Falling Skies: Für die Masse reichts

So, den ersten Teil Falling Skies haben wir nun vergangenes Wochenende auf TNT Serie (HD) sehen dürfen und wie fällt das Urteil aus? Soweit ich es in Artikeln und Kommentaren nachvollziehen kann recht durchwachsen. Während in den USA 5,9 Millionen Zuschauer einschalteten und in der Zielgruppe ein Rating von guten 2.0 erreicht wurde, wird man hierzulande noch etwas abwarten müssen, wie sich die Serie aus der Feder von Steven Spielberg und Robert Rodat (Der Soldat James Ryan) auf dem Spartensender TNT Serie so schlägt.

Die Zeit jedenfalls hält Falling Skies für „Popcorn-Kino“ ohne „verstörende Wendungen“. Und in den Kommentaren sehnen sich Science Fction Fans bereits nach gutem alten SciFi mit Tiefgang, wie es ihn früher gab, wie ihn gerne auch osteuropäische Autoren prägten (Lem, Ziolkowski, Asimov (der aber in New York aufwuchs), …).

Irgendwie absehbar

Mein Eindruck ist verhalten positiv. Falling Skies setzt etwa ein halbes Jahr nach der Invasion von Außerirdischen auf der Erde an. Nur wenige haben überlebt und leisten verhalten Widerstand. Die meisten sind tot und eine wachsende Anzahl Überlebender wird von den Aliens per Rückenmarkimplantat zu willenlosen Robotern versklavt. Das erste Problem, dass ich mit meinen 33 Lenzen mit der Serie habe ist der Hauptdarsteller. Noah Wyle ist zwar auf dem Papier 40 Lenze, doch sieht er noch genauso aus wie vor 17 Jahren, als er in Emergency Room begann (ebenfalls eine Spielberg-Idee). Der Bart und etwas Dreck im Gesicht alleine genügen nicht, um ihm derzeit die jugendliche Ausstrahlung zu nehmen. Und mit dieser spielt er einen Vater dreier Kinder, der ältereste Sohn ist bereits wenigstens 16 und obendrein ist der Geschichtsprofessor. Das ist einfach too much für einen jung gebliebenen Milchbubi.

Seiner Rolle entsprechend faselt er auch ständig irgendwas aus Geschichtsbüchern, was die anderen Überlebenden aber glücklicherweise ebenso nervt wie den Zuschauer. Das verbindet schonmal. Schnell ist ersichtlich, dass Falling Skies ein Familiendrama ist; da bleibt sich Herr Spielberg treu. Vater (Tom Mason / Noah Wyle) hat Frau verloren, ein Sohn (Ben / Connor Jessup) wird vermisst und muss aus den Klauen der fiesen Außerirdischen gerettet werden. Absehbar ist, dass er mit dem passenden Weibchen (Anne Glass / Moon Bloodgood – hat ihren Mann verloren) zusammen kommen wird. Ebenso absehbar wird Toms ältester Sohn Hal (Drew Roy) sich zwischen der toughen Karen Nadler (Jessy Schram) und der exotischen Lourdes (Seychelle Gabriel) entscheiden müssen.

Dumme Gegner sind die besten

Und ganz nebenbei müssen die wenigen Kämpfer die vielen hungrigen Mäuler stopfen, verteidigen, motivieren und disziplinieren, wenn Tom sich nicht gerade mit dem bärbeißgen Captain Weaver (Will Patton) über die Taktik streitet. Zum Glück – und da kommen wir zum nächsten großen Knackpunkt in Falling Skies – sind die Aliens aber ziemlich blöde und lassen die Horde aus dreihundert Menschen tagsüber problemlos im Treck durch New England ziehen. Abends dürfen sie in Sichtweite einer Alien-Basis sogar bei offenem Feuer Pläne zum Sturz der außerirdischen Brut schmieden. Und während die Erdlinge waffentechnisch aus dem Vollen schöpfen können, sind die spärlichen Alien-Patroillen lediglich mit einzelnen Soldaten zu Fuß (Skidders) und kleinen leichten Kampfrobotern (Mechs) unterwegs. Da heißt es aus Alien-Sicht wohl, „Umzingeln ist wohl nicht.“, um ein Zitat aus Rambo III zu bemühen.

Die Zeit und die damit kommenden weiteren 9 Teile in Staffel 1 werden zeigen (freitags  20:15 Uhr), ob der mitunter recht durchsichtig und flach wirkende Plot sich noch entwickeln wird. Interessant und unterhaltsam ist es jedenfalls derzeit (noch) und ich habe weiß Gott schon Teile von schlechteren Serien gesehen. Noch seichter darf es aber nicht werden, sonst könnte der Serie tatsächlich noch der Himmel auf den Kopf fallen.

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