Stephen King: Sunset

„Just After Sunset“ (in der deutschen Fassung einfach nur „Sunset“ betitelt) ist nach langen Jahren die erste Sammlung neuer Kurzgeschichten des Horror-Altmeisters Stephen King. Ich kaufte es mir wenige Wochen vor meinem Kanada-Urlaub und benutzte es anfangs ein wenig zum Sprachtraining. Zwar lese und höre ich vergleichsweise viel Englisch, aber spreche es nur selten.

Interessant sind die Parallelen, die sich zwischen meinen Lesegewohnheiten und den Inhalten der Kurzgeschichten ergaben. Ich begann laut lesend und dabei auf und ab durch mein Wohnzimmer gehend und beendete es in der Badewanne liegend. Das Buch wiederum beginnt mit David, der vom Bahnhof zu Fuß in Richtung Stadt loszieht, auf der Suche nach seiner Freundin Willa und endet mit Curtis Johnson als Überraschungsgast in der Badewanne seines Nachbarn.

In 13 Kurzgeschichten zeigt uns Stephen King einmal mehr wie facettenreich Horror sein kann. Vom mystisch-übernatürlich angehauchten Horror bis hinunter zu dem Horror wie ihn ein jeder im Alltag erleben und erleiden kann führen uns seine Kurzgeschichten auf jeweils 10 bis 80 Seiten. „Just After Sunset“ hat mich daran erinnert wieviel Spaß ich als Jugendlicher an Kings Kurzgeschichten hatte. Für eher sporadische Leser bieten sie die Möglichkeit mit relativ wenig Zeitaufand eine komplette Geschichte zu lesen. Gerade wenn die Pausen relativ lang sind hat man bei umfangreichen Werken sonst immer das Problem sich erst wieder in den Stoff einfinden zu müssen.

Und obwohl man solch ein Buch leicht zur Seite legen könnte, sobald man eine Kurzgeschichte zu Ende gelesen hat, stellt sich schnell eine gewisse Sucht ein. Gierig geht man zur nächsten Geschichte über um zu sehen, was Stephen King sich diesmal ausgedacht hat um uns zu unterhalten. Mit „Just After Sunset“ beweist er nach all den Jahren noch immer in Hochform zu sein und sein Talent für den kleinen Horror zwischendurch nicht verloren zu haben.