Gelesen: Steve Jobs und die Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmens

Steve Jobs, Mitgründer und Chef von Apple, ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der IT. Wenn man ihn, leger in Jeans, Sneakern und schwarzem Rolli gekleidet, seine Reden halten sieht, mag man gar nicht daran denken, wie steinig und hart sein Weg und der Weg von Apple dorthin war, wo man jetzt steht. Um dies zu schaffen, musste er selbst noch härter sein und Härte bringt nicht unbedingt nur die freundlichen Charakterzüge eines Menschen zum Vorschein.

In all den Jahren, die ich mich bereits für IT interessiere, habe ich natürlich diverse Aufs und Apps von Apple und Steve mitbekommen, inkl. seines Rauswurfs, der Gründung von NeXT, seine Pixar-Episode und seiner Rückkehr zu Apple. Hierum geht es natürlich auch in dem Buch, das mit einem Einstieg in Steves Kindheit und seinen familiären Background (er ist ein Adoptivkind) eingeht. Die Autoren machen einen guten Job diese ersten Jahre abzuhandeln und man bekommt einen guten Eindruck davon, wie der Junge Steve als Teenager so drauf war, ehe und auch während sich die Ereignisse überschlugen.

Buch Covr: Steve Jobs und die Geschichte eines außergewöhnlichen UnternehmensSchenkt man den Autoren Glauben, ist Steve zwar praktizierender Zen-Buddhist, hat aber wohl bei vielen Gesprächen mit seinem Lehrer (der auch die Trauungszeremonie vorgenommen hat) verpennt. Von Ruhe und Ausgeglichenheit strotzte er die meiste Zeit seines Lebens nicht und viele seiner Entscheidungen und Ausbrüche sind nur zu spontan, wirken willfährig, unüberlegt und auch unerklärlich.

Schade ist, dass das Buch sich sehr, m.E. zu sehr um das Ganze Drumherum von Pixar und Disney kümmert, aber nur wenig von NeXT und vor allem von dessen Bedeutung für Apples späteren Wiederaufstieg erzählt. Die Entwicklung von Mac OS X, oder auch der Schwenk auf Intel Prozessoren wird in keinem Satz beschrieben.

Und dann immer wieder diese haarsträubenden Fehler! Die Übersetzerin hat offensichtlich keien Ahnung von dem, was sie da schreibt. Da wird etwa „silicon“ mit „Silikon“ anstatt Silizium übersetz. Einen Lektro scheint es nicht gegeben zu haben, denn beinahe auf jeder Seite finden sich fehlende Satzzeichen, Wörter, Buchstaben und andere Fehler. Beinahe ist es unterhaltsamer sich die Leserrezensionen auf Amazon durchzulesen, als das Buch selbst.

Gerade die Rezensionen und Anmerkungen bzgl. Bücher anderer Autoren lassen mich das Gelesene mit Vorsicht betrachten. Ich bin überzeugt, dass Steve ein schwieriger Geselle war und vllt. auch noch ist, der über die Jahr eine gewisse Wandlung erfahren hat. Er ist sicher nicht der heilige Mann, den Hardcore Apple Fans gerne in ihm sähen, aber nichtsdestotrotz sicher der charismatischste aller IT Superstars und ein gutes Beispiel für ein zunächst verkanntes Genie, dass mit viel Einsatz und Willenskraft seinen Weg gemacht hat – auf dem links und rechts sehrwohl auch viele auf Strecke blieben.

So recht empfehlen möchte ich das Buch daher aufgrund inhaltlicher Ungereimtheiten und handwerklicher Fehler nicht. Da kann und muss man einfach mehr erwarten können.

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