Beide Torhüter verletzt: Spielabbruch in der DEL

Da werden Erinnerungen wach! Nur 10:43 Minuten dauerte das Heimspiel der Iserlohn Roosters gegen die Füchse aus Duisburg am Freitag Abend. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 zwischen beiden Teams, doch am Ende sollte das Spiel 5:0 zugunsten der Roosters stehen.

Wie das? Bereits in der 10. Minute schied der Duisburger Goalie Ilpo Kauhanen verletzt aus. Für ihn kam Lukas Lang kalt ins Spiel und wurde sogleich vom Iserlohner Verteidiger Ardelan überwunden. Den ersten Schuss hatte Lang noch pariert, dann schien er irgendwie mit der linken Kufe beim rückwärts skaten hängen zu bleiben, machte so eine unglückliche Figur und ließ die Lücke offen, in den Ardelan seinen eigenen Nachschuss verwandeln konnte.

Als Sekunden später beide Teams am Mittelbully Aufstellung bezogen, klopfte Lang fünf- oder sechsmal laut mit seinem Torwartschläger aufs Eis. Ich dachte mir erst, „Was will er seinem Team damit sagen?“. Wollte er sie anspornen, nun Gas zu geben? Das wäre eine sehr sehr ungewöhnliche Geste gewesen.. Nur Sekunden später zappelte die Scheibe auf der anderen Seite im Netz – Ausgleich.

Nun ging es relativ schnell. Personal kam von der Bande zu Lang. Er wurde schlussendlich zur Bank begleitet. Da machte ich mir noch keinen Kopf. Ich dachte er habe vielleicht ein Problem mit der Ausrüstung, womöglich eine Macke in der Kufe, die ihn gerade auch beim Gegentor Scherereien gemacht hatte.

Stattdessen schied auch Lang verletzt aus!

Nun hatten die Duisburger keinen Goalie mehr zur Verfügung. Laut Reglement ist es dann erlaubt, dass ein Feldspieler einspringt. Wie man hört sollen Jean-Luc Grand-Pierre und Justin Cox sich bereit erklärt haben, doch nach Beratung entschied sich der sportliche Leiter der Füchse, Franz Fritzmeier sen., dagegen, wegen zu großer Verletzungsgefahr.

Schiedsrichter Looker tat indes, was die Regeln vorsehen. Nachdem die 10 Minuten, die dem Team für das Umziehen eines Feldspielers und seine Einwechslung als Torhüter abgelaufen waren, verhängte er eine 2-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung. Da auch diese nichts einbrachte, brach er das Spiel den Regeln entsprechend ab. In diesem Fall wird es mit 5:0 für Iserlohn gewertet.

Im Forum der Iserlohn Roosters ging es daraufhin natürlich heiß her. Einige fühlten sich absichtlich um ihren Abendspaß gebracht. Die Füchse hätten einen Feldspieler als Goalie seinsetzen MÜSSEN… Dass man heute erst einen ab Montag spielberechtigten Torhüter verpflichtet hatte, wurde als Zeichen gewertet, dass Kauhanen und Lang vielleicht aus Trotz und Wut nur simulierten… und dergleichen mehr.

Ich sehe es pragmatisch. Leichter hätten wir die 3 Punkte nicht bekommen könnten und die 5:0 Wertung kann womöglich mal Gold wert sein, wenn das Torverhältnis über die Endplatzierung vor den Playoffs entscheiden sollte. Hoffen wir mal nicht, dass wir darauf angewiesen sind.

Dass die 4067 Zuschauer nicht auf ihre Kosten kamen, auch wenn die Roosters im Anschluss noch zwei Teams aufboten und ein lockeres Trainingsspiel mit Penaltyschießen machten, ist klar. Besonders die paar Dutzend mitgereisten Duisburger dürften sich ärgern. Die können von Glück sagen, dass Iserlohn vor ihrer Haustür liegt. Währe man mehrere hundert Kilometer nach Bayern, Hamburg oder Berlin gereist – der Frust wäre viel größer und womöglich schwer kontrollierbar gewesen.

Update:
Inzwischen ist die abschließende Showeinlage von Iserlohns Goalie Norm Maracle auf YouTube aufgetaucht:

Norm Maracle tanzt nach dem Abbruchspiel der Iserlohn Roosters gegen die Füchse Duisburg