Green Zone

Chief Roy Miller (Matt Damon) und seine Männer sind nach der Invasion der USA in den Irak in Bagdad und Umgebung auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen (WMDs – Weapons of Mass Destruction). Dabei operieren sie außerhalb der sog. Green Zone, einem rund 10 Quadratkilometer großen Bereich unter zunächst us-amerikansicher und später internationaler Kontrolle im Zentrum Bagdads. Nachdem Millers Team Mal für Mal ausrückt und mit leeren Händen zurückkehrt, wächst in ihm der Zweifel und Unmut an den vom Geheimdienst gelieferten Informationen zu Produktions- und Lagerstätten, die von einem anonymen Insider kommen sollen. Als Miller bei einer Einsatzbesprechung seinem Frust Luft macht gerät er aufs Radar der CIA, die vor Ort ihrerseits ihre liebe Mühe hat das aktuelle politische Vorgehen der USA zu verstehen. Über die Köpfe der Irakexperten der CIA und der lokalen Bevölkerung hinweg werden zweifelhafte Entscheidungen getroffen, die klar nur auf den Vorteil der USA abzielen.

Während seiner nun beginnenden Recherchen wird Miller immer tiefer in den Sumpf hineingezogen und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeitund um die Wahrheit.

Regisseur Paul Greengrass inszeniert einen Polit-Action-Film in bewährter Manier. Im Stile seiner Bourne Filme (ebenfalls mit Matt Damon in der Hauptrolle) entwickelt sich ein gutklassiger Action-Film, der in der Klasse an die Bourne-Teile jedoch nicht heranreicht. Der Fokus des Films liegt eher auf der Action, während sich der Politthriller-Teil leider unterentwickelt präsentiert. Nach Greengrass oscar-nomninierten „Flug 93“, dem ersten Film der sich mit einem Teil der Geschehnisse des 11. September 2001 beschäftigte, war ihm zuviel Kritik vllt. auch nicht zuzutrauen.

Der Film selbst basiert auf dem Bestseller „Imperial Life in the Emerald City“ von Washington Post Redakteur Rajiv Chandrasekaran, der darin eine kritische Sichtweise und einen Blick hinter die Kulissen der Irakbesetzung wagte. Was hängen bleibt sind Fragen. Wie glaubhaft ist eine Presse, die ihr Informationen aus nicht zu verfizierenden Insiderquellen hat? Wie glaubhaft ist eine Regierung die die Presse mit Informationen versorgt? Dokumentiert ist, dass etwa schon zu Zeiten des Vietnamkriegs 400 Journalisten auf der Gehaltsliste der CIA standen. Es ist anzunehmen, dass der Wandel zur Mediengesellschaft hier noch zu deutlich mehr Aktivität geführt hat. Dabei muss ein Journalist nichtmal bewusst zum Sprachorgan der Regierung werden. Man kann ihn auch über Jahre immer mal wieder mit Insider-Häppchen versorgen um dann, wenn es für nötig erachtet wird, gezielt Desinformationen durch die mittlerweile abhängige Presse streuen zu lassen. Ganz ähnlich präsentiert Green Zone das Zusammenspiel zwischen Washington und der Presse, die wiederum direkten Einfluss auf die Meinung und damit die Unterstützung durch die legitimierende Wählerschaft daheim ausübt.

Dass im Irak keine einzige Massenvernichtungswaffe gefunden wurde ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Niemand hat die USA bislang dafür zur Rechenschaft gezogen. Ähnlich wie die vielen berechtigten Zweifel an der offiziellen Darstellung der Ereignisse des 11. September 2001 bislang nicht durch einen lückenlosen und hieb- und stichfesten offiziellen Bericht der US-Regierung gestützt wurden. Kein Wunder also, dass Osama bin Laden nicht ganz oben auf der Liste der meistgesuchen Leute des FBI steht. Dies hat nach eigenen Aussagen schlicht keine ausreichend belegbaren Verdachtsmomente. Das hat aber niemanden davon abgehalten in Afghanistan einzumarschieren…

So mag es noch eine Weile dauern bis die Ereignisse der letzten 10 Jahre einmal ordentlich aufgearbeitet in einem packenden Polit-Thriller Verwendug finden. Und wer auch immer das versucht wird es sicher nicht einfach haben den Film finanziert und produziert zu bekommen.