Angehört: Yeah Yeah Yeahs : It’s Blitz!

3 Jahre nach ihrem letzten Studio-Album „Show Your Bones“ ist das New Yorker Trio wieder mit einem neuen Longplayer am Start. „Zero“ heißt die erste Single von „It’s Blitz!“ und sie hält bereits alle Versprechen die die Art Punks bereits letztes Jahr gaben. Damals hieß es bereits, man würde sich im kommenden Album völlig neu präsentieren und der Sound sei ein ganz anderer als bei den bisherigen Alben. Das merkte ich denn auch sogleich, nachdem ich mir das gute Stück im iTunes Store gekauft hatte.

Album Cover von "It's Blitz!"

Album Cover von "It's Blitz!"

Die Tracks

Zero“ ist auf dem Album der erste Track und zunächst ist man als YYYs Fan etwas erschrocken, denn was man da zu hören bekommt ist nicht der gewohnte Rock, sondern etwas disco-taugliches, elektronischeres, aber nicht zuletzt mit treibenden Beats ausgestattetes das vor allem das tut, was die YYYs so gut können – in die Füße gehen! Auch Track 2, „Heads Will Roll“ ist so ein tanzbares treibendes Stück. In beiden Songs gibt Karen ordentlich Gas, ist Nick Zinners Gitarre bis nahe der Unkenntlichkeit verzerrt (eigentlich macht er ja den Synthiesound) und treibt Brian Chase (der ja gelernt eher ein progressiver Jazz-Drummer ist) mit elektronischen Beats an. Dazu gibt es synthetische Sounds und passende Effekte. Die Line „Off with your head“ in „Heads Will Roll“ erinnert mich immer an die Königin aus Alice im Wunderland (aktuell mit Starbesetzung (u.a. Johnny Depp) in der Umsetzung durch Tim Burton).

Mit „Soft Shock“ geht es dann, wie der Titel bereits suggeriert, sanfter weiter. Karen demonstriert hier ihr stimmlichen Fähigkeiten und irgendwie kann man sich gut vorstellen in einer eher rockigen Disko zu diesem Song mit etwas mehr Körperkontakt zu tanzen. Mit ähnlich entspannten Beats folgt „Skeletons„, während „Dull Life“ im Anschluss sehr ruhig beginnt, um dann in gewohnten YYY-Rock-Sound der alten Schule (naja, sagen wir mal Richtung „Show Your Bones“) einzuschwenken. So ganz und gar wollte man wohl dann doch nicht jeden Song dem neuen Stil unterordnen. Ebenfalls gängigere Klänge werden in „Shame And Fortune“ angeschlagen, das den dritten Zweierblock des Albums abschließt.

Weiter geht es mit einhändigem Pianospiel in „Runaway„und einer gebrochen klingenden, aber dabei unheimlich gefühlvollen Karen Orzolek und einem Song der von Verlust und Sehnsucht erzählt. Im Anschluss kommt „Dragon Queen“ mit seichtem Gesang und einer Symbiose aus vielen alten und neuen YYYs-Klängen daher, abgelöst von den tragenden Klängen, Karens Stimme voran, in „Hysteric„. Sehr Ruhig aber weniger melodiös folgt „Little Shadow„, ehe mit „Faces“ ein markanter Track, im neuen „elektronisierten“ Stil, das Album abschließt.

Die Meinung

Im ersten Augenblick war ich schon erschrocken, denn ich wollte keine anderen YYYs, ich wollte die alten kreischenden, wummernden und dreckigen Yeah Yeah Yeahs. Nach vielfachem Hören muss ich dem Album aber attestieren ein richtig Gutes zu sein, da es abwechslungsreich ist. Während ich sonst gerne ruhigere Lieder wegzappe, lasse ich sie hier durchlaufen, weil sie nicht störend und langweilig wirken, sondern prima ins Album passen und beim Zuhören richtig Spaß machen. Wobei sie jetzt nicht soo ruhig sind, wie man hier beim Lesen vielleicht befürchten könnte.

Ganz neu sind die ruhigeren YYYs ja auch nicht, denn schon auf den iTunes Live Sessions gefiel mir ausgerechnet das super-ruhige akustische Cover von „Diamond Sea“ von Sonic Youth am besten. Dass Karen nicht nur wie ein Furie obszöne Texte kreischen kann, dürfte ein jeder über die Jahre mitbekommen haben, schließlich tourte sie ja früher als Akustikduo mit Nick durch die New Yorker Clubs.

Jedenfalls gefällt mir die neue Scheibe anders gut als die bisherigen. Passend zum neuen musikalischen Stil hat man auch die Website umgestaltet. Sie wurde noch minimalisitscher und zudem eletronischer, discoesker und cleaner – mich erinnert sie sehr stark an diverse Seiten auf MySpace.

Passend zur Single "Zero": Die neue Website der Yeah Yeah Yeahs

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Dort fand ich nach einiger Verwirrung dann auch die neuen Tourdates. Verwirrung deswegen, weil man gar nicht merkt, dass man meterweit nach unten scrollen muss, um dort die Liste der Tourdates zu finden. Aktuell sind dort drei Termine für Deutschland eingetragen. Am 3. Mai in der Live Music Hall in Köln, am 6. Mai in der Berliner Columbiahalle und am 7. Juli im Docks, Hamburg.

Ganz interessant ist im Nachhinein die Plattenkritik auf Laut.de – auch wenn ich hier ebenso wie bei Filmkritiken vorsichtig bin, denn Kritiker verdienen ihr Geld nunmal mit Kritik, was zu einem systemimmanenten Zwang wird. Außerdem bin ich mir sicher, dass wir aufm Konzert in Köln auch alte Klänge vernehmen werden. So ganz ohne Gitarre kann der Nick doch nicht leben wollen..

Mein Konzert Ticket für die Yeah Yeah Yeahs in Köln (3.5.2009)

Mein Konzert Ticket für die Yeah Yeah Yeahs in Köln (3.5.2009)