Drag Me To Hell

Als Autor und Regisseur kehrt Sam Reimi mit Drag me to Hell wieder zum Horror-Genre zurück, mit dem er anno 1982 dank Tanz Der Teufel seinen Durchbruch schaffte. Und Drag Me To Hell wäre kein Sam Reimi Horrofilm, wenn er nicht mit einem Augenzwinkern daher käme..

Christine Brown (Alison Lohman) hat es als Bankangestellte auf den freien Posten des Assistant Managers in ihrer Filiale abgesehen. Doch der neue ehrgeizige Kolle Stu Rubin (Reggie Lee) kämpft mit allen Mitteln. Als ihr Chef Mr. Jacks (David Paymer) ihr durch die Blume erklärt, dass er von ihr verlangt selbständig auch unangenehme Entscheidungen zu treffen, gerät sie an die alte Zigeunerin Mrs. Ganush (Lorna Raver). Diese benötigt dringend einen dritten Aufschub für ihre Hypothek, andernfalls verliert sie ihr Haus. Doch die sonst hilfsbereite Christine zwingt sich diesmal hart zu bleiben und verweigert der alten Frau den Aufschub, selbst als diese sie anfleht.

Zum „Dank“ lauert die Alte ihr später auf und belegt sie mit einem Fluch. Nur drei Tage bleiben Christine nun noch, bis der Dämon Lamia sie in die Hölle holen wird. Nun bleibt ihr noch noch ihr Freund Professor Clay Dalton (Justin Long) und der Wahrsager Rham Jas (Dileep Rao).
Der Wettlauf mit der Zeit beginnt..

Kinoplakat: Drag Me To Hell

Sam Reimi gelingt es in seiner ihm typischen Art Horror nicht rein als Schattenjagd im Dunkeln umzusetzen. Szenen und Inszenierungen stattet er oftmals mit einem inneliegenden Humor aus, ohne dass der Film zu einer Komödie verkommen würde. Gleichzeitig schafft er es Schockelemente so hervorragend zu platzieren, dass auch erfahrene Genrekenner überrascht werden und zu ihrem Adrenalinschub kommen.

Stilistisch erinnert Drag Me To Hell ganz klar an die drei Tanz Der Teufel Filme. So könnte die alte Zigeunerin auch problemlos die zerfressene Zombiene im Keller des ersten Teils sein und wer sich noch an die Szene mit dem fliegenden und verschluckten Auge erinnert, der kann hier ein Wiedersehen feiern. Zeitgleich erinnert mich der Film von der Story her ein wenig an Stephen Kings Thinner – Der Fluch, wo ebenfalls ein Zigeuner jemanden wegen seiner moralischen Verfehlung mit einem lebensbedrohlichen Fluch belegt. Auch hier bleibt am Ende dem Opfer nur die Wahl den Fluch anzunehmen, oder an jemanden weiterzugeben – mit ungewolltem Ausgang. Reimi selbst spielte interessanterweise auch als Schauspieler in der King Verfilmung von The Stand – Das Letzte Gefecht mit.

Weitere Parallen sind die bei der Auswahl der Darsteller und der musikalischen Untermalung zu bemerken. Reimi setzt, anders als in seinen drei Spiderman Filmen, nicht auf bekannte Stars, sondern auf unverbrauchte Gesichter. Am ehesten bekannt sein dürfte noch Justin Long aus Jeepers Creepers sein. Mir persönlich fiel mit als erstes auch die Geige auf – noch so eine Parallele zu Reimis Evil Dead. Die Musik stammt übrigens vom horror-erfahrenen Christopher Young, der auch die Untermalung von Hellraiser, The Grudge, Der Exorzismus der Emily Rose, Hide And Seek und The Dark Half (ebenfalls eine King Verfilmung) schuf.

Alles in allem ist Drag Me To Hell ein wunderbar unterhaltender Film, der für Lacher sorgt, aber ebenso für Gänsehaut – ein Paar zwei Reihen vor mir verließ, zum Amüsement des Saales, den Film bereits nach 20 Minuten. Wer also neben seiner Freundin mal wieder die starke Schulter anbieten will, sollte sie in diesen über die ganze Länge kurzweiligen Film mitnehmen. Sam Reimi beweist, dass man alte Erfolgsrezepte sehrwohl auch heute noch anwenden kann, ohne dass ein Film wie eine schlechtes Remake daherkommen muss.

Hard Facts

  • Titel: Drag Me To Hell
  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Regie: Sam Reimi
  • Drehbuch: Sam Reimi, Ivan Reimi
  • Musik: Christopher Young
  • Spielzeit: 99 Min.
  • FSK 16
  • Alison Lohman als Christine Brown
  • Justin Long als Professor Clayton Dalton
  • Lorna Raver als Sylvia Ganush
  • Dileep Rao als Rham Jas
  • David Paymer als Jim Jacks
  • Reggie Lee als Stu Rubin

Kommentar (1)

  1. „ein Paar zwei Reihen vor mir verließ, zum Amüsement des Saales, den Film bereits nach 20 Minuten.“

    LOL! Super! :D Ich frag mich manchmal, warum sich die Leute nicht informieren, bevor sie ins Kino gehen.

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