grad für 30 bis 45 Minuten in den Backofen (Ober- und Unterhitze), bis das Püree schön knusprig-braun ist.

Shepherd's Pie mit etwas Käse oben drauf, ehe er in den Backofen wandert.

Und das Gemüse?

Ach ja, da war noch was.. ;-)
Ursprünglich wurde Gemüse (Bohnen oder Erbsen) als Beilage gereicht. Ich habs aber im Grunde aus Irland nur so in Erinnerung, dass die Erbsen bereits mit in der Hackfleischmasse sind. Wer also mag, gibt seine Erbsen (oder wie ich Erbsen und Möhren) zum Garen mit in die Hackfleischmasse.

Rezept-Varianten

Wie eingangs beschrieben gibt es das Rezept klassisch als Shepherd’s Pie mit Hackfleisch vom Hammel oder Lamm, oder in der Cottage Pie Variante mit Hackfleisch von Rind und / oder Schwein. Käse und Gewürze gibt man nach eigenem Geschmack hinzu. Bei mir gibt es meist zum Thymian noch etwas Chili oder Cayenne-Pfeffer und Tomatenmark in der Hackmasse und ich liebe es noch einen guten Schuss Laphroaig Whisky von der schottischen Insel Islay (kann man von der Küste Nordirlands aus sehen) hinzuzugeben. Das gibt dem Ganzen ein ganz tolles erdiges Aroma.

Zur Brühe gebe ich auch gerne einem guten Schuss Sojasoße. Auch Worcestershire-Soße dürfte sich gut machen.

Zusätzlich oder alternativ zu Erbsen und Möhren kann man auch gut angebratene Champignons (vorzugsweise braune) nehmen und / oder etwas Sellerie und / oder frische gewürzfelte Strauchtomaten und / oder Bohnen.

Für Vegetarier sind auch fleischlose Varianten im Umlauf, die das Hackfleisch z.B. komplett durch Bohnen oder Tofu und die Fleischbrühe durch Gemüsebrühe ersetzen.

Das Verhältnis Hackfleisch zu Kartoffeln kann man ebenfalls nach eigenem Gusto anpassen. Traditionell ist der Shepherd’s Pie als günstiges Gericht stark kartoffellastig, es gibt aber ebenso Varianten wo Hackfleisch und Kartoffeln 1:1 gesetzt werden. Am Ende muss nur alles irgendwie in die Auflaufform(en) passen.

Beim Püree kann man statt Milch auch einen Schlag Schmand benutzen oder sie ganz weglassen. Manche heben den geraspelten Käse auch unter.

Kommentare (7)

  1. Ich wurde ein großer Pie-Fan als ich einige Zeit in Australien und Neuseeland lebte. Ich habe mich allerdings noch nie daran gewagt, selbst eine zu backen. Ich glaube auch nicht, dass ich jemals eine mit Lamm-/Hammelfleisch probiert habe. Genügend Gründe also dein Rezept auszuprobieren – bin sehr gespannt :)

  2. Wie hast du es denn ausgerechnet in Neuseeland geschafft am Lamm vorbei zu kommen? Da gibt es doch reichlich Lamm, oder wird das ausschließlich exportiert?

  3. Bin ja wirklich absolut kein Lamm Fan, aber das Rezept wurde so Schmackhaft dargestellt, dass ich mich doch überwunden habe und es ausprobiert habe.
    Und ich muss sagen: „Es hat mich mehr als überzeugt“ !!!
    Super lecker und es ist einfach und schnell zu machen. Dies wird nun öfters auf meinem Esstisch stehen :-)

  4. Mmmh… kling schon beim Lesen sehr lecker. Werde ich mal am WE ausprobieren. Dann aber ohne Lamm. Ist mir zu streng. Einfaches Hackfleisch sollte doch genügen…

  5. Bei mir kommt sie auch mit rein – meistens. Aber wie das so ist, mal fehlt die eine oder andere Zutat, dafür probiert man mal was anderes aus. Im Grunde sind viele Gerichte ja auch aus der Not entstanden. Oder um es mit Denis Leary zu sagen:

    There’s a big boom in Irish culture now. I was in Barnes & Noble the other day. I saw a book entitled „Irish Cuisine“ and I laughed my balls off, okay? Irish Cuisine?! What are we famous for cuisinewise? We put everything in a pot and we boil it for seventeen and a half hours straight, until you can eat it with a straw. „(SLUUURP) Thanks-ma. Where’s-dessert? Okay-there-it-is… (SLUUURP) Thanks-ma.“

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