Totenpfad von Elly Griffiths

Das Buch Totenpfad (engl. Originaltitel: The Crossing Places) der britischen Autorin Elly Griffiths fiel mir beim Stöbern in der lokalen Buchhandlung auf. Da meine Büchersammlung im Unterhaltungsbereich kein besonders breites Spektrum an Autoren aufweist und mir der Klappentext ebenso wie der überschaubare Umfang (320 Seiten) gefiel, schlug ich zu.

Totenpfad von Elly GriffithsRuth Galloway lebt etwas außerhalb eines Küstenstädchens allein mit zwei Katzen direkt an dem an dem an der Küste gelegenen Salzmoor. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als forensische Archäologin im Lehrbetrieb der ortsansässigen Universität. Als unweit im Salzmoor eines Tages Knochen gefunden werden, wird sie kurzerhand von der Polizei um Hilfe gebeten, hat Detective Chief Inspector Harry Nelson doch den Verdacht, nein die Hoffnung, dass es sich um eine Verbindung zu einem zurückliegenden Entführungsfall eines jungen Mädchens handeln könnte. Es ist der erste Berührungspunkt Galloways mit DCI Nelsons laufenden Ermittlungen, doch werden sie sie fortan nicht mehr loslassen.

Elly Griffiths Romanfigur der knapp vierzigjährigen Ruth Galloway ist der komplette Gegenentwurf zu Lara Croft. Ruth ist allein, mag die Abgeschiedenheit, ist klein und übergewichtig und nicht wirklich attraktiv. Dem Buch tut dieses große Prise Realismus sehr gut, denn die Figuren wirken nicht irreal und überzeichnet wie in einem Action-Film, sondern eher eigen und schrullig wie man sie aus britischen Krimis kennt. Und ein Krimi ist das Buch auch in erster Linie. Trotz dessen Ruth forensische Archäologin ist, ist Totenpfad nicht der x-te Versuch auf den aktuellen Forensik-Thriller-Zug aufzuspringen, der mit den diversen CSI-Fernsehsehrien einen Ursprung nahm. Fachsimpelei wird auf ein notwendiges Maß in leicht verständlicher Form beschränkt.

So schafft es Griffith auch dank einer lebendigen Sprache in zumeist wohltuend kurzen aber stets flüssigen Sätzen einen kurzweiligen Roman zu verfassen, der einen mit seinen 320 Seiten gut zum Weiterlesen motiviert. Das Ziel, die Auflösung, scheint stets greifbarer als in den dicken Schinken die andere Autoren so gerne produzieren. Einen guten Anteil dürfte auch die Übersetzung ausmachen, die ich in Unkenntnis des Originals nicht direkt beurteilen kann, die aber zu keinem Punkt Probleme bereitet. Im Gegenteil empfand ich es als sehr erfrischend, wie Tanja Handels hier und da einige aus der Mode gekommene, geradezu antike deutsche Begrifflichkeiten verwendet, die aber nie deplaziert wirken.

Was am Ende bleibt ist ein kurzweiliges Lesevergnügen.