Geschwindigkeit ist nun offiziell Ranking-Faktor bei Google

Mit einem Eintrag im hauseigenen Blog hat Google gestern offiziell bekannt gegeben, dass die Geschwindigkeit mit der eine Webseite geladen werden kann, nun auch Einfluss auf ihr Ranking in den Suchergebnissen hat. Damit vollzieht Google einen Schritt, der bereits vergangenes Jahr in Aussicht gestellt und von SEOs antizipiert wurde. Nach eigenen Angaben sind derzeit aber noch ausschließlich Suchergebnisse für englischsprachige Ergebnisse via google.com betroffen. Aufgrund der Einführung dieses neuen Ranking Faktors sollen sich etwa 1% der Rankings verändert haben.

Wann Google Site-Speed auch international als Ranking-Faktor einführen wird ist nicht bekannt. Wir haben demnach noch einen kleine Schonfrist, in der wir uns nochmal in Ruhe anschauen können, ob unsere Websites sich nicht noch beschleunigen lassen. Als Faustformel gilt, dass im Idealfall der HTML-Code einer Seite ab Anfrage innerhalb von 0,5 Sekunden komplett ausgeliefert sein soll. Die Auslieferung des HTML Codes mit allen zusätzlich benötigten Dateien (CSS, JavaScript, Bilder, externe Skripte) sollte innerhlab von 1,5 Sekunden erledigt sein.

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Anzeige der Website-Leistung in den Google Webmaster Tools

Die Ansatzpunkte um die Geschwindigkeite einer Website zu verbessern sind dabei denkbar vielfältig, ich nenne mal beispielhaft einige wenige:

  • Zusammenfassen von mehreren CSS-Dateien zu einer Datei
  • Zusammenfassen von mehreren JS-Dateien zu einer Javascript-Datei
  • Minifizierung der JS-Datei
  • alle Text-Inhalte (HTML, CSS, JavaScript) gzip-komprimiert ausliefern
  • Bildgrößen, Dateiformate und Qualitätseinstellungen optimieren
  • Caching-Erweiterungen in dynamische Websites einbauen
  • ein leistungsfähigeres Hosting-Paket nutzen
  • Reverse-Proxy einsetzen
  • Content Delivery Networks (CDN) nutzen

Interessant dürfte es sein zu beobachten, wie sich die Änderung auf manchen Shop und manches Blog auswirken wird. Es gibt da draußen einige Software, die bekannt dafür ist relativ schwierig auf performance optimierbar zu sein.

Für mein Lieblings-CMS Drupal muss ich mir da zum Glück keinen Kopf machen. Über Boost lässt sich Inhalt statisch cachen. Mit Pressflow und dem Reverse Proxy Varnish lässt sich der Webserver entlasten und Dateien und Content nochmals deutlich schneller ausliefern.

In erster Linie ist die Speed-Optimierung einer Website (ggf. inkl. allem was dahinterliegt, wie Serverarchitektur und Konfiguration von Diesnten wie Webserver, Datenbankserver, etc.) etwas was man für die eigenen User tut. Der zukünftige evtl. Effekt in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) sollte eher ein nachgelagerrter zusätzlicher Effekt sein. Aus der Beobachtung, dass schnellere Websites häufiger besucht werden und bessere Conversion Rates haben hat Google ja überhaupt erst diesen neuen Ranking Faktor abgeleitet.

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Messung der Ladegeschwindigkeit mit Firebug

Analysieren lässt sich die Performance von Websites etwa mit der Firebug-Erweiterung für den Firefox-Browser und den Erweiterungen Page Speed von Google oder dessen Yahoo-Pendant ySlow. Auch die Google Webmaster Tools beinhalten unter dem Punkt „Google-Labs“ seit einiger Zeit den Unterpunkt „Website-Leistung“ wo die durch den Google-Crawler gemessenen Download-Zeiten grafisch aufbereitet werden.

Freuen wir uns also gemeinsam auf eine schöne neue schnelle Internet-Welt und halten es wie Bastian Ebert in seinem Artikel „Don’t panic – Websitespeed als Rankingfaktor“ und bleiben ganz ruhig und besonnen.

Kommentare (5)

  1. Jo .. hab ich auch schon gelesen,…. geht ja derzeit durch die ganze Bloggosphäre .. und ich bin auch der festen Überzeugung derlei negative Auswirkung bereits am eigenen Leiben gespürt zu haben!

  2. Ich finde den Schritt völlig in Ordnung. Nur weil Fiberglasleitungen und Internet mit Fast-Lichtgeschwindigkeit in aller Munde sind und auch die Datenanbindungen immer leistungsfähiger ihren Dienst verrichten…

    …heißt das doch nicht, dass manche Webmaster den Freischein fürs unnötige, nervige und lächerliche

  3. @Isy:

    Wenn du von deinem Blog redest ist das ziemlich unwahrscheinlich, da der Rollout noch auf englische Sites und die Suche über google.com begrenzt ist.

    Mit momentan etwa 1,5 bis 1,6 Sekunden bis bei dir das HTML ausgeliefert wird, liegst du aber schon deutlich im roten Bereich. Da du ansonsten derzeit mit acht internen und drei externen Ressourcen mit insgesamt gerade einmal rund 45 KB aber sehr leichtgewichtig aufgestellt bist, hast du gute Chancen dich deutlich zu verbessern, wenn du die Site schneller bekommst.

    WordPress ist hier leider im Vergleich zu anderen Systemen recht schwierig optimierbar. Ich überlege auch schon vllt mal irgendwann komplett umzuschwenken und stattdessen Drupal einzusetzen, mit dem ich einen Großteil meiner Brötchen verdiene.

    Ich habe natürlich den Vorteil auf eigenen Maschinen zu hosten. Bei Shared Hosting wie bei dir ist es immer schwierig im Vornherein abzuschätzen, was etwa ein Wechsel oder Paket-Upgrade bringen könnte. Ggf. hast du aber noch Reservern bei der Wahl der bei dir eingesetzten Erweiterungen und / oder kannst WP SuperCache einsetzen. Bei mir hat sich das Ding nie wirklich ausgewirkt, drum hab ich es wieder rausgeworfen.

  4. Ich muss ein wenig Abbitte leisten. Heute stolperte ich über W3 Total Cache und da ich nichts zu verlieren hatte, habe ich es mal flugs installiert und durchkonfiguriert.

    Neben einem Seiten-Cache und dem Caching von Datenbank-Abfragen bietet es auch die Möglichtkeit JavaScript und CSS-Dateien zusammenzufassen und zu minifizieren. Dazu gibt es diverse Konfigurationsmöglichkeiten und auch Komprimierungsoptionen.

    Neben Datei basiertem Caching kann W3 Total Cache auch APC und Memcache benutzen und selbst die Nutzung und Synchronisierung mit CDNs ist implementiert.

  5. Dass die Ladegeschwindigkeit von Webseiten als Ranking-Faktor für den Such-Index herangezogen wird, so zur allgemeinen Verbesserung des WWWs beitragen. So plant es Google zumindest. Man muss ja auch nicht unbedingt ein perfekter Programmierer sein, um die Ladezeit zu verbessern. Es gibt ja einige Gratis Tools wie einige Tools zur Verbesserungen der Performance vor, wie beispielsweise Page Speed und WebPagetest, mit denen man schnell eine zielgenaue Optimierung vornehmen kann. Imgrunde profitiert ja jeder davon. Allerdings sollten die Webseitenbetreiber jetzt nicht gleich in Panik ausbrechen, denn allzuviel Gewicht wird nicht seitens von Google auf diesen Wert gelegt. Anstatt sich den Kopf über solche Kleinigkeiten zu zerbrechen, lohnt es sich mehr über ein gescheites Linkbuilding nachzudenken.Aber gerade in diesem Punkt hat Google selbst der allergrößten Nachholbedraf. Verbotener Linkkauf wird immer noch anerkannt.

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