DVDs rippen mit MacDVD Ripper Pro

Dies ist nach der Einleitung der erste Teil zum Thema „DVDs digitalisieren und daheim abspielen“. Der erste Schritt zu einer digitalisierten DVD-Sammlung ist die Filme erstmal von den Silberscheiben herunter und archiviert zu bekommen. Nach viel Recherche und dem Antesten diverser Tools und Demoversionen blieb ich am Mac bei einem kleinen schnuckeligen Tool hängen, dem Mac DVDRipper Pro (MDRP). Dabei handelt es sich um ein denkbar einfaches Programm, das es erlaubt den Inhalt von DVDs wahlweise als VIDEO_TS-Verzeichnis auf Platte zu speichern oder als einzelne ISO-Datei. Wahlweise kann man dabei auch nur den Hauptfilm rippen. Ich wähle aber bewusst die Vollkopie, also „Full Disc Image“.

Die Artikel-Serie im Überblick:

Den Mac DVDRipper Pro kann man kostenlos herunterladen und ohne funktionelle Einschränkung testen. Er funktioniert dann für genau fünf Rip-Vorgänge, ehe man sich eine Lizenz zulegen muss. Diese kostet derzeit $19.95 US.

Startet man das Programm und legt eine DVD ein, liest es diese kurz an und besorgt sich via DiscIdent den Filmnamen, die belegte Größe auf der DVD und die Größe des darauf enthaltenen VIDEO_TS-Ordners.

Als lokaler Ort zur Datenablage ist standardmäßig der Ordner „Filme“ im eigenen Benutzerordner vorausgewählt, kann aber per Klick auf den Button „Destination“ (Ziel) geändert werden. Per Doppelklick auf den angezeigten DVD-Titel kann man diesen auch beliebig ändern. Der erzeugte lokale Ordner oder die ISO-Datei wird entsprechend dieses Titels benannt.

Ich habe mir angewöhnt die Betitelung manuell zu ändern. Ich schlage dazu den Filmtitel auf IMDb nach, schreibe den eigentlichen Titel möglichst so wie auf dem DVD-Cover und ergänze das auf der IMDb ersichtliche Produktionsjahr. Statt Leerzeichen kommen Punkte zum Einsatz, das Jahr kommt in runde Klammern und wenn es sich um eine Bonus- oder Extras-DVD handelt, kommt noch ein „Bonus“ oder „Extras“ hintendran. Das entspricht den Empfehlungen des Boxee Support für die Benennung lokaler Video-Dateien und wurde von mir auf korrekte Funktion mit XBMC und Boxee getestet.

Wer später mal seien Filme in einen netzwerkfähigen Mediaplayer einspeist, egal ob ein gekauftes Fertiggerät wie Xtreamer, Boxee Box, gejailbraktes Apple TV, oder ein PC / Mac mit Mediaplayersoftware als Wohnzimmer-PC betreibt (mit Plex, Boxee oder XBMC), hat den Vorteil, dass die Software bei der Abfrage im Internet zuverlässiger den richtigen Titel und die dazugehörigen IMDb-Bewertung, Beschreibung, Regisseur, Darsteller, Cover-Bilder, etc. findet und anzeigt. Das gilt insbesodnere für gleichnamige Remakes, also Filmtitel zu denen es mehrere Filme gibt (Der Tag an dem die Erde stillstand, Spartacus, Der Schrei der Eule,  ..). Ihr werdet euch beim Nachschlagen auf IMDb wundern, was es alles mehrfach gibt…

Mit einem Klick auf „Rip“ legt der Ripper los. In meinem Fall (iMac 20″ von Anfang 2008) braucht es meist etwa 35-40 Minuten bis das Image gezogen ist. Je nach DVD liegt die Spanne so zwischen 25 Minuten und etwas über einer Stunde. Nicht ungewöhnlich ist dabei, dass DVDs Bereiche haben wo sich MDRP mehr anstrengen muss. In der Regel kann man den erhöhten Aufwand an den Laufwerksgeräuschen erkennen und die Restzeitanzeige stockt dann auch und wird durch ein „Analyzing…“ ersetzt. Das kann mehrere Minuten dauern in denen es erstmal nur sehr schleppend, in 0,01%-Schritten vorwärts geht, zieht sich aber wie gesagt meist nur über kleine Teile einer DVD. Die meisten meiner Film-DVDs rauschten ohne ein solches Murren durch das Ripping.

Die Einstellmöglichkeiten des MDRP sind sehr übersichtlich und im Normalfall muss da nichts dran drehen:

Erwähnenswert ist die Option „Use ‚.dvdmedia‘ extension“. Rippt man VIDEO_TS Ordner kopiert der MDRP diese in ein Verzeichnis, das wie der Filmtitel heißt, aber die unsichtbare Erweiterung .dvdmedia trägt. Dadurch sieht das Verzeichnis im Finder aus wie eine einzelne Datei und bei Doppelklick startet automatisch der DVD Player und gibt den enthaltenen Film wieder.

Ist der Film gerippt gilt es ihn mal kurz anzutesten. Ich vermute, dass es am Zusammenspiel zwischen DVD-Laufwerk, DVD und MDRP liegt, dass es auch mal vorkommen kann, dass die gerippte Datei fehlerhaft ist. Das ist aber nach meinen Erfahrungen sehr selten. So eine ISO-Datei hat bei meinen Filmen eine Größe zwischen 3,91 GB (Der Tiger von New York / 1955) und 8,54 GB (u.a. Gandhi, Männer die auf Ziegen starren, Pans Labyrinth).

Ausschnitt aus der Liste meiner DVD-ISO-Dateien

Wissenswert: ISO-Dateien am Mac

Ein nettes Feature von Mac OS X ist, dass man per Doppelklick eine ISO-Datei als Datenträger mounten, also ins Dateisystem einhängen kann. Nun kann man mit dem mit Mac OS X mitgelieferten DVD Player (oder jedem anderen entsprechenden Programm) die DVD schauen als wäre die Scheibe ins Laufwerk eingelegt. Gerade für Leute die viel unterwegs sind und vllt. im Hotel Lust auf eine DVD haben eine nette Sache, da sie kein zusätzliches Gepäck verursacht.

Kommentare (2)

  1. Pingback: Liebling, ich habe die DVD-Sammlung geschrumpft! - Kino, Film & TV - Alexander Langer

  2. Hallo Herr Langer,

    Ihr Beitrag hat mir sehr geholfen und ich habe endlich angefangen, unsere DVD’s auf die NAS zu sichern.
    Aufgrund Ihrer Beschreibung habe ich mir den MacDVD Ripper zugelegt.
    Klappt alles ganz gut und ist auch einfach zu bedienen.
    Herzlichen Dank
    Jetzt tritt leider das Problem auf, das manche Filme nur bis zur Länge von 1 h aufgespielt werden, ohne das ein Fehler sichtbar ist oder sonstiges, hören einfach auf.
    Tritt nur bei manchen Filmen auf, nicht bei allen.
    Ich formatiere in das Format MP4 – Iso gibt es bei mir irgendwie nicht.
    Kennen Sie das Problem ? hatten sie das auch schon ?
    oder haben Sie sonstige Tipps für mich, wie ich das umgehen kann.
    Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

    Viele Grüße

    Renate

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