Leichtathletik-WM, ich mag dich!

Mit der Leichtathletik WM in Berlin findet aktuell das internationale Sportereignis des Jahres statt, von ARD und ZDF im TV in HD und teils live im Internet übertragen. Ja, genau, dafür zahlen wir GEZ Gebühren und das ist auch gut so (außer für Eurosport, die auch übertragen)! Wenn ich nicht arbeiten müsste, könnte ich mir das den ganzen Tag anschauen. Zwischen zwei Stints auf dem Crosstrainer sitze ich sogar im Studio und schaue mir Hammerwurf an. Schon seltsam, aber selbst Disziplinen, die einem abgehen, werden plötzlich interessant. Es sind diese vielen Duelle und die Geschichten hinter den Sportlern die das Ganze so spannend machen.

Und mal ehrlich, klar drücke ich den Deutschen die Daumen. Innerlich weine ich mit Silke Spiegelburg, die im Hochsprung ihr vorhandenes Potenzial nicht ausschöpfen konnte. Ich freu mich auch mit der glasklaren Siegerin im Siebenkampf, der Britin Jessica Ennis. Und was war das für eine Show, als Jennifer Oeser und Nadine Kleinert sich auf die lange lange Ehrenrunde über ihre Silbermedaillen im Siebenkampf und Kugelstoßen machten. War das nicht sympathisch? War das nicht pure Freude?

Und wie ungläubig die viel zu hoch gehypeten Finalisten im 100 Meter Lauf der Herren schauten, weil sie warten mussen, bis unsere Silbermädchen endlich die Bahn räumten. Da konnte ich mir ein fettes Grinsen nicht verkneifen. Und dennoch bekam Usain Bolt mit seinen 9,58 Sekunden noch seinen Auftritt. Da schauten zumindest die anderen sieben Finalisten gleich noch einmal ungläubig – und so ein kleines Geschmäckle bleibt bei uns ja auch, denn man weiß ja nie ob die alle so ganz sauber sind…

Ungetrübt von solchen Gedanken geht es dann morgen weiter, mit dem von mir ganz persönlich heiß erwarteten Auftakt im Hochsprung der Frauen. Das schreit wieder nach einem Zweikampf um Gold zwischen der 1,93 Meter Hünin Blanka Vlasic aus Kroatien und der Deutschen Ariane Friedrich (1,78 Meter), die zuletzt die Nase immer ein klein wenig weiter vorne, bzw. den Hintern etwas höher hatte.

Ich hätte mir echt Urlaub nehmen sollen, wenn ich nicht wüsste, dass meine Kunden ihn mir nicht genehmigen würden… Schon die Schwimm WM in Rom kürzlich war ne ganz spannende und mitreißende Geschichte und nun die Leichtathletik WM in Berlin bei einem Superwetter. Es ist einfach schön da zuzuschauen – und sei es auch mal nur beim Gehen.

Kommentare (9)

  1. Jau. Genau so sieht das aus. Auch bei all dem gebotenem Misstrauen, das man an den Tag legen kann/muss, zeigt auch der Profi-Sport immer wieder mal zu was er fähig ist. Was war das gestern für eine Höllenstimmung als sich die Jennifer Oese auf die Nase gelegt hat, nur um dann – getragen von 50000 Zuschauern – doch noch zu Silber zu hecheln. Das ist Sport!

  2. Oder der Bekele, der gestern nach 9.600 Metern noch eben ne 57er Runde zum Goldgewinn sprintet. Beim vierten Gold in Folge wirkte er aber schon etwas gelangweilt ;-)

    Ich wäre wahrscheinlich froh die 57er Runde am Anfang der 10.000 Meter zu schaffen :-D

  3. das sehe ich genauso. mit freude habe ich auch auf meine lieblingssendung verzichtet, die rosenheimer, und dafür den sport geschaut.

  4. Naja… waren echt nicht schlecht … und einige Medaillen gingen ja auch an die Deutschen!

  5. Naja, ich finde Platz 6 nicht so berauschend. Mal sehen wie es bei der nächsten WM aussieht.

  6. Die WM in Berlin habe ich auch zeitweise geschaut.
    Dabei habe ich mich immer wieder nach dem Grund gefragt
    warum die Zuschauer vor Ort oder am TV schauen.
    Und warum ich schaue ohne „Geld“ dafür zu bekommen.
    Was bekomme ich dann?
    Oder ist es Neid weil ich nicht die Chance hatte?
    Oder weil ichnicht so schnell wie Usain Bolt laufe und
    weil ich deshalb auch nicht die 325.000 € „Lohn der Arbeit“ bekomme?
    Warum habt ihr geschaut als Passiv-Sportler?
    Motivation ein Zeitzeuge zu sein?
    Bei mir war nach 35 Jahren Pause der Neustart für Sprint-
    Training weil 100 m bis 200 m ausreicht.
    Und die „Alten“ Läufer laufen inzwischen Marathon: 42.195 Meter ist aber zu weit und dauert auch zu lange.
    Da schaue ich auch keine Wettkämpfe an.

  7. Inzwischen konnte ich mich mit Humangenetik, Endokrinologie und Bio-Psychiatrie auseinander setzen.
    Jeglicher vergleichender Sport in der Leichtazhletik kann ich inzwischen begründet in Frage stellen.
    Der Basis-Mensch kann sehr leicht so gesteuert werden dass ein sportliches Ziel erreicht werden kann: Größe, Masse und besondere psychologische Voraussetzunen sowie die gesamte steuerung der Bio-Psychiatrie und der Motivation.
    Die bipolare Geschlechtsdefinitionen haben einen Graubereich mit Vorteilen als „Grau-Mensch“ für die Gruppe der „Männer“ wie auch der „Frauen“. Nimmt man noch das bilologische Alter hinzu – trifft nicht beim altersunabhängigem Olympia zu – kann man das gesamte Sportsystem berechtigt in Frage stellen.
    Die Beschleunigungen der Alterungsprozesse sowie die Anfälligkeiten für Infektionen, Krebs und Parasitenbefall sowie mechanische Verletzungen als Folge einer fast sinnlosen Verschwendung von Lebenszeit für Sport.
    Und erst das Thema Doping …

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