Moon

In naher Zukunft: Beinahe drei Jahre ist Sam Bell (Sam Rockwell) nun schon alleine auf einer Mondstation. Vollautomatisiert baut sie auf der der Erde abgewandten Seite des Erdtrabanten Helium-3 ab, welches auf der Erde 70% des weltweiten Energiebedarfs deckt. Zwischendurch übernimmt Sam Arbeiten, die die Station mit ihrem Roboter GERTY auch allein erledigen könnte, einfach um sich neben seinem Hobby, dem Modellbau, auch mal nützlich zu machen.

Moon: mit Sam Rockwell, von Duncan Jones

14 Tage stehen ihm noch bevor, dann läuft sein Vertrag aus und er kehrt zur Erde zurück. Zurück zu seiner Frau Tess und der gemeinsamen Tochter Eve, die kurz nach seinem Abflug zum Mond geboren wurde. Da bei einer Sonneneruption ein Kommunikationssatellit geröstet wurde, kann Sam nur sporadisch zeitversetzt Videobotschaften von der Erde empfangen. Entsprechend oft schaut er sich die alten Aufzeichnungen seiner Frau und Tochter an. Entsprechend wächst seine Sehnsucht zusehends.

Mit der Einsamkeit hat er sich soweit arrangiert. GERTY ist ein stets freundlicher Roboter, in ruhigen Stunden schnitzt er an seinen Modellen und dann gibt es da noch die langen Gespräche mit seinen Pflanzen. Diesen kleinen Spleen mag man angesichts der Isolation noch verstehen, als Sam beginnt Personen zu sehen, die gar nicht da sind. Bei einem Ausflug zu einer der Helium-3-Erntemaschinen kommt es zu einem Unfall. Als Sam wieder auf der Raumstation erwacht, verändert sich alles und er sieht sich mit einigen der existenziellen Fragen konfrontiert..

Duncan Jones brauchte rund zwei Jahre von der Idee, die ihm gemeinsam mit Sam Rockwell kam, über das Schreiben des Drehbuchs, die Finazierung bis hin zur Umsetzung und Postproduction. Bei seinem Spielfilmdebüt als Drehbuchautor und Regisseur kam dem David Bowies Sohn seine jahrelange Erfahrung im Bereich aufwändiger Werbefilme zugute.

Mit einem Minietat von lediglich 5 Millionen US Dollar wurde mit „Moon“ ein Science Fiction Film geschaffen, wie wir ihn schon lange nicht mehr zu sehen bekommen haben. Optisch fällt die Ähnlichkeit zu Stanley Kubricks Meisterwerk „2001: Odysee im Weltraum“ auf. Das Innere der Raumstation ist komplett in weiß gehalten und hell erleuchtet, auch die Analogie einer Station mit einem Menschen und einem Roboter als Besatzung passt, auch wenn GERTY im Gegensatz zu HAL 9000 geradezu fröhlich wirkt. Andererseits zeigt die Station in „Moon“ bereits deutlich Gebrauchsspuren. Schön auch in dem Zusammhang, dass die der im Original von Kevin Spacey gesprochene GERTY in der deutschen Fassung seine Synchronstimme aufweist. Weitere Anlehungen von „Moon“ lassen sich zu „Lautlos im Weltraum“ und „Solaris“ ausmachen. Jones selbst nennt auch „Alien“, „Outland – Planet der Verdammten“ und „Bladerunner“ als Einflüsse

Tatsächlich könnte die Story auch aus der Feder Arthur C. Clarkes stammen. Der Film schafft es trotz aller Einflüsse stets eigenständig und in sich stimmig zu bleiben. Die Wendungen und Sam Rockwells ausgezeichnetes Spiel halten die Atmosphäre und Spannung bis zuletzt aufrecht. Was am Ende bleibt sind Fragen nach Begrifflichkeiten wie Leben und Identität, sowie den moralischen Ansprüchen großer Konzerne in Zeiten des Shareholder Value. Die Antworten indes muss jeder für sich selbst finden.

Duncan Jones (Interview mit Kino-Zeit) „Moon“ hat das Zeug zu einem Klassiker zu werden – nicht nur unter SF-Fans. Möglicherweise ist „Moon“ auch der Startschuss für die Wiederbelebung eines Genres, das zu lange schon keinen innovativen Schub mehr verzeichnen konnte.

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