Twilight: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot

Im dritten Teil von Stephenie Meyers Twilight-Saga „Eclipse – Biss zum Abendrot“ spitzt sich die Situation zwischen Vampir Edward Cullen (Robert Pattinson) und Werwolf Jacob Black (Taylor Lautner) im Tauziehen um die Liebe von Isabella „Bella“ Swan (Kristen Stewart) weiter zu. Doch nur gemeinsam sind die Cullens und die mit den Vampiren verfeindeten Werwölfe in der Lage sich gegen eine neue Bedrohung zu wehren, einen Trupp eigens geschaffener Vampire, die Victoria (Bryce Dallas Howard) helfen sollen ihre Rache an Edward zu vollenden. Dieser hatte im ersten Teil ihren langjährigen Gefährten getötet, weswegen es ihr Ziel ist Edwards geliebte Bella ins Jenseits zu befördern, um ihn den gleichen schmerzlichen Verlust spüren zu lassen.

Die aus dem zweiten Teil bekannten Volturi hingegen beobachten unter der Führung von Jane (Dakota Fanning) ihrem dekadenten Wesen entsprechend die gesamte Entwicklung lediglich und mischen sich nicht ein, was eigentlich ihre Aufgabe wäre, um die Existenz von Vampiren weiter geheim zu halten. Stattdessen warten sie einfach ab wer letzten Endes als Sieger aus dem Kampf hervorgeht.

Ich weiß nicht mehr an welcher Stelle, aber irgendwo schnappte ich auf, dass nach einem schwächelnden zweiten Teil dieser dritte Teil der Twilight Saga ein richtig starker Film sein soll. Den diesmal deutlich actionlastigeren Plot setzte Regisseur David Slade in Szene, der zuvor für „Hard Candy“ und „30 Days of Night“ verantwortlich zeichnete und somit schon Vampirerfahrung vorweisen kann. Mein erster Eindruck nach meinem Besuch im Kino (mit wenigstens 90% Frauenanteil im vollbesetzten Saal) war eher ernüchternd. Bella, Edward und Jake sind den halben Film zu beschäftigt damit auf altmodische Romantik und christliche Werte wie Ehe und sexueller Unversehrtheit á la „Wahre Liebe wartet“ zu machen und kommen dabei nur allzu hölzern in den endlos gestreckten Szenen mit ihren pathetischen Dialogen herüber. Twilight Eclipse fehlt es an der Atmosphäre und damit Glaubwürdigkeit des ersten Teils, auch wenn hier etwas Licht in die Geschichte etwa von Rosalie (Nikki Reed) und Jasper Hale (Jackson Rathbone) kommt.

Dass man dann als Zuschauer dem Endkampf des Films entgegen fiebert hat weniger mit der bis dahin aufgebauten Spannung zu tun, denn die hält sich in Grenzen, sondern mehr mit der Sehnsucht nach Speed und Action im Annschluss an Stephenie Meyers mächtiger Mormonen-Werte-Keule. Wer auf die schmachtende Romantik und Taylor Lautners nackten Oberkörper steht, für den ist der Film sicher das richtige. Zwischen zu viel Romantik und der etwas lieblos und mit zu wenig Drumherum eingeführten Action aber klafft eine Lücke die David Slade nicht zu schließen weiß. Vllt. gibt die Romanvorlage das auch einfach nicht her. Was Meyers Schreibkunst angeht hat Stephen King ja mal deutlich Worte gefunden.

Zusätzlich machen sich die wenig inspiriert und teils leblos klingenden Synchronstimmen bemerkbar. Nachdem ich die beiden ersten Teile jeweils mehrfach im Original gesehen habe, traue ich mir zu hier ganz klar von Fehlgriffen und / oder schlechten Leistungen zu sprechen. Abschließend kann ich das aber erst vergleichen und bewerten, wenn die DVD zu „Twilight: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“ herauskommt und ich mir die Originalfassung zu Gemüte führen kann.

Letzen Endes muss ich zugeben, dass ich nun schon so weit gekommen bin, dass ich der Saga auch bis zum letzten Teil treu bleiben werde. Aber mit dem Warten bis zu Ehe – sorry Stephenie – dafür ist es schon lange zu spät.