Terminator: Die Erlösung

Das Jahr 2003: Marcus Wright (Sam Worthington) sitzt in der Todeszelle, schuldig des Mordes an seinem Bruder und zwei Polizisten. Am Tag seiner Hinrichtung erklärt er sich einverstanden seinen Leichnam zu wissenschaftlichen Zwecken der Cyberdyne Systems Corporation zu spenden.

Das Jahr 2018: Der sog. Tag des jüngsten Gerichts (Judgement Day) liegt schon Jahre zurück. Die überlebenden Menschen kämpfen im Widerstand gegen das Computersystem Skynet, welches das menschliche Leben als Gefahr für seine eigene Existenz ansieht. John Connor (Christian Bale), lebende Kultfigur unter den Widerstandskämpfern, ist mit einer Gruppe Mitstreiter auf einer Aufklärungsmission. Eine Station Synets soll überrannt und womöglich kriegsentscheidende Informationen aus den Computersystemen entwendet werden.

Als während der erfolgreichen Mission Skynet zurückschlägt wird alles in Schutt und Asche gelegt, einzig John Connor überlebt. Doch als er mitsamt den entwendeten Daten zurückkehrt steigt eine weitere Gestalt wie Phoenix aus der heißen Asche empor. Marcus Wright, nach 15 Jahren zurück in einer ihm unbekannten Welt lernt er schnell, dass Maschinen nicht seine Freunde sind. Dennoch zieht ihn die Zentrale von Skynet magisch an.

Nachdem Marcus auf Kyle Reese (Anton Yelchin) trifft, der im ersten Terminator-Film als Zeitreisender John Connor überhaupt erst zeugte, verbinden sich die Handlungsstränge langsam aber sicher.

Das Jahr 2009: Da sitze ich nun im Kino. Die Trailer wussten allesamt zu gefallen und ich bin guter Dinge, dass der vierte Teil zumindest besser als der unterirdische dritte Teil wird. Genährt wird die Hoffnung auch durch Hauptdarsteller Christian Bale, den ich zuletzt nur in besten Erinnerungen habe (u.a. The Maschinist, Batman Begins, Prestige, The Dark Knight).

Nichts desto trotz ist der Film ähnlich trostlos wie die Vision der nahen Zukunft, die er malt. Das Drehbuch bietet dem Zuschauer kaum Möglichkeiten sich mit einem der Protagonisten zu identifizieren oder überhaupt näher beschäftigen zu können. Die Figur des Marcus Wright ist so blutleer wie der Metallkörper der Terminator und auch die ausgezeichneten Special Effects können es so recht nicht herausreißen. Insgesamt kommt Terminator – Die Erlösung ein wenig daher wie eine Mischung aus Matrix 2 + 3 (in den Kampfszenen gegen die Maschinen) und Mad Max mit ein paar Text-Anleihen an die ersten Terminator-Teile.

Zwar verzichtet man in diesem Teil darauf dem Zuschauer die Hirnakrobatik von Zeitreisen abzuverlangen, aber dafür wirkt der ganze Plot umso mehr konstruiert. Wie so häufig reibe ich mich auch hier an vermurksten Details. Wenn John Connor die Audio-Kassetten seiner toten Mutter abhört, klingt sie nicht mehr wie die toughe Fighterin aus Teil 2 oder den Sarah Connor Chronicles. Stattdessen hat sie die lupenreine Aussprache und den monotonen Tonfall einer lupenreinen Nachrichtensprecherin.

Als aus einem Kassettenrekorder You Could Be Mine von Guns’n’Roses plärrt (Soundtrack zu Terminator 2), werden die Parallelen offenbar. Damals war nicht nur der Terminator auf dem Höhepunkt, sondern auch die Gunner. Seither war es entweder still, es gab viel Wind um nichts und die Comeback-Versuche waren beiderseits eher kläglich.

In den letzten Minuten setzt sich die Regiearbeit von McG (u.a. 3 Engel für Charlie, Sie waren Helden, O.C. California) noch selbst die Trash-Krone auf, als dem schwer verletzten Connor in einem Feldlazarett in der Wüste noch spontan eine Herztransplantation zuteil wird. Sollte es einen fünften Teil geben, wird dieser sich voraussichtlich mit Johns Kampf gegen die Abstoßungsreaktion beschäftigen.

Jedoch hoffe ich insgeheim, dass es diesen weiteren Teil nicht geben wird. Ich hoffe darauf, dass Terminator: Die Erlösung eben genau diese für den Zuschauer bedeutet: Die Erlösung.

Lesenswerte Kritik(en):

Hard Facts

  • Titel: Terminator: Die Erlösung
  • Originaltitel: Terminator Salvation
  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Spieldauer: 115 Minuten
  • FSK 16
  • Regie: Joseph ‚McG‘ McGinty Nichol
  • Musik: Danny Elfman
  • Christian Bale als John Connor
  • Sam Worthington als Marcus Wright
  • Anton Yelchin als Kyle Reese
  • Bryce Dallas Howard als Kate Brewster Connor
  • Moon Bloodgood als Blair Williams
  • Helena Bonham Carter als Dr. Serena Kogan
  • Jadagrace als Star
  • Michael Ironside als General Ashdown

Kommentare (3)

  1. Jop, passt in das Bild, das ich mir bisher zu dem Film verschafft habe. In den meisten Fällen absolut verissen, im besten Fall noch als unwichtige Unterhaltung akzeptiert, scheint der Film in der Tat – setzt man ihn in Vergleich zu T 1 und 2 – ein Desaster zu sein. Ich werde mich jetzt weiterhin darauf verlegen bis zu meinem Kinobesuch noch möglichst viele vernichtende Kritiken zu lesen, um meine Erwartungshaltung noch weiter zu verringern. Kann dem Kinobesuch dann nur gut tun… ;-)

  2. Wenn ich sowas höre, freue ich mich das es Filesharing gibt. Tut mir leid, aber für sowas werde ich keinen Cent ausgeben! Zu oft habe ich in der letzen Zeit groß angekündigte Blockbuster im Kino enttäuschend verlassen müßen! Es müsste sowas wie eine „Geld zurück“ Garantie in Kinos geben!

  3. Das sehe ich relativ entspannt. Ich bin ja auch ein Sportfan und dort gibt es genausowenig das Geld zurück wenn das Team schlecht spielt und das verteidige ich auch vehement gegenüber Fans, die im Eifer des Gefechts eben sowas fordern.

    Wenn ich nem Mädel Freitag Abends nen Drink spendiere, bekomme ich ja auch keine garantierte Gegenleistung.. ;-)

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