Mein Neuer: Citroen C4 Coupé 1.6 16V VTR

Nachdem mein 13 Jahre Renault Laguna wie im Januar berichtet Anstalten machte sich in seine Einzelteile zu zerlegen galt es eine strategische Entscheidung zu treffen: Den alten Wagen reparieren lassen oder einen neuen Wagen besorgen.

Ein Anruf bei Citroen

Bereits der erste Besuch bei einem Autohändler beantwortete die Frage im Handumdrehen. Kurzentschlossen hatte ich nachmittags auf Rat von Jens bei dem Citroen-Händler hier in Iserlohn, Citroen Olsen, angerufen und konnte kurzfristig einen Termin noch am gleichen Tag bekommen. Neugierig wie mein großer Bruder so ist, hatte der sich mir gleich angeschlossen. Selbst muss ich zugeben, dass es sich bei mir in Sachen Autos ähnlich verhält wie bei Handys: So lange ich keinen akuten Bedarf habe, beschäftige ich mich mit der Thematik auch nicht. Also „büffelte“ ich erstmal noch ein wenig:

Ein paar Vorüberlegungen

Diesmal wollte ich aber nicht ganz unvorbereitet sein und schaute mir einige Modelle im Internet an, konfigurierte durch und studierte Preise. Mehr oder weniger aus dem Bauch heraus kam ich zur Überzeugung, dass ein C2 und ein C4 in Frage kamen. Den C1 hat Jens als Firmenwagen und der ist mir zu klein, zu laut und nicht langstereckentauglich genug (Ich muss es wissen, ich habe ihn damals einmal nach Frankfurt und zurück gefahren.). Der C3 ist mir irgendwie zu rund und der C5 bereits zu groß (Bin Jens seinen ja auch schon gefahren.). Die Zeichen der Zeit erkennend, sollte es wenn schon auch ein wenig eine Vernunftentscheidung werden in Bezug auf Anschaffungskosten, Unterhalt, Verbrauch, etc.

Besuch im Autohaus: Die Probefahrten

Wie es der Zufall so wollte hatte der Chef im Hause, Arne Olsen, einen C2 und einen C4 testfahrbereit auf Lager. Beide Autos schauten wir uns kurz an, ließen uns dies und jenes erklären. Im Falle des C4 zeigte er uns ein schwarzes Coupé im Ausstellungsraum – ich glaube zu dem Zeitpunkt war meine Entscheidung schon gefallen, aber dennoch fuhr ich noch kurz mit dem C2.

Die Fahrt im Citroen C2 (1.4l Benziner, 54 kW / 73 PS) hielt ich kurz und knapp. Es ging einmal ne mittlere Runde um den Block, dann hatte ich schon genug. Für mich hörte und fühlte sich der Wagen wie ein C1 an, lediglich gibts hinten eben mehr Platz. Aber nein, soo vernünftig wollte ich in meiner Entscheidung dann auch nicht sein. Man möchte sich ja auch wohlfühlen in den kommenden Jahren.

Also stiegen wir flugs um in den Citroen C4. Da das Coupé im Verkaufsraum stand, fuhr ich ein anderes Modell kurz auf die Bahn und durch die Stadt probe. Im Viertürer mit 1.4l Benzinmotor (65 kW / 88 PS) fühlte ich mich gleich schon wohler. Die Sitze waren bequemer, die Haptik wertiger, das Fahrgefühl angenehmer, der Motor leiser, etc.

Die Formalitäten

Wenn es um Anschaffungen geht, muss ich mich an die Tage erinnern, wo ich als kleiner Junge mit meiner Mum einkaufen ging. Ich habs gehasst, wenn ich z.B. neue Schuhe brauchte. Frauen schleppen einen immer in jeden Laden den sie finden können, erst um alles anzuschauen und anzuprobieren und erst im zweiten kompletten Durchlauf um auch vllt. was zu kaufen. Da bin ich anders. Wenn es gefällt, wenn es passt, dann nehme ich es mit.

Direkt mitgenommen habe ich den Wagen nicht, dazu gab es eben noch die üblichen Formalitäten zu klären und ich musste auch noch die nicht eingeplante Anzahlung zusammenkratzen, just in einem Monat, in dem die nächsten Rechnungen an meine Kunden alle erst noch bevor standen. Letzten Endes klappte aber alles, auch weil Arne sich wirklich prima kümmerte und ich mich nicht noch selbst um Verschrottung, Anmeldung und den ganzen bürokratischen Kram sorgen musste.

Die Übergabe

Letzte Woche Freitag, am 30. Januar war es dann soweit. Ein letztes Mal kratzte ich morgens Eis von meinem Laguna, baute noch mein Radio aus (Blaupunkt Los Angeles MP71, wird die Tage bei eBay verkauft), räumte Kofferraum und Staufächer leer und lagerte alles erstmal im Keller. Dann fuhr ich meine letzten 2000 Meter mit dem Renault bei Citroen Olsen auf den Hof, wo ich dann rund 40 Minuten später in meinem schwarzen Citroen C4 Coupé 1.6 16V VTR (Benziner, 80 kW / 109 PS, 5 Gänge, beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage mit Kühlfunktion fürs Handschuhfach, Duftspender (!?) und die ganze bei den Franzosen übliche Serienausstattung) nach einer umfassenden Einführung in Funktion und Bedienung vom Hof rollte.

Das war von meiner Seite eine eher unemotionale Sache. Man wird mich da nicht stundenlang wie ein Honigkuchenpferd grinsend stehen sehen. Ich freue mich mehr im Stillen bei jeder Fahrt.

Die ersten Eindrücke nach einer Woche

Nach mittlerweile über einer Woche bin ich schwer zufrieden mit dem Wagen und meiner Entscheidung. Aktuell stehen 890 km Laufleistung zubuche. 375km davon fuhr ich in der Stadt, auf Landstraßen und ein klein wenig auf Autobahnen. Die ersten Tage nutzte ich die kleinen Spontantouren um ein besseres Gefühl für den Wagen zu bekommen, für die Schaltzeitpunkte, den Verbrauch in unterschiedlichen Gängen und Verkehrssituationen und für die Bedienung von Geschwindigkeitsbegrenzer und Tempomat, die ich erstmals in meinem eigenen Wagen habe.

Dass mein Modell noch aus der 2008er Serie vor dem gerade erfolgten Facelift ist, bringt mir den Vorteil ein, noch eine 1.6er statt der 1.4er Maschine bekommen zu haben. Den erkaufe ich mir durch den Nachteil, dass das CD Radio des ehemalige Vorführwagens keine MP3s abspielen kann. Das ist aber nicht so tragisch, denn dafür habe ich bereits für die nicht zu ferne Zukunft einen Ersatz angedacht, das Parrot RK8200, welches sich prima mit meinem iPod und meinem iPhone verstehen sollte. Ob ich in dem Zuge auch noch andere Boxen einbauen lassen werde, muss ich dann mal schauen.

Mit den Fahrleistungen bin ich sehr zufrieden. Der Wagen ist wendig, die Lenkung direkt, die Rücksicht ist gerade zum Parken exzellent, da man sich an der senkrechten Scheibe ideal orientieren kann. Für mich ist der Wagen ausreichend spritzig und behende (und deutlich flinker als mein oller Renault Laguna, wenn er auch klar nicht an mein ehem. Renault 19 16V Cabrio rankommt), der Motor ist recht drehfreudig und macht gerade hier im etwas ländlicheren Bereich mit seinen Landstraßen und Hügeln Spaß.

Der Verbrauch liegt deutlich unter meinem Ex-Wagen. Die ersten 375 km (Stadt, Land, Autobahn, max. 120 km/h) habe ich im Schnitt 7,3 Liter Super verbraucht. Der 5. Gang erwies sich dabei voll stadtverkehrstauglich. Gestern ging es zur Olympia Qualifikation im Eishockey nach Hannover, an Bord hatte ich noch meinen Bruder und meinen Neffen. Auf dem Hinweg fuhr ich größtenteils 135 km/h und auf der Rückfahrt 125 km/h, jeweils per Tempomat reguliert. Für die 515 km Gesamtstrecke weist der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,6 Litern aus (auf 195er Winterreifen, bei Regen und etwas Schnee, mit laufender Klimaanlage zur Entfeuchtung).

Erstes Fazit

Meine jahrelang gehegten und gepflegten Vorurteile gegenüber Citroen hat mein C4 nicht bestätigt. Naja, ich habe zwei Renaults gefahren und so ganz können die Franzosen nicht verbergen, dass sie alle aus demselben Konzern kommen. Bislang kann ich mich zu meiner Entscheidung nur beglückwünschen, da der Wagen für mich ein ziemlich guter Kompromiss aus Vernunft und Stil ist. Dass der Einstieg bei dem Dreitürer nach hinten etwas umständlich und das Platzangebot für große Leute auf der Rückbank etwas eingeschränkt ist, stört mich nicht, denn ich habe keine Kinder, vor allem keine 2 Meter langen und 100 kg schweren.

Nun muss ich mich wenigstens die nächste Zeit nicht sorgen ob mein Auto durch den TÜV kommt und wieviele es mich kosten wird ihn durchzubringen..

Kommentare (6)

  1. Ich hab seit gestern auch meinen Golf TDI Tour, schon nen Unterschied zu nem 13-Jahre alten Auto :)

  2. keine Ahnung ich glaub meine Freundin hat was dagegen wenn da ständig noch 2-3 weitere Frauen mitfahren :-)

  3. hat das geklappt mit dem parrot? würde mich interessieren, weil ich mit dem radio von citroen megaunzufrieden bin…

  4. Vor einigen Wochen war es mal wieder soweit und mich packte der Ehrgeiz. Ich hatte dann wegen des Parrots nochmal iim Web recherchiert und las nicht besonders positive Reviews von Käufern, die die schlechte Verarbeitungsqualität bemängelten. Dann ist es natürlich auch so ne Sache, dass man diverse Infos und Einstellungen im Bordcomputer nur über das Werksradio machen kann. Auch ein CAN Bus Adapter bringt da nicht alle Features mit.

    Also sprache ich mit meinem Citroen-Händler und ließ mir kurzentschlossen einen Adapter einabuen. Der hängt am Radio am Wechsleranschluss, bringt ein USB-Interface für USB Massenspeicher mit und einen Anschluss fürn iPod. Daran habe ich meinen iPod Nano hängen und das langt mir.

    OK, Freisprecheinrichtung habe ich so nun auch keine, aber ich bin kein Vielfahrer und kann von daher auch drauf verzichten bei der Fahrt zu telefonieren.

    Kostenpunkt für Adapter und Einbau liegt so bei roundabout 150 Euronen inkl. Steuer.

Kommentare sind geschlossen.