Milliardenschatz in indischem Tempel entdeckt

Kronen, goldene Gewänder, 30kg schwere Goldstatuen, Halsketten, Goldmünzen und Edelsteine wohin das Auge blickt. Indischen Forschern ist in Geheimkammern einer 450 Jahre alten Tempelanlage ein mehrere Milliarden Euro schwerer Schatz in die Hände gefallen. Kaum entdeckt stellt sich schon die Frage danach wem er gehört und was damit zu tun ist.

Goldstatue von Gott Vishnu

Kerala ist ein Bundesstaat an der südwestlichen Küste Indiens. In seiner Hauptstadt Thiruvananthapuram (ehem. Trivandrum) (rund 745.000 Einwohner) befindet sich der Hindu-Tempel Sree Padmanabhaswamy, der bekannteste dem Gott Vishnu gewidmeten Tempel in Kerala (rund 34 Mio. Einwohner). Gelegen an einer einst wichtigen Handelsroute wurden hier die Opfergaben vieler (Handels-)Reisender über Jahrhunderte verwahrt. Die Geheimkammern wurden im Zuge anstehender Renovierungsarbeiten erstmals seit 150 Jahren geöffnet und befinden sich im Kellergewölbe des Tempels.

Die bisher geöffneten der insgesamt sechs Kellerräume (A bis F)  enthielten mehrere hundert Kilogramm Goldmünzen, Goldstatuen, Schmuck und säckeweise Edelsteine und Diamanten. Vorläufigen offiziellen Schätzungen soll er rund 500 Milliarden Rupien, also 7,7 Mrd. Euro wert sein. Das ist allerdings nur der reine Materialwert. Zwei weitere Kammern sind derzeit noch ungeöffnet. In ihnen werden weitere Schätze vermutet. Am Samstag, am sechsten Tag nach der Öffnung, wurde der mögliche Gesamtwert aller Schätze auf 900 Mrd. Rupien, also 13,9 Mrd. Euro geschätzt. Am heutigen Montag soll der letzte ungeöffnete Raum B geöffnet werden.

Indischer Tempel Sree Padmanabhaswamy in Thiruvananthapuram (Kerala)

Zu klären bleibt wem der Schatz gehört. Zwar befindet sich der Tempel seit seiner Erbauung durch die Familie Travancore in Familienbesitz, da diese aber zueltzt finanziell nicht in der Lage waren die Sicherheit der Besucher zu garantieren, hat der Bundesstaat Kerala kürzlich den Tempel übernommen. Mit über 100 Polizisten wird der Tempel seither rund um die Uhr beschützt.

Reichtümer in indischen Tempeln sind nichts ungewöhnliches. Neben religiösen Opfergaben waren auch Abgaben an die entsprechenden mächtigen Familien die dem Tempel vorstanden üblich. Jedes Jahr spenden Inder große Werte von denen die Tempel u.a. auch Schulen und Universitäten unterhalten.