Haftung, Gewährleistung, Rechnung und Mahnung für Freelancer

Als Freelancer im Bereich Webdesign / Web Entwicklung hat man oft nicht die Muße sich eingehend Gedanken über eigene AGB und rechtliche Implikationen zu machen, falls ein Kunde einmal Haftungsansprüche geltend macht, bzw. eine Gewährleistung einfordert. Gerade in der Anfangsphase ist man froh um jeden Auftrag und scheut sich vor dem Aufwand sich mit dem leidigen und unbezahlten Papierkram zu beschäftigen.

Dabei sollte es im ureigenen Interesse liegen sich auch mit unangenehmen Fragen zu beschäftigen. Was ist, wenn es einmal hart auf hart kommt? Welche Rechte und Pflichten hat man und was kann man vorab vertraglich (via Werkvertrag und / oder AGB) mit Kunden vereinbaren, das einen ruhiger schlafen lässt?

In seinem Artikel Online-Recht: Haftung und Gewährleistung geht der Autor, Rechtsanwalt Michael Rohrlich, für magnus.de genau diesen Fragen nach. Abgerundet wird der Artikel neben einigen Absätzen zum Thema Rechungsstellung und Mahnwesen durch Links auf zusätzliche Informationen, Gesetzestexte, Urteile und Musterverträge.

In Bezug auf Rechnungen kann ich zum Glück sagen, dass meine Kunden alle sehr umgänglich sind und pünktlich zahlen, manchmal gibt es auch einen unerwarteten Bonus. Je nachdem, ob es sich um Neukunden oder Bestandskunden handelt, um welche Summen es geht und um welche Projekte, bin ich recht flexibel.

Von kompletter Vorabzahlung, über 30/30/40, 50/50 und Zahlung nach Fertigstellung ist soweit alles vertreten. Mein persönliches Ziel liegt darin den Cash-Flow meines Business möglichst konstant zu halten. Zudem wirken Vorab- und Zwischenzahlungen motivierend auf beide Parteien. Ich freue mich über Geld auf dem Konto und die Kunden haben einen gewissen Druck auch selbst etwas zu leisten (oftmals sind Projekte für beide Seiten recht kommunikationsintensiv), was sich positiv auf die Timeline auswirkt.

Zahlungsziele sind bei mir „bei Rechnungserhalt“ bei Vorabzahlung, ansonsten 7 oder 10 Tage netto. Die Modalitäten stehen natürlich auch bereits in den Angeboten, so dass der Klient weiß, wo seine Pflichten liegen, so er das Angebot annimmt und den Auftrag erteilt.

Erfahrungsgemäß sind es oft die Kleinstbeträge (die ich versuche zu vermeiden), auf die man am längsten warten muss. Bislang kam ich aber noch ohne Mahnung oder gar Inkasso aus. Eine freundliche Erinnerung per Mail und ein Anruf wirken meist Wunder und sind deutlich sozialer als gleich die Kavallerie anrücken zu lassen. Dennoch darf man sich nicht scheuen die vereinbarten Ziele auch nachzuhalten und entsprechend konsequent zu reagieren.

Auch Kunden brauchen manchmal etwas Erziehung.

Kommentare (3)

  1. Zitat:Erfahrungsgemäß sind es oft die Kleinstbeträge (die ich versuche zu vermeiden), auf die man am längsten warten muss.

    Diese Erfahrung habe ich auch oft gemacht.

  2. Interessanterweise haben gerade Webdesigner eine schlechte Zahlungsmoral, wenn sie bei anderen Leistungen kaufen. Meine Erfahrung.

  3. Gut, dass ich nicht als Webdesigner, sondern -entwickler arbeite ;)

    Ich persönlich zahle so schnell wie ich selbe bezahlt werden möchte, nämlich asap. Wenn es mal eng wird, weil etwa ein Kunde sich verspätet, ziehe ich Zahlungen an kleine Dienstleister gegenüber denen an große Unternehmen vor.

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