Im Kino: Mirrors – Horror mit Kiefer Sutherland

Ben Carson (Kiefer Sutherland) versucht sein Leben Stück für Stück wieder in den Griff zu bekommen. Noch immer hat er damit zu kämpfen vor einem Jahr im Polizeidienst einen Kollegen erschossen zu haben. Mit starken Medikamenten kämpft er gegen sein Alkoholproblem an, das ihn die Ehe gekostet hat. Noch immer wohnt er bei seiner Schwester, schläft auf der Couch.

Um wieder auf die Beine zu kommen nimmt er einen Job als Nachtwächter an. Er soll nachts die Überreste eines vor Jahren ausgebrannten Kaufhauses kontrollieren. Gleich zu Beginn merkt er, dass etwas nicht stimmt. Beim Blick in die Spiegel des Kaufhauses sieht und hört er Dinge, die gar nicht sein können. Spielt ihm sein Verstand nur einen Streich?

Mirrors ist entgegen anderslautender Gerüchte im Netz kein Remake einer asiatischen Vorlage. Der mit 111 Minuten für einen Horror-Thriller recht lange Film spart nicht mit gut gesetzten Schock-Momenten. Auch Freunde von Gewaltdarstellungen und Blut kommen auf ihre Kosten. Mit Mirrors liefert der Franzose Alexandre Aja (High Tension, The Hills Have Eyes) vielleicht sein bislang bestes Werk ab . Einige Male zuckte ich im Kinosessel zusammen, gefror mir das Blut in den Adern. Ich habe aber auch ein gewisses Talent in gut gemachte Filme einzutauchen und mich entsprechend mitreißen zu lassen.

Mirrors : Horror mit Kiefer Sutherland

Ein klein wenig erinnert der Film auch dann und wann an The Ring, ohne dieses Meisterwerk zu erreichen. Dennoch hat Mirrors seine Stärken, verfügt auch über ein halboffenes und überraschendes Ende, das nochmal richtig loslegt, nachdem man denkt es sei schon alles vorbei. Was ihm gut getan hätte, wäre weniger Licht gewesen. Ein Großteil der Szenen finden bei Tageslicht statt, wo man mit weniger Licht noch mehr Spannung hätte erzeugen können. Allerdings funktionieren Spiegel ohne Licht nicht wirklich. Aber das ist durchaus symptomatisch für einen Film, der sich nicht ganz entscheiden kann, ob er über die Stimmung, den Schock oder das Blut punkten will. Er hängt irgendwo dazwischen und diese Unfähigkeit sich zu entscheiden, merkt man ihm durchaus auch an.

A propos Erinnerung: Gerade in einigen Szenen zu Anfang ist es erstaunlich, wie Kiefer seinem Vater Donald mit den Jahren immer ähnlicher wird, nicht nur rein äußerlich, sondern auch in der Mimik.

Während also das Drehbuch so seine Schwächen aufweist, kann man vor Sutherland und der Regieleistung nur den Hut ziehen. Noch eine Schwäche hat die englischsprachige Website zum Film: Im Browser-Titel liest man „Keifer“ statt „Kiefer“ Sutherland…

Hard Facts

  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Spielzeit: 111 Minuten
  • FSK 18
  • Regie: Alexandre Aja
  • Drehbuch: Alexandre Aja, Grégory Levasseur

Darsteller

  • Kiefer Sutherland als Ben Carson
  • Paula Patton als Amy Carson
  • Amy Smart als Angela Carson