Couponing: Die neue Sparwelle rollt an

„Sparen geht uns alle an“ singt Kabarettist Rainald Grebe in seinem Song Hans Eichel (YouTube-Link). In Krisenzeiten wird besonders gern gespart und Rabbatgutscheine, die Coupons, kommen vielen da gerade Recht.

Einst von Marketingleuten als Instrument zur Marken- und Produktwerbung ersonnen ist das sog. Couponing (Wikipedia-Link) in den USA bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts ein fester Bestandteil des Marktes. Dort sollen einer Studie zufolge derzeit 88,2 % aller Konsumenten Rabattgutscheine bei Einkäufen aller Art nutzen. Ich sah dazu erst vergangene Woche einen Beitrag im TV, in dem Amerikaner und Amerikanerinnen im Supermarkt teils nur 50%  des Grundpreises ihres prall gefüllten Einkaufswagens zahlen mussten.

In den USA wird Extreme Couponing (US Fernseh-Beitrag auf YouTube) gewissermaßen als Sport betrieben. Hausfrauen und -männer treffen sich in Gruppen, pflegen große Alben mit Coupons für alle erdenklichen Waren, wie wir Kinder einst unsere Panini-Sammelalben und geben sich im Internet Tipps über die besten Deals.

Hierzulande ist es derzeit eher noch ein Trend, doch einer der auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen noch weiter Fahrt aufnehmen dürfte. Neben Herstellern arbeiten auch vermehrt Handelsketten mit Coupons. Aktuell kann man Plus.de Coupons online beziehen, mit denen man etwa einen Rabatt von 5€ für eine Newsletteranmeldung, oder 30% auf Schul- und Büroartikel beim Plus.de Fotoservice bekommen kann.

Die Darstellung teils extremer Sparbeispiele in den Medien legt zudem auch den Grundstein das Einlösen der Gutscheine als etwas völlig Normales darzustellen. Oft herrschen noch Ressentiments seitens der Konsumenten. „Rabbatcoupons benutzen nur die Bedürftigen“ ist eine noch weit verbreitete Denkweise. Doch an die ewigen Nachfragen nach der Kundenkarte beim Bezahlen an der Kasse haben wir uns ja mittlerweile auch gewöhnt und viele haben sich Deutschlandcard und Payback auch nur zugelegt, eben weil die Fragerei so nervt. Warum soll dann nicht auch das Couponing zu etwas ganz Normalem werden. Zu verschenken haben wir doch schließlich alle nichts, oder?

Kommentare (3)

  1. auch ich habe mich bei groupon angemeldet – es bislang aber noch nie genutzt, die frage die ich mir jedoch dabei stelle ist ob man tatsächlich spart bei der ganzen geschichte. ich sehe nämlich oftmals angebote von dingen die ich wahrscheinlich sonst nie machen würde – kaufte ich mir jedoch einen solchen gutschein aufgrund des schnäppchenbonus würde ich diesen auch nutzen und so beispielsweise in einem restaurant essen welches ich sonst nie besucht hätte. ergo habe ich geld für etwas ausgegeben für das ich sonst nichts bezahlt hätte ;)

  2. Ungefähr in dieses Horn stößt ja auch die durchaus vorhandene Kritik u.a. der Verbraucherzentralen. Selbst bin ich ja ein ziemlicher Gutscheinmuffel, auch meine Payback-Karte liegt seit Jahren ungenutzt in einer Schublade..

  3. Informativer Artikel. Wenn ich diesen lesen, dann denke ich mir auch warum ich eigentlich noch keine Rabattcoupons nutze. Ich meine 50% ist doch sehr viel – vor allem wenn man das über Jahre hinweg rechnet. Aber auch ich sehe das auf den zweiten Blick wie Peter. Würde ich so etwas sammeln dann könnte ich eventuell nur Aufgrund dem Gedanken „ach ja ich spare ja Geld“ zu etwas greifen was ich eventuell nie kaufen würde. Dazu kommt noch die ganze Zettelwirtschaft, damit würde ich gar nicht klar kommen :) Aber ich glaube dafür gibt es wohl schon passende Apps.

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