Angeschaut: Grace is Gone, Ice Age 3, Gran Torino, Hostel, Deception, Mutant Chronicles

In Sachen FIlmreviews bin ich zuletzt etwas faul gewesen – die Zeit fehlte. Daher gibt es an dieser Stelle eine Sammlung von Kurzrezensionen meiner letzten DVDs und Kinofilme.

Grace is Gone

Eines Tages bekommt Familienvater Stanley Philips (John Cusack) Besuch vom Militär. Ihm wird eröffnet, dass seine Frau Grace bei ihrem Einsatz im Irak gefallen ist. Von nun an ist Stanley allein für die gemeinsamen Töchter Heidi (Shélan O’Keefe) und Dawn (Gracie Bednarczyk) verantwortlich, traut sich jedoch nicht, ihnen die schlechte Nachricht zu überbringen. Darum beschließt er spontan nicht zur Arbeit zu gehen und seine Töchter unter der Schulwoche mit auf die lange Fahrt in den Freizeitpark „Enchanted Gardens“ in Florida mitzunehmen. Hier hofft er die nötige Kraft zu finden seinen jungen Töchtern zu erklären, dass ihre Mutter gestorben ist.

Stanley Philips ist keine typische Figur, wie wir sie sonst von John Cusack kennen. Er ist zerzaust, hat eine große hässliche Brille und einen schlechten Kleidungsstil. Damit entspricht er dem Klisché des Mittelklasseamerikaners. Cusacks Spiel wirkt hier hölzern und ausdrucksarm. Die Story selbst bietet Interpretationsspielraum in verschiedene Richtungen. Da wäre zum einen die scheinbar starke Familie, die den Soldaten den Rücken stärkt und in seiner Entscheidung in den Krieg zu ziehen unterstützt. Da ist aber auch der sinnlose Tod einer Frau und Mutter in einem sinnlosen Krieg, der eine Familie ebenso sinnlos in eine Tragödie stürzt.

Grace Is Gone überlässt die Interpretation ganz dem Zuschauer. Dass man mit den Protagonisten mitfühlt liegt in der Natur des Dramas, dass ganz ohne laute Szenen daher kommt. Angesichts des Titels hätte ich auch darauf gewettet, dass der SOng „Grace is gone“ der Dave Matthews Band irgendwo darin auftaucht, stattdessen ist für den Soundtrack u.a. Clint Eastwood verantwortlich.

Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los

Lustige Filme stehen eher selten auf meinem Speiseplan, doch dem Gruppenzwang erlegen, kam ich nicht umhin mir mit Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los nach dem ersten Teil einen weiteren im Kino anzuschauen. Gleichzeitig war der Film der zweite, den ich in der neuen 3D Technik gesehen habe. Am Ende muss ich konstatieren, dass „Ice Age meets Die verlorene Welt“ möglicherweise sogar der beste und lustigste Teil ist, da im Grunde in jeder Szene irgendetwas passiert. Die gags sind sehr gut platziert und umgesetzt und die Figuren wie gewohnt charmant und eigenständig. Mit dem neu eingeführten Wiesel Buck hat das Team um Manni, Ellie, Diego, Sid, Scrat, Eddie und Crash fabulösen Zuwachs bekommen, der richtig Schwung in eine Idee bringt, die ich eigentlich schon für ausgelutscht hielt.

Die 3D Technik sorgt hier übrigens einfach nur dafür, dass der Film von vorn bis hinten dreidimensional daher kommt – kein Kunststück bei einem Animationsfilm. Bei rasanten Kamerafahrten bringt dies natürlich nochmal ein Extra-Aha! Auf spezielle Aus-der-Leinwand-spring-Effekte für 3D Kinos, d.h. Effekthaschrei, wurde dagegen vollends verzichtet.

Gran Torino

Der 1972 Ford Gran Torino war ein Muscle Car mit – je nach Motorisierung – zwischen 4.1 und 7 Litern Hubraum. Ein solches Schmuckstück steht bei Walt Kowalski (Clint Eastwood) in der Garage. Seinerzeit hatte er ihn mit den eigenen Händen an den Fließbändern von Ford gebaut. Entsprechend handwerklich geschickt verbringt der Rentner Zeit damit sein Haus und technische Geräte in Schuss zu halten.

Über die Jahrzehnte hat sich sein Wohnviertel gewandelt. Immer mehr seiner alten nachbarn sind weggezogen oder verstorben. Stattdessen ist die Arbeitersiedlung nun größtenteils von Zuwanderern aus Asien bewohnt. Diese werden von dem grummeligen Kautabak kauenden und spuckenden Kauz argwöhnisch beobachtet und er macht keinen Helhl aus seiner Abneigung und seinem Misstrauen gegen Asiaten, ein Charkterzug, der noch aus seinen Tagen als Soldat im Koreakrieg herrührt.

Wir lernen Walt zu Beginn von Gran Torino als einen Mann kennen, der die Entwicklungen in der Welt, besonders in der kleinen Welt seines Blocks, nicht eben gutheißt. Das fängt mit dem grünschnäbeligen Priester auf dem Trauergottesdienst seiner verstorbenen Frau an und macht auch vor seinen Kindern und Enkeln keinen Halt. Die Werte für die Walt je einstand, scheinen nichts mehr zu gelten. Nein, ein Menschenfreund scheint dieser Walt nun wirklich nicht zu sein.

Doch er hat seine Prinzipien und zu diesen gehört es auch trotz seines hohen Alters denen zu helfen, die von anderen bedroht werden. Dies bringt ihm unerwartet positive Resonanz bei seinen von ihm so gemiedenen Nachbarn ein. Schlussendlich taut der alte Mann auf und lernt seine Nachbarn, ihren Hintergrund und ihre Kultur kennen. Selbst von polnischer Abstammung baut er zu diesen politischen Flüchtlingen eine Beziehung auf, wie er sie nichtmal mit seinen Kindern zustande gebracht hat. Als Gangs den Frieden unter den Nachbarn empfindlich stören und diese bedrohen, steht Walt Kowalski vor der Entcheidung, wieder einmal für seine Prinzipien einzustehen…

Über Client Eastwood (Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur) kann man wohl nur gutes sagen. Der mittlerweile 79jährige ist eine wandelnde Hollywood-Legende und alles, was man von ihm noch neues zu sehen bekommen kann, sollte man sich anschauen. Gran Torino spielt mit den Figuren, die Eastwood zeitlebens in Filmen verkörperte, die einsamen Revolverhelden ihrer Zeit, sei es zu Pferde für eine Handvoll Dollar, oder mit der 44er Smith&Wesson in San Francisco. Gran Torino ist eine Lehrstunde in Sachen Fremdenhass und Vorurteile und zeigt, dass man bis zum Lebensende noch dazu lernen kann und sollte.

Am Ende bleibt Clint seiner Rolle als einsamer Kämpfer auch hier treu- womöglich würde der Film ohne ihn und seine Filmvergangeneheit auch gar nicht funktionieren. Absolut sehenswert!

Hostel

Natürlich ist mir Hostel ein Begriff. Warum gerade ich als Horror-Fan den Film von Eli Roth erst jetzt unter die Lupe genommen habe, weiß ich selbst nicht. Erwartet hatte ich etwas mit der Ausgefallenheit / Blutigkeit von Saw und das kommt hin, aber mir schwebte eher ein düsteres Ambiente vor. Hostel dagegen kommt eher hell und frisch daher. Meiner Meinung nach hat man hier noch Potnzial liegen gelassen. Nicht desto trotz ist es ein von vorn bis hinten untehaltsamer blutiger Streifen, in dem drei Rucksacktouristen in Amsterdam den heißen Tipp bekommen, dass es in einem Ort in der Slowakei so richtig heiß her ginge – geile willige Bräute ohne Ende. Das lassen sich die Amerikaner Paxton (Jay Hernandez), Josh (Derek Richardson) und der Isländer Oli (Eyþór Guðjónsson) nicht zweimal sagen und machen sich auf den Weg.

Dort angekommen scheinen ihre wildesten Träume wahr zu werden. Die anwesenden Damen sind ebenso aufreizend wie willig. Ddoch aus dem Trio wird schnell ein Duo, als Oli verschwindet ohne von sich hören zu lassen. Bald verschwinden auch Josh und andere Gäste des Hostels. Auf der Suche nach seinen Freunden findet Paxton dann des Rätsels Lösung, das düstere Geheimnis des Ortes. Von nun an geht es von ihm um Leben und Tod und er ist fest entschlossen der Hölle zu entkommen..

Deception

Der erste Hollywood-Film des Schweizer Regisseurs Marcel Langenegger kann sich bei der Besetzung (Ewan McGregor, Natasha Henstridge, Hugh Jackman, Michelle Williams) sehen lassen, filmisch kann Deception – Tödliche Versuchung aber nicht ganz überzeugen.

Jonathan McQuarry (Ewan McGregor) ist Buchprüfer. Er verdient gutes Geld und arbeitet viel, doch durch seinen Job hat er praktisch keinen Kontakt zu Kollegen oder Kunden. So etwas wie ein privatleben findet bei ihm nicht statt. Das ändert sich, als er eines Tages Wyatt Bose (Hugh Jackman) kennenlernt und anfängt mit ihm gemeinsam Freizeit beim Sport und in Clubs zu verbringen. Der lebensfrohe Bose beeindruckt den eher schüchternen McQuarry und durch eine Verwechslung führt Bose ihn in einen exklusiven, aber anonymen Sexclub ein. Hierdurch lernt Jonathan auch die schöne geheimnisvolle „S“ (Michelle Williams) kennen und die beiden verlieben sich. Doch dann wird S entführt und Jonathan niedergeschlagen. Der Entfüher gibt bald seine Forderungen bekannt und wie sich herausstellt, ist er ein alter Bakennter..

Langeneggers Regiedebüt ist solide Kost, doch die Möglichkeiten, die die Story ohne Zweifel bietet um Spannung aufzubauen, werden nur sehr unzureichend genutzt. So verpufft das überzeugende Spiel der drei Hauptdarsteller leider auf der Leinwand und zündet nicht so recht. Gerade zur Crunch Time des Films im letzten Drittel schafft Marcel Langenegger es nicht die Spannungen zwischen den Figuren auf den Zuschauer zu übertragen. Stattdessen plätschert die Geschichte hier relativ glatt und durchsichtig vor sich hin.

Mutant Chronicles

Er kam mir schon oft beim Stöbern nach DVDs unter die Finger, aber es fanden sich dann doch noch immer Alternativen. Diesmal war es anders und ich griff zu. Das war ein Fehler. „Mad Max“ trifft auf „Dawn of the Dead“ steht auf dem Klappentext. Keinen der beiden Kultstreifen kann Mutant Chronicles auch nur das Wasser reichen.

Ich habs nicht nachgelesen aber es ist von Beginn an offensichtlich, dass der Film eine Comic-Adaption ist. Wenn Dampfmaschinen durch die Luft fliegen und krampfhaft aber erfolglos versucht wird einen ähnlich visuell markanten Stil zu kreieren wie in 300 oder Sin City, dann handelt es sich wohl um eine Comic-Adaption.

Im Jahr 2707 kämpfen vier Großkonzerne in Kriegen um die letzten Rohstoffe auf der Erde. Bei einem Gefecht wird das Siegel zerstört, unter dem eine einst aus dem Weltraum gekommen Maschine versteckt wird. Diese Maschine sendet seelenlose Zombies aus, eine unbezwingbare Armee die ihre Opfer zur Maschine schleppt, wo sie ebenso in Zombies mutiert werden. Nur die überlieferte Chronik eines uralten Ordens, der die Maschine vor Jahrtausenden bereits einmal besiegte, kann die Menschheit nun noch retten. Ein buntes Team aus Kriegern wird zusammengestellt um in die Maschine vorzudringen und diese zu vernichten.

Neben einer reichlich aufgeblasenen und unausgegorenen Story kommen die Mutant Chronicles mit allzu auffälligem Green-Box-Dreh daher. Die vordergründig interessante Lineup um Ron Perlman, Devon Aoki und John Malkovich wird ergänzt um Zweitligisten Thomas Jane, Pras Michel (der auch mitproduzierte) und einen der talentfreisten deutschen Schauspieler und Quoten-Hollywood-Darsteller: Benno Fürmann.

Leute, lasst die Finger von diesem Film! Diese 111 Minuten lang dem Wasserhahn beim tropfen zuzuschauen dürfte deutlich spannender (und günstiger) sein und vor allem – der Wasserhahn hat auch keine dummen Dialoge!

Kommentar (1)

  1. Gran Torino ist echt „locker“ – der Streifen besticht durch einen wieder mal gelungenen Auftritt von Eastwood .-.. und das sowohl vor, wie auch hinter der Kamera!

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