Khronos stellt OpenCL vor

Die Khronos Gruppe, innerhalb der Industriestandards wie auch OpenGL entwickelt werden, hat im Rahmen der SIGGRAPH Asia 2008 auch OpenCL (Open Computing Language) der Öffentlichkeit vorgestellt. OpenCL ermöglicht es Entwicklern einzelne Teile oder komplette Software in der   Programmiersprache C zu programmieren, ohne auf verfügbare Ausführungseinheiten speziell Rücksicht nehmen zu müssen.

Was ist OpenCL?

OpenCL, der offene Standard für heterogene parallele Programmierung, sieht vor, dass der Code auf jeder zur Verfügung stehenden unterstützten Hardware läuft, ganz egal ob es sich um einen normalen Hauptprozessor (CPU) handelt, egal wieviele Kerne dieser besitzt, oder ob es sich z.B. um einen Grafikprozessor (GPU) oder digitalen Signalprozessor (DSP) handelt. Entwickler werden damit abstrahiert von der Hardware und müssen nicht mehr auf herstellerspezifische Lösungen wie NVidias CUDA oder ATIs Stream zurückgreifen. Stattdessen entwickelt man in einem Dialekt von ISO C99.

Einsatzgebiete sollen sich vom Handheld, über den Büro-PC bis hin zum Gamer-PC oder Workstation / Supercomputer erstrecken, wobei OpenCL die möglichst optimale Verteilung des Codes auf die verfügbaren Ausführungseinheiten übernimmt. Geeignet ist die Technologie sowohl für eine effizientere und damit akkuschonendere Nutzung von Rechenkraft in Smartphones, als auch gerade für Computerspiele und wissenschaftliche Anwendungen und Simulationen.

Die Geschichte von OpenCL

Der ursprünglich von Apple entwickelte Standard wurde vor Monaten an die Khronos Gruppe übergeben und ist als offener Industriestandard angelegt. In der Arbeitsgruppe arbeiten neben Apple u.a. auch Intel, IBM, NVidia, AMD / ATI, ARM, Electronic Arts, Activision Blizzard, Motorola und Texas Instruments. Erstmalig realisiert und eingesetzt werden soll OpenCL im Rahmen der 2009 erscheinenden neuen Version des Apple Betriebssystems Mac OS X 10.6 „Snow Leopard“.

Während die Entwicklung und Verabschiedung neuer Standards in der Regel mehrere Jahre in Anspruch nimmt, konnte man OpenCL gemeinsam in nur 6 Monaten spezifizieren. Nun hat die industrie 30 Tage lang Zeit zu prüfen, ob auch keine Rechte Dritter durch die verwendeten Technologien und Konzepte verletzt werden.

Ein erster Blick

Khronos zeigt auf der OpenCL Website auch die Präsentationsfolien der Veröffentlichung. Diese sind zusätzlich auch als PDF-Version verfügbar.

Kommentar (1)

  1. HPCwire hat einen netten Artikel online, in dem erstmals auch technischer Background zu Funktion und Möglichkeiten von OpenCL und der Programmiersprache OpenCL C erläutert werden.

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