Auf der CeBIT mit Drupal

Ein anstrengendes Wochenende ist vorüber und die CeBIT 2009 hat trotz 25% weniger Ausstellern und 20% weniger Besuchern als im Vorjahr zufriedene Aussteller hervorgebracht, zumal der Anteil an Fachpublikum unter den Besuchern höher war als zuletzt. Für mich war es auch das erste Mal, dass ich als Standbetreuung auf der weltgrößten IT Messe war.

Möglich machte es das Losglück (behaupte ich mal einfach, ich glaube aber nicht, dass wirklich nur die Würfel entschieden haben). Unter den Gewinnern von mehr als 70 bewerbenden Projekten fand sich neben KDE, Mozilla und anderen eben auch das Open Source Content Management System und Framework Drupal, welches sich auf einem Gemeinschaftsstand in der „Open Source Lounge“ der Linux New Media AG präsentieren durfte.

Nach Bekanntgabe ging es dann ganz schnell und es fanden sich lauter Freiwillige, die über die Messewoche hinweg die Standbetreuung übernehmen wollten. Selbst hatte ich mich etwas später für den Samstag gemeldet. Passte mir gut in den Kram, um über die Woche normal arbeiten und erreichbar sein zu können (es standen noch zwei Projektlaunches an).

Um 05:15 Uhr klingelte der Wecker und gegen 06:40 Uhr nahm ich die ersten der rund 250 km unter die Räder. Ziemlich genau zur Öffnung um 09:00 Uhr kurvte ich am Expo Gelände in ein Parkhaus – geschmeidige 8 Euro für ein Tagesticket zahlend. Naja, da kam es auch nicht mehr drauf an ;-)

Kurz noch in Halle 26 meinem Co-Admin Franky aus dem Roosters Forum einen Besuch abgestattet und dann ging es auch schon auf direktem Wege zu Daniel und Stefan, Halle 6, Stand F50. Nach etwa einer ruhigen Stunde muss dann von irgendwo eine ganze Busladung Menschen gekommen sein. Ich erinnere mich, dass mein Mund vom vielen Sprechen immer trockener wurde. Die trocken-warme Luft in der Halle tat ihr übriges. Irgendwann kam auch noch Meinolf auf Stippvisite vorbei, er sollte zum Abschlusstag am Sonntag seine offizielle „Standzeit“ haben.

Daniel Wehner (l) und Stefan Borchert (r) im Gespräch

Daniel Wehner (l) und Stefan Borchert (r) im Gespräch

Das Publikum präsentierte sich bunt gemischt, doch die meisten steuerten uns gezielt an und hatten konkrete Fragen. Manche wollten die Empfehlungen ihrer Webmaster und Agenturen einfach nochmal von Dritten beleuchtet sehen, andere kamen auf reine Empfehlung, wieder andere hatten konkrete Probleme bei der Umsetzung. Für mich persönlich war es zwischendurch schön, endlich mal wieder mein eingerostetes Englisch auspacken zu können.

Besonders angeregt zu ging es mit zwei Mitarbeitern des skandinavischen Fernsehsenders TV3 aus Dänemark. TV3 hat zuletzt die schwedische Website von Joomla (übrigens das zweitmeist genannte Wort am Stand an diesem Tage) auf Drupal umgestellt und vollzog diesen Schritt nun auch für die Sites der übrigen skandinavischen Länder. Als erwähnt wurde, dass man in Dänemark Schulungen erhalten habe, kam mir gleich ein Verdacht, der sich auf Rückfrage bestätigte. Die Schulung hatte natürlich MortenDK (aka King of Denmark) durchgeführt, bei dessen Session auf dem DrupalCamp in Köln im Januar ich aus dem Lachen kaum herausgekommen war. Ein ganz wunderbar verrückter wie fähiger Typ.

Mit einem Amerikaner ergab sich auch noch eine sehr unterhaltsame Diskussion darüber, wie man mit Open Source Geld verdienen könne. Ich war etwas baff, dass er selbst WordPress nutzte, aber die üblichen Business Models rund um Open Source ihm nicht geläufig waren.

Ich könnte so viel schreiben, lasse es aber bleiben. Um 18 Uhr hatte ich es dann auch recht eilig schnell nach Hause zu kommen, mich frisch zu machen und zur Saison Abschlussfeier der Roosters zu hetzen und mich sinnlos zu betrinken. Es wäre schneller gegangen, hätte ich nicht eine halbe Stunde in einer Vollsperrung der A2 gestanden, wo ein LKW durch die Mittelleitplanke wollte. Ich hoffe es wurde niemand ernstlich verletzt.

Mein Dank gilt den edlen Standspendern der Linux New Media AG, den Bewerbern und Organisatoren, meinen Mitstreitern Anja, Daniel und Stefan, die mich den ganzen Tag lang ertragen haben und natürlich allen Besuchern, ob aus Deutschland, Dänemark, USA, Malaysia, Italien, .. mit all ihren teils kuriosen, großteils aber sehr interessanten Fragen und Anmerkungen.

Ach ja.. Danke auch an Das Güldene M. Als ich irgendwann deutlich nach 19 Uhr zu einem Mäcces die Autobahn verließ, mir schnell zwei Burger besorgte (und obwohl ne Polizeihundertschaft gerade dasgleiche machte, bekam ich meine beiden ratzfatz) und diese dann bei der Weiterfahrt mampfte, ging es mir dann auch schnell etwas besser. Schließlich war es meine erste Mahlzeit des Tages..