Mac OS 10.6: Kein OpenCL für iMac Alu?

Wenn Apple im September Version 10.6 ihres Betriebssystems Mac OS X, Spitzname Snow Leopard, herausbringen wird, werden viele Nutzer von einigen Neuerungen des System nichts haben. Mit der wegfallenden Unterstützung der alten PowerPC Prozessoren werden die meisten Apple-Besitzer noch leben können. Doch warum noch recht junge Systeme aus 2008 und 2009 nicht für alle neuen Features mit Support von Apple bedacht werden sollen, ist rätselhaft. Apple integriert mit Grand Central und OpenCL zwei neue technische Kernkomponenten in sein Betriebssystems.

Grand Central ist in Snow Leopard dafür zuständig Funktionsblöcke von Programmen selbständig so auf die verfügbaren Recheneinheiten zu verteilen, dass diese möglichst gut ausgelastet werden. Diese Funktionsblöcke sind dazu von den Entwicklern in neuen Softwareversionen entsprechend kenntlich zu machen. Das soll ihnen die zeitintensive und fehleranfällige Arbeit abnehmen, sich selbst um die Auslagerung von Abläufen in Threads zu kümmern. Da die von Apple eingesetzten Intel Prozessoren alle mehr als einen Kern haben, können entsprechend alle Besitzer solcher Systeme von der neuen Technik profitieren.

Zusätzlich erschließt OpenCL die den Grafikprozessor als neue leistungsstarke Recheneinheit. Entsprechende in OpenCL C programmierte Programmteile können auf allen im System vorhandenen und unterstützten Recheneinheiten (also CPU Kerne ebenso wie Grafikchips, die GPGPUs) ausgeführt werden und profitieren dann auch von modernen leistungsfähigen Grafikchips. Entwickler müssen ihre OpenCL C Programteile danach nicht an neue Recheneinheiten anpassen, denn das erledigt die OpenCL Virtual Machine zur Laufzeit, ähnlich wie bei der Java VM. Apple unterstützt mit der Auslieferung von Mac OS X 10.6 OpenCL auf folgenden Grafikchips:

  • ATI Radeon 4850
  • ATI Radeon 4870
  • NVIDIA Geforce 8600M GT
  • NVIDIA GeForce 8800 GT
  • NVIDIA GeForce 8800 GS
  • NVIDIA Geforce 9400M
  • NVIDIA GeForce 9600M GT
  • NVIDIA GeForce GT 120
  • NVIDIA GeForce GT 130

Das hierbei der seinerzeit im Mac Mini und iBook verwendete Onboard-Chip von Intel fehlt, dürfte nicht verwundern, war er doch nie ein Performancewunder und ist damit zu verschmerzen. Jedoch fehlen in der offiziellen Liste auch die Grafikchips ATI Radeon HD 2400 XT und ATI Radeon HD 2600 Pro, die noch in der Revision B des iMac Alu vom 28. April 2008 bis 2. März 2009 verbaut wurden.

Noch rätselhafter ist dies, schaut man sich die Spezifikationen dieser beiden Chips an und verglech sie mit Vertretern aus der Liste. So findet man am unteren Ende der Leistungsskala den NVIDIA GeForce 9400M, der z.B. im MacBook Aluminium eingesetzt wird. Dieser bietet eine Rechenkraft von max. 54 GFlops. Der u.a. auch in meinem 20″ iMac tickende ATI Radeon HD 2400 XT aus der HD-2000-Serie liegt mit max. 56 GFlops aber gleich auf und gleicht auch sonst in seinen Spezifikationen dem unterstützten Konkurrenzmodell aus der GeForce 9M-Serie.

So recht will (nicht nur) mir nicht einleuchten, warum OpenCL auf meinem MacBook Alu von der verbauten 9400er GPU profitieren können wird, der 2400er Chip in meinem iMac, der noch zeitgleich verkauft wurde, aber nicht. Ich hoffe, dass Apple hier nochmal nachbessert und die Masse an noch relativ jungen Systemen nicht außen vor lassen wird.

Kommentare (3)

  1. bin grad an einer projektarbeit mit openCL und musste grad feststellen (dank deiner seite), dass meine ATI Radeon HD 2600 Pro auch nicht unterstütz wird. auch nicht auf 10.6.4… :(

    trotzdem danke für die zusammenfassung der unterstützten grafikchips!

    grüsse
    deif

  2. ja… den 27zöller. aber da muss ich erst mal noch ein wenig geld zur seite schieben…

Kommentare sind geschlossen.