Emily Haines: Knives Don’t Have Your Back

Auf die kanadische Sängerin Emily Haines stieß ich letztens über die Empfehlung im iTunes Store. Mitunter höre ich gerne mal ruhige melancholische Musik, darunter auch Portishead. Mir fiel auch ein, dass Portishead Sängerin Beth Gibbons einmal ein Solo-Album herausgebracht hat. Das besorgte ich mir als erstes im iTunes Store (muss mal bei Gelegenheit meine Rezension bloggen) und dort wurde mir auch Emily Haines & The Soft Skeleton empfohlen.

emily haines

Gerne stöbere ich in solchen Empfehlungen, um meinen Horizont zu erweitern und nach den ersten Sekunden konnte ich gar nicht anders als spontan einzukaufen. Emily Haines ist bekannter als Frontfrau von Metric, eine News-Wave / Indie-Rock Band. Ihr 2007er Soloalbum trägt den Titel „Knives Don’t Have Your Back“ und wird bestimmt von Emilys ruhiger, leicht rauchigen Stimme und ihrem Pianospiel. Beginnt das Album mit „Our Hell“ und „Doctor Blind“ mit noch vergleichsweise leichtverdaulichen Klängen, wird es schon mit dem dritten Titel „Crowd Surf Off A Cliff“ deutlich düsterer und melancholischer.

Ihr Spiel mit Sprache und Metaphern mag ein wenig auch ein Verdienst ihres Vaters sein, der Poet war. Gleichzeitig passt ihre Aussage, dass sie daheim gern im Dunkeln Piano spielt sehr gut zu Sound und Bedeutung ihrer Songs. Knives Don’t Have Your Back kann man sehr schön abends beim Lesen hören, oder aber gemeinsame auf der Couch dösend. Wen gerade der Kummer plagt, findet in diesem Album einen passenden Begleiter. Keiner der einen tröstet und die Tränen trocknet, aber der Gesellschaft leistet, versteht und alles noch etwas in die Länge zieht, denn Emily Haines Songs haben Ohrwurmpotenzial. Das hat sie mir ihren Kolleginnen / Freundinnen Leslie Feist (Ihr Song „1234“ ist vor allem durch die Apple-Werbung bekannt geworden.) und Amy Millan gemein, die ebenso auf Solopfaden wandeln und auch ab und an mit Broken Social Scene kollaboriert.

Könnte ich Künstlerin eine Frage stellen, würde es wohl auf das Zitat einer ihrer Textpassagen hinauslaufen:

With all the luck you’ve had, why are your songs so sad?

Hard Facts

  • Künstler: Emily Haines & The Soft Skeleton
  • Jahr: 2007
  • Label: Groenland Records (Herbert Grönemeyer)
  • Titel:
    1. Our Hell
    2. Doctor Blind
    3. Crowd Surf Off a Cliff
    4. Detective Daughter
    5. The Lottery
    6. The Maids Needs a Maid
    7. Mostly Waving
    8. Nothing & Nowhere
    9. The Last Page
    10. Winning
    11. Rowboat
    12. Telethon
    13. Mostly Waving (Todork Remix)
  • Biographie auf Laut.de

Kommentar (1)

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