Oh, Thalia, vllt. brauche ich Amazon für Bücher ja gar nicht mehr?

Als bequemer Web 2.0 Typ bestellte ich Bücher jahrelang meist online. Seit einer Weile versuche ich Stück für Stück meinen Durchsatz an Nicht-Fachliteratur wieder zu erhöhen. Da ich Ende 2009 umgezogen bin und nun in wenigen Fußminuten in der City von Iserlohn bin, gehe ich nun auch ganz gerne mal in Buchläden shoppen und halte so das Geld in der Stadt. Hier ist es aufgrund seiner Popularität kein Problem einen neuen Stephen King zu bekommen, aber wenn es um ältere Bücher geht oder gar englische Ausgaben, dann wird es schwierig.

Wenigstens haben wir seit mir unbekannter Zeit (ich habe zwischendurch lange Zeit unsere Innenstadt gemieden) zwei größere Buchläden, eine Mayersche (ehem. Potthoff) und einen Ableger von Thalia. Nach dem Stöbern in den Bestsellerlisten und den Stapeln von Neuerscheinungen lande ich für gewöhnlich in der Science Fiction & Fantasy Ecke. Mit leeren Händen ziehe ich dann in der Regel ab, denn Science Fiction ist irgendwie unmodern geworden, oder aber wurde durch die neuerliche Fantasy-Welle verdrängt. Zuletzt hatte ich mir dann zumindest mal ein, zwei Terry Pratchetts geholt. Sie sind Teil meiner Sammlung von rund zwei Dutzend noch ungelesenen Belletristik-Büchern.

Jedenfalls fand ich gestern beim erneuten Stöbern im Thalia Buchladen wenigstens mal drei Klassiker der SF-Literatur zwischen all dem Fantasy-Krempel. George Orwells „1984“ (dt.), Arthur C. Clarkes „Wächter“ und „Die nächste Begegnung„. Von Isaac Asimov und Philip K. Dick war weit und breit nichts zu sehen. An der Kasse wurde ich dann gefragt, ob ich alles gefunden hätte, wonach ich gesucht hätte. Natürlich nicht, erklärte ich. SF im Allgemeinen und klassische SF im Besonderen ist in Buchläden schwer zu bekommen. Die nette Dame lud mich daraufhin an den Rechner ein. Sie erklärte, dass man alles verfügbare versandkostenfrei liefern könne. Das klang gut.

Keine fünf Minuten später hatte ich noch „Rendezvous mit Rama“ und „Rendezvous mit Übermorgen“ von Arthur C. Clarke bestellt, um den eben gekauften dritten Teil zu komplettieren. Dazu gab es noch Isaac Asimovs Klassiker „Der Aufbruch zu den Sternen“ und sein „I, Robot“ (en, dt.: Ich, der Robot), die Romanvorlage zum gleichnamigen Film mit Will Smith. Und wo wir schon dabei waren orderte ich noch „A Scanner Darkly“ (en, dt.: Der dunkle Schirm) von Philip K. Dick. Den darauf basierenden gleichnamigen Animationsfilm mit Keanu Reeves, Robert Downey jr., Woody Harrelson und Winona Ryder muss ich mir auch noch unbedingt besorgen. Abgerundet wurde das Ganze noch durch Dicks „Do Androids Dream of Electronic Sheep?“ (en, dt.: Träumen Androiden von elektronischen Schafen?), der Romanvorlage zum Kultfilm Blade Runner. Letzteres Buch habe ich auf Deutsch unter dem Titel „Blade Runner“ auch schonmal gelesen, aber das muss rund 20 Jahre her sein. Ansonsten kenne ich von Dick auch nur noch „Der heimliche Rebell„, das m.E. nach noch immer unverfilmt ist.

Die gute Frau von Thalia erklärte dann weiter, dass wenn ich die Bücher bekäme (was nicht sofort lieferbar ist wird terminlich angekündigt und ebenfalls kostenlos nachgeschickt), ich auswählen kann welches ich behalten möchte. Was ich nicht mehr wolle, könne ich auch bei Thalia im Laden abgeben. Überhaupt seien sie in allen Angelegenheiten mein persönlicher Ansprechpartner und die Telefonnummer steht auf der Bestellbestätigung, die sie mir ausdruckte und aushändigte.

Ich dachte ich hätte noch etwas Zeit bis die Lieferug käme, aber heute – einen Tag (!) nach meiner Bestellung – kommt der nette DHL-Mann und überreicht mir alle sechs bestellten Bücher. Die Rechnung kommt nun in wenigen Tagen hinterher (alternativ hätte ich sie mir auch zumailen lassen können).  Für andere mag das ein alter Hut sein, aber da es hier bis vor nicht all zu langer Zeit (1-2 Jahre?) kein Thalia in Iserlohn gab, ist das Neuland für mich. Jedenfalls bin ich schwer beeindruckt und angetan und werde nun gerne mal mit einer Liste zuvor recherchierter Bücher (dazu muss ich nur auf meine Amazon Wunschzettel schauen) dort auftauchen und den tollen Service von Thalia in Anspruch nehmen, bzw. mal gegenchecken ob die Mayersche nicht genau dengleichen Service bietet.

Wie kommt ihr an eure Bücher? Macht ihr es wie mein Stiefvater und tingelt regelmäßig in die Bücherei (so wie ich es als Teenager mindestens einmal wöchentlich tat)? Stöbert ihr allmorgendlich ehe der Zug kommt im Bahnhofsbuchhandel? Schneit ihr auch nach Lust und Laune in eure Lieblingsbuchläden oder nutzt ihr einen der zahlreichen Online-Buchshops?

P.S.:

Laut Delicious Library, in welches ich alle meine Filme und neuen Bücher einscanne, habe ich nun endlich eine dreistellige Anzahl Bücher überschritten. Ein paar Sachen sind aber auch gar nicht eingescannt und ich kann heute auch nicht mehr nachhalten, was ich als Teenager alles über die Stadtbücherei gelesen habe.