Topic Pages: SEO durch Nutzenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung (SEO – Search Engine Optimization) ist der Voodoo des Web. Wir sind es gewohnt, dass Google unsere Suchanfragen mit guten Ergebnissen quittiert. Wie es dazu kommt verstehen nur wenige, während viele mit Halbwissen glänzen und mit Tipps um sich werfen, die schon seit Jahren überholt sind.

Ein Grund für all die Verwirrung ist schon der Begriff „Suchmaschinenoptimierung“. Er suggeriert stark, dass wir unsere Webseiten auf irgendwelche Maschinen hin optimieren müssten, damit diese damit etwas anfangen können. Diese Maschinen aber basieren auf den Regeln, die clevere Köpfe u.a. bei Google aushecken. Denen ist wiederum daran gelegen möglichst gute Ergebnisse zu liefern, da diese die Grundlage für die Präsentation von passender Werbung sind und damit verdient Google letzten Endes sein Geld.

Wenn Google also versucht möglichst gut zu berechnen was wir aller Wahrscheinlichkeit auf unsere Anfrage für Ergebnisse bekommen möchten, ist es doch nur sinnvoll bei der Erstellung und Pflege von Website-Inhalten ebenso den Benutzer in den Vordergrund zu stellen. Welcher Faktor im Google-Rechenwerk welchen Einfluss hat und wie man ihn möglichst gut ausnutzen kann wird dann unwichtig und taugt nur mehr als Beschäftigungstherapie und Einnahmequelle für Texter und Suchmaschinenoptimierer. Den (potenziellen) Besuchern aber möglichst genau die Inhalte zu präsentieren, die sie wirklich interessieren, wirkt sich viel stärker, direkter und vor allem langfristig auf unsere Rankings aus.

Wer Besuchern die Inhalte liefert, die sie interessieren, muss sich nicht um Maschinen kümmern.

Genau hier setzen Topic Pages an. Topic Pages, oder deutsch Themen-Seiten sind Seiten, die sich jeweils auf ein einzelnen scharf umgrenztes Thema spezialisieren. Eine Begriffserläuterung bzw. ein kurzer Text (der User möchte einen schnellen präzisen Themenüberblick) der laufend aktualisiert wird, gepaart mit der verlinkten Auflistung zum Thema gehörender Beiträge auf der eigenen aber auch auf anderen Webseiten können ebenso dazu gehören wie thematisch passende Bilder / Galerien, Videos, Podcasts, Vidcasts, etc.

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Gut gemacht optimieren sich Topic Pages quasi selbst für Suchmaschinen. Man verlinkt die Themenseiten in Beiträgen und baut so eine starke interne Verlinkung auf. Man verlinkt gute und aktuelle externe Informationen zum Thema, was ebenso einen guten Effekt aufs Ranking hat – weil Google weiß, dass wir umfassend informiert und nicht in einer Informations-Sackgasse eingesperrt werden wollen.

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So erreicht man ein besseres Ranking, mehr Suchmaschinentraffic, mehr Seitenaufrufe pro Besuch, eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass User von sich aus nochmal zurück kommen. Nicht zuletzt schafft man somit auch kleine themenspezifische Inseln, die gezielt vermarktet werden können – aber bitte nicht übertreiben, denn das mögen User auch wieder nicht ;)

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Erläutert wurde das Konzept zuletzt auch in einem Videobeitrag auf SEOmoz durch Marshall Simmonds, der die erfolgreiche Strategie u.a. für die NY Times Topics erstellt hat.

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Grundideen, Konzepte und praktische Umsetzung habe ich zudem in einer kleinen Online-Präsentation zusammengefasst, die in deutsch und englisch frei verfügbar ist:

Kommentare (5)

  1. Danke für die gute Zusammenfassung zu einem Thema wo es mittlerweile viel zu viele andere Meinungen zu gibt. Ich finde, man sollte immer gut strukturierte Seiten für die User machen und nicht für die Suchmaschinen.

  2. Art 3 ist mein Favorit. Dezent, nicht zu überladen, übersichtlich und Informativ!

  3. Super Beitrag. Kein Blabla sondern mal eine konkrete Denkweise, wie SEO aussehen kann. Der Nutzen muss klar im Vordergrund stehen – und ich auch davon überzeugt, dass Google dies langfristig honorieren wird. Google wird ja auch ständig „schlauer“.Beste Grüße Thomas Klußmann

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