Prometheus: Ridley Scott rebootet „Alien“

Nach insgesamt vier Kinofilmen wird seit 1997 erstmals wieder ein Alien-Film gedreht. Wie schon beim ersten Teil 1979 nimmt Sci-Fi Altmeister Ridley Scott (Alien, Blade Runner, 1984) auf dem Regiestuhl platz und erzählt in dem Prometheus (Ihr wisst schon, der Typ der das Feuer vom Olymp stahl und dem dafür vom Adler täglich die Leber weggepickt wurde.) getauften Film eine Handlung, die an das Alien-Universum angelehnt ist, aber nicht direkt mit der bisherigen Handlung zu tun hat. Der ursprünglich mal als Prequel geplante Film ist damit im Grunde als eigenständig zu betrachten, auch wenn es heißt, dass Alien-Fans einges wiedererkennen werden und nicht zuletzt auch die originalen Aliens mit von der Partie sind. Das erklärt auch warum die mittlerweile über 60jährige Sigourney Weaver diesmal nicht zum Aufgebot gehört.

Relativ früh war dagegen klar, dass Noomi Rapace eine tragende Rolle spielen wird. Sie ist spätestens seit ihrer Rolle als Lisbeth Salander in der Verfilmung von Stieg Larssons Millenium-Trilogie auch hierzulande bekannt. Weitere Rollen übernehmen u.a. der deutschstämmige Michael Fassbender (Band of Brothers, 300, Inglourious Basterds, Centurion), die Südafrikanerin und Oscar-Preisträgerin Charlize Théron (Gottes Werk und Teufels Beitrag, Monster, Hancock, The Road) und die Engländer Idris Elba (28 Weeks Later, American Gangster, The Unborn) und Rafe Spall (Shaun of the Dead, Hooligans, Hot Fuzz), während die Hauptrolle an den noch recht unbekannten Logan Marshall-Green (O.C. California, Das Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest, Devil) geht.

Die Dreharbeiten laufen diesen Monat an und sollen rund ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Angepeilter Kinostart in Deutschland ist nach einigen Verschiebungen der 02.08.2012. Bis dahin haben wir reichlich Zeit die bisherigen vier Teile noch einmal Revue passieren zu lassen..

Was bisher geschah…

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt von Regisseur Ridley Scott gehört zweifelsohne zu den Meilensteinen der Filmgeschichte. In dem Science-Fiction Streifen von 1979 findet die Crew von Ellen Ripley (Sigourney Weaver) einem Signal folgend die Überreste eines havarierten Raumschiffs auf dem unbewohnten Planeten LV-426. Im Film sehen sie sich einem scheinbar übermächtigen außerirdischen Wesen (optisch einzigartig kreiert von H.R. Giger) gegenüber, das nach und nach die komplette Crew der Nostromo dezimiert.

57 Jahre später wird Ripley in einer Rettungskapsel im Weltraum treibend gefunden. LV-426 ist mittlerweile von Terraformern besiedelt als plötzlich der Kontakt mit den Siedlern abreißt. Nachdem die Betreiberfirma Weyland Yutani Ripleys Geschichte vom Alien zunächst nicht glaubt, bittet sie Ripley nun sich einem Rettungs-Team aus Marines als Beraterin anzuschließen. Auf dem Planeten sieht sich die Crew dann einer Übermacht gegenüber. Nach dem stimmungsdichten ersten Teil lieferte James Cameron (Terminator, Abyss, Titianic, Avatar) 1986 mit Aliens – Die Rückkehr ein Science-Fiction Action Spektakel der Meisterklasse ab.

Weitere sechs Jahre später kam die Fortsetzung Alien 3 auf die Leinwand. Unter der Regie von David Fincher (Sieben, Fight Club, Der seltsame Fall des Benjamin Button, The Social Network) ist Sigourney Weaver abermals als Ellen Ripley im Kampf gegen die Aliens im Einsatz. Als einzige überlebt sie den Absturz der Rettungskapsel auf einem Gefängnisplaneten. Als klar wird, dass erneut ein Alien mit an Bord ist und Häftlinge wie Wärter niedermetzelt, beginnt ein Katz- und Maus-Spiel um das Monster zu erledigen. Keine leichte Aufgabe, denn auf dem Planeten gibt es praktisch keine Waffen.

Den bislang letzten Teil der Quadrologie, Alien – Die Wiedergeburt, setzte Jean-Pierre Jeunet (Die fabelhafte Welt der Amélie, Mathilde, Micmacs) 1997 in Szene. Dabei wurde er laufend von Dolmetschern begleitet, da der Franzose kein Wort Englisch sprach. Die Weyland Corporation versucht hier auf einer Raumstation mittels Ripley Mensch-Alien-Hybriden zu züchten. Eine Crew von Piraten dockt an als die Aliens freikommen und die Raumstation samt der Besatzung Stück für Stück in ihre Einzelteile zerlegen. Personell ist dies vllt. der namhafteste Teil, spielen neben Sigourney Weaver auch Winona Ryder (Edward mit den Scherenhänden), Ron Perlman (Hellboy) und Brad Dourif (Der Wüstenplanet, Der Herr der Ringe) mit.

Die Quadrologie auf DVD / Blu-ray

Ich selbst habe die Quadrologie (also alle vier Teile) auf DVD gekauft als ich daheim noch nicht mit HD gesegnet war. Wer mit dem Kauf liebäugelt, dem sei vorwarnend schonmal gesagt, dass die Bildqualität gerade beim zweiten Teil doch etwas dürftig ist. Das Bild kommt arg grobkörnig daher. Seit gar nicht langer Zeit gibt es die Quadrologie auch als Blu-Ray und ähnlich wie bei Blade Runner hat man hier aus dem Originalmaterial wohl nochmal einiges heraus geholt. Teil 1 soll dabei besonders positiv hervorstechen, Teil 2 soll unvergleichbar besser sein und auch der Rest hat nochmal etwas zugelegt, auch wenn er wohl etwas gegenüber den beiden ersten Teilen abfallen soll.

Ich selbst kann dies derzeit noch nicht bestätigen, da ich die Blu-ray Fassung nicht habe. Allerdings kenne ich den Unterschied zwischen den DVD und Blu-ray Fassungen von Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum und 2010: Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen. Hier war der Unterschied wie Tag und Nacht. Da machte es sich bezahlt, dass Kubrick Kameras / Filmmaterial einsetzte, die teils eigenentwickelt waren und von denen es nur zwei oder drei auf der Welt gab. 2010 emfpand ich bis dato auf DVD als unanschaubar, da extrem grobkörnig und in einem so seltsamen Format, dass man den Film praktisch nicht unverzerrt eingestellt bekommt.

Bis Prometheus das Licht der Welt erblickt bleibt noch genug Zeit sich die Alien Quadrologie auf Blu-ray zu kaufen, um sich einzustimmen. Ich freu mich schon sowohl aufs Kino als auch auf die Filme-Abende mit den ganzen Extended Cuts.

Kommentare (3)

  1. Obercool. Ich bin gespannt auf Prometheus und hoffe, dass die Geschichte um die Aliens um sinnvolle und spannende Facetten erweitert wird.

  2. Ein Prequel (oder auch der Beginn einer neuen Reihe) wäre natürlich eine feine Sache, allerdings glaube ich, dass die heutige, moderne Technik die dreckige Atmosphäre wegnehmen wird, die in den „Originalen“ so krass beeindruckt hat.

    Anschauen werde ich ihn mir trotzdem :-)

  3. So wie es sich liest wird es auch kein direktes Prequel, sondern Prometheus hat sich im Laufe der Planungen zu einem eigenständigen Film entwickelt, der aber u.a. aber H.R. Gigers Aliens beinhaltet. Vllt. erfahren wir ja auch mehr über die Weyland Yutami Corporation..

    Ich denke es ist generell nicht einfach echten Klassikern gerecht zu werden. Alien und etwa auch Bladerunner haben eine ganz eigenen visuellen Charakter, einen Stil der heute nicht mehr gepflegt wird. Allerdings ist mit Ridley Scott ja quasi der Schöpfer himself am Werk, weswegen ich davon ausgehe keinen Streifen im Stile eines Luc Besson zu sehen zu bekommen.

    Duncan Jones hat letztes Jahr mit „Moon“ eindrucksvoll bewiesen, dass der alte Stil nicht nur optisch auch heute noch erfolgreich und stimmungsvoll eingesetzt werden kann.

    Das Schlimmste was uns passieren könnte wäre so einen Driss wie Alien vs. Predators zu sehen zu bekommen. Aber davor wird Scott uns zu bewahren wissen.

    Ob man aus der reinen Namensgebung etwas ableiten kann? Prometheus, der Sohn eines Titanen, verdammt um sich täglich angekettet an einen Felsen von einem Adler die Leber rausreißen zu lassen, nachdem er den Zorn der Götter auf sich zog indem er das Feuer vom Olymp zu den Menschen brachte…

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