Verhunzt das Vodafone UMTS Netz Webseiten-Layouts?

Bereits im Juli bekam ich von meinem Kunden DIGITAL-ROOM, der auswärtig unterwegs war und an seinem Mac via Vodafone UMTS Stick surfte, die Meldung samt Screenshot, dass die Darstellung der eigenen Website eine andere ist, als wenn man „normal“ via DSL durft.

Konkret geht es zum einen um eine per CSS im Hintergrund eingesetzte Grafik, ein im Original 5907 Bytes großes GIF mit einer Größe von 900×75 Pixeln, welches per UMTS stark ausgefranst ist und im Original einen leichten Grauverlauf darstellt:

Der betreffende Ausschnitt der Website via "normalem" Internet-Zugang.

Der betreffende Ausschnitt der Website via "normalem" Internet-Zugang.

Dergleiche Ausschnitt im gleichen Browser via Vodafone UMTS

Dergleiche Ausschnitt im gleichen Browser via Vodafone UMTS

Man erkennt hier deutlich, dass in der UMTS Version das Hintergrundbild Artefakte und Fransen aufweist. Das liegt daran, dass standardmäßig ein transparenter Zwangs-Proxy bei Vodafone zum Einsatz kommt. Dieser Proxy, ein Rechner der zwischen angefragter Website und anfragendem Kunden geschaltete ist, komprimiert eigenständig angefragte Bilder. Das erhöht die gefühlte Geschwindigkeit beim Surfen im Internet, da eine höhere Komrpimierung dafür sorgt, dass weniger Daten übertragen werden müssen, mindert aber deutlich die Bildqualität.

Ein weiterer Effekt, der nicht ohne weiteres zu erklären ist ist, dass neben der Bildkomprimierung offensichtlich auch Stylesheets verändert durch den Proxy ausgeliefert werden. Man erkennt es oben deutlich in der Länge und Positionierung des Buttons „ANMELDEN“. Zur Klarstellung: Beide Screenshots sind mit Safari 4 auf einem Mac entstanden, der Unterschied liegt also nicht in der Verwendung unterschiedlicher Browser oder Systeme zugrunde.

Deutlicher wird es, wenn ich die Hauptnavigation der Website in beiden Versionen einmal übereinander lege:

Die Hauptnavigation in der Normal- und UMTS-Version übereinandergelegt

Die Hauptnavigation in der Normal- und UMTS-Version übereinandergelegt

Hier sieht man deutlich, dass die Schrift in der Navigation und auch in den „Fähnchen“ die bei Artikeln im Inhalt dessen Kategorie enthalten, die Laufweite der Schrift eine andere ist. Entsprechend verschoben sind die Navigationen der beiden Versionen gegeneinander.

Aktuell kann ich mir das nur dahingehend erklären, dass der Vodafone-Proxy nicht nur Bilder komprimiert, sondern auch mehrere Stylesheets zusammenfasst oder sonstwie verschlimmbessert. Genaueres werde ich erst wissen, wenn ich mal einen Vodafone Surfstick für eigene Tests zur Verfügung habe. Betroffen sind übrigens auch die Sticks anderer Vertreiber. So fand ich heute im DrupalCenter einen entsprechenden Artikel eines Mitleidenden der mit einem UMTS Stick von N24, welcher ebenfalls das Vodafone Netz nutzt, ähnliche Effekte hat.

Im Netz kursieren Tipps und Tricks, wie man, teils mit Extra-Software für Windows (ein lokaler Proxy, der die HTTP-Anfragen umschreibt), den kompromittierenden.. pardon.. komprimierenden Zwangsproxy von Vodafone umgehen kann. Dies ist aber nur eine individuelle Lösung, wie es viele im Netz gibt und keine grundsätzliche für uns Web-Arbeiter, die wir dafür Sorge tragen möchten, dass die von uns betreuten Projekte im Sinne unserer Kunden und deren Kunden auch in jedem Fall die gleiche Anmutung haben – unabhängig von der Art der benutzten Anbindung.

Zwar muss ich vorsichtig sein, bis ich das Ganze selbst untersuchen kann, aber aktuell überwiegen klar Frust und Ärger. Der Zweck des ganzen ist zwar klar: Mobilsurfer sollen über ihre vergleichsweise schmale Leitung ein möglichst schnelles Surferlebnis haben. Warum man dies aber mit einer von Haus aus nicht deaktivierbaren Zwangskomprimierung und sonstigen Seiteneffekten umsetzt, erschließt sich mir nicht.

Ob hier jemand von Vodafone mitliest und sich dazu äußern mag?

Gibt es diese Probleme auch bei anderen Anbietern, wie O2?

Ich würde Amok laufen wenn mein T-Mobile iPhone mich derart vereimern würde. Eine Zwangskomprimierung habe ich hier auch noch nicht vermisst..

Kommentare (17)

  1. Hallo,

    das Problem ist nicht wirklich neu, denn *alle* deutschen Netzbetreiber setzen diese Proxies ein, z. B. den Performance Enhancing Proxy von Bytemobile. Bei einigen kann man sie selbst abschalten, bei anderen nicht (z. B. E-Plus).

    Es werden eben nicht nur Bilder komprimiert, sondern auch Header verstuemmelt und Informationen (z. B. Kommentare) entfernt.

    Abhilfe schaffen gesicherte Verbindungen (https), Proxies (z. B. JonDonym) oder die Modifikation der Cache-Header im Browser.

  2. Da muss ich dir widersprechen. Sowohl obiger Kunde als auch ich haben iPhones (und noch diverse Bekannte, etc.) und bei diesen (sprich, bei T-Mobile) sind solche Effekte nicht zu beobachten.

  3. Das aendert nichts an der Tatsache, dass alle vier deutschen Netzbetreiber den PEP einsetzen. Bei T-Mobile, Vodafone und O2 ist die Komprimierung – entweder ueber Webinterface oder ueber eine Connect-Software in mehreren Stufen einstellbar. Bei der E-Plus-Gruppe guckst du in die Roehre.

    Zuletzt habe ich es bei Vodafone beobachtet. IMHO kann da die Komprimierung im Dashboard eingestellt werden.

  4. Nochmal und um meinen Punkt klar zu machen:

    Es ist mir einerlei, ob sowas eingesetzt wird, aber wenn, dann ist dafür Sorge zu tragen, dass in der Standard-Konfiguration (!!!) hässliche Seiteneffekte nicht auftreten. Offensichtlich hat nach meinen (und anderen) Erfahrungen T-Mo das Problem nicht, Vodafone hingegen schon.

    Es bringt doch nur mir als Techie etwas, wenn ich weiß wo ich etwas für mich einstellen kann. Als Dienstleister der eine Website im Kundenauftrag erstellt ist es aber der blanke Horror, denn ich kann nicht jedem Besucher der Website abverlangen ebenso zum Geek zu mutieren. Und dazu kann ich kein Vodafone Dashboard für Windows auf einem Mac installieren…

    Da kann Sascha Lobo noch so schön seine roten Iro in die Kamera der Vodafone-Werbeagentur halten. Der hat auch gut reden, denn anders als die Normalos hat er einen ganzen Arsch voll Handys und Verträge bei allen möglichen Anbietern. ;-)

  5. Nabend,
    bin mal grade über den Artikel geflogen.
    Den Effekt mit dem Proxy und den komprimierten Grafiken kann ich via Vodafone Netz bestätigen.
    Selbst nutze ich das o2 Netz. Hierbei kann ich bislang keinerlei Änderungen des übertragenen Contents feststellen. Bin bis auf die Netzabdeckung die grade im Ost-und Süddeutschen Raum zu wünschen übrig lässt sehr zufrieden.

    Noch ein kleiner Tipp zum Umgehen des Proxy bei Vodafone und Co.: Einfach ins VPN einwählen und den Standardgateway übers VPN laufen lassen. Klappt wunderbar. Keine Komprimierung mehr.

  6. Hallo Leute,
    ich habe ein sehr großes Problem mit dieser Komprimierung.
    Habe einen UMTS – Flat Vertrag bei Simply/T-Mobile.
    Diese Komprimierung (von der ich erst heute erfahren habe), zerstört das komplette Layout meiner Typo3 Homepage.
    Da ich kein DSL habe, kann ich meine Typo3 Applikation nur über UMTS testen. Wie soll das gehen, wenn erstens Schrott angezeigt wird und zweitens der Quelltext zur Kontrolle unbrauchbar wird.
    Ich hab keine Ahnung, ob ich das Abschalten kann, beim ersten Verbindungsaufbau fragt T-mobile ja nach der Komprimierung. Da habe ich auf jeden fall – keine angeklickt.
    Gruß Joe

  7. es gibt für t-mobile und auch für vodafone alternativ apn’s die den zwangsproxy nicht haben:
    t-mobile : internet.t-d1.de
    vodafone : volume.d2gprs.de

    bei t-mobile hat das zusätzlich noch den effekt das man eine eigene öffentliche ip bekommt ohne portsperren. also ein kpl vollwertiger ip zugang

    bei vodafone hat man standardmässig eine öffentliche ip allerdings sind dort alle eingehenden ports blockiert. tauscht man nun den apn aus dann ist zwar der zwangsproxy verschwunden allerdings wird man dann per nat ans internet angebunden. also egal wie man es macht, bei vodafone bekommt man nur einen krüppel-surf-zugang

  8. Hey danke Reacend, ich hab schon die ganze zeit danach gesucht 1000 Dank.

  9. Salut! Ich habe UMTS von Vodafone. Bei mir gibt es nur Probleme mit denen. Also schnellstens weg von Vodafone.

  10. Für mich gilt; schnellstens weg von Vodafone !!

  11. Ich habe auch UMTSund das ist miserabel. Insgesammt muß ich sagen,vergess Vodafone!Kundendienst:schlecht. Fachwissen des Hotlinepersonals,( 12 12)mehr als lächerlich!Eine „Dame“ sagte mir,nachdem ich es besser wußte als sie,ich bin ein Idiot und hat sich ausgeklinkt. KLASSE VODAFONE!!

  12. Ich habe auch vodafone UMTS und ich finde die Verbindung ab und zu total zum Kotzen bin auch unzufrieden und probiere so schnell wie möglich auf DSL zu wechseln…

  13. Bin ich ja kein Einzelfall. Leider gibt es hier kein DSL.Im Moment habe ich wieder Probleme. Auskunft:Die ganze Region hier hat Probleme wegen der Kälte UND DEN STARKEN WIND!!! Fachpersonal?? Bravo Vodafone!!!!

  14. hat sich in der zwischenzeit etwas getan? ändern vf/telekom immer noch die pakete mit ihren PEPs?

    hab seit kurzem vf mobil vertrag mit einem ipad. bis eine seite geladen wird dauerts ewigkeiten. l2pt vpn startet über vf nicht aber telekom schon. muss mal mit dem kundenservice abklären ob ich ohne diesen performance stuss surfen kann. laut homepage solls ja gehen.

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