Im Kino: Der Tag an dem die Erde stillstand

Ein Objekt, das mit hoher Geschwindigkeit durch das Sonnensystem direkt auf die Erde zufliegt und voraussichtlich in New York aufschlagen wird, versetzt die Regierung der USA in Aufruhr. In aller Eile werden Wissenschaftler diverser Disziplinen zusammengezogen, darunter auch die Astrobiologin Dr. Helen Benson (Jennifer Connelly). Das Objekt entpuppt sich als riesige Kugel und diese schlägt nicht etwa ein, sondern landet mitten in Manhatten. Der Sphäre entsteigt Klaatu (Keanu Reeves), ein Abgesandter einer Außerirdischen Gruppe in Gestalt eines Menschen. Sein Auftrag: Die Erde retten – vor den Menschen.

Das Remake des Science Fiction Klassikers von 1951 wurde deutlich aufgepeppt und die Geschichte minimal erweitert. Wer das Original kennt, wird aber vieles von damals wiederfinden, wie auch den Roboter Gort, den Beschützer Klaatus. Sein markantes Äußeres wurde nahezu 1:1 übernommen, er ist inzwischen lediglich deutlich gewachsen. War das Original des Films zu seiner Zeit vor allem deswegen originell, weil die Außerirdischen erstmals nicht als blutrünstige Monster gezeichnet wurden, hat das Remake dieses Alleinstellungsmerkmal in den vergangenen 57 Jahren verloren.

Keanu Reeves spielt den Außerdirdischen Klaatu in Der Tag an dem die Erde stillstand

Keanu Reeves dürfte sich freuen mehrere Millionen für eine Rolle verdient zu haben, die ihm nicht viel abverlangt hat. Gerade erst in menschliche Gestalt geschlüpft gehen Klaatu die menschlichen Gefühlsregungen ab. Entsprechend statisch ist sein Minenspiel. Das Layout im dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte kennt man von dem Hawaianer bereits u.a. aus Matrix und Constantine.

Da sich zum Orignal nicht viel verändert hat und die Umsetzung gelungen ist, ist auch das Remake von Der Tag an dem die Erde stillstand nicht schlecht. Der Typ, der links von mir unmittelbar nach Filmschluss seine Freundin mit den Worten, „Mein Gott, es ist eben ein Film!“, genervt anmaulte, lässt aber erahnen, dass der Film nicht jeden vom Hocker hauen wird.

DTADDES wiederholt eben nur die eindringliche Warnung des Klassikers aus 1951 an die Menschen, die Erde gut zu behandeln und unsere einzige Heimat zu schonen. Damals war der Eindruck der ersten Atombombenabwürfe im August 1945 noch frisch, ebenso wie die Eindrücke des Zweiten Weltkriegs. Wir haben dafür noch mehr Menschen, noch mehr Hunger, HIV, Klimaveränderungen, Terror und wiederum (kleinere) Kriege. Wie wir, das Publikum, die Message des Films aufnehmen wird unmittelbar widerspiegeln, wie wir mit den globalen Herausforderungen unserer Zeit umgehen.

Verdrängen oder verarbeiten? Womöglich ist es Zeit für Klaatu, der Erde einen Besuch abzustatten.

Hard Facts:

  • Regie: Scott Derrickson
  • Keanu Reeves als Klaatu
  • Jennifer Connelly als Dr. Helen Benson
  • Jaden Smith als Jacob Benson
  • John Cleese als Professor Barnhardt
  • Kathy Bates als Regina Jackson

Kommentare (6)

  1. Bin schon mächtig gespannt auf den Film, kenne das Original leider nicht bisher.

  2. Vermutlich zum Wochenende. Wenn es nicht vergesse ;-) werde ich meinen Eindruck hier commenten.

  3. Interessant, auch Wired sieht es so, dass der Film nicht allzu viel zu bieten hat, weil an die Wirkung des 1951 Originals wegen des geschichtlichen Kontexts nicht herankommt. Ebenso sieht man Keanu Reeves Spiel wie auch ich als Variation seiner Rolle als Neo in Matrix.

    Scheint so, als würden andernorts ähnliche Parallelen gesehen und Schlüsse gezogen werden.

  4. Ich finde der Film hat SO gut angefangen. Könnte echt was gutes werden und dann doch so ein doofes Ende. Schade!

  5. Habe ihn jetzt auch gesehen, naja. Man erfährt leider so gut wie garnichts über die Aliens und den Roboter. Der Film hat aber echt gut angefangen.

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