Auf DVD: No Country For Old Men

Als Llewelyn Moss (Josh Brolin) bei der Jagd in der Wüste die Opfer einer missglückten Drogenübergabe findet, findet er auch das Geld und behält es für sich. Millionen Dollar schreibt man aber nicht einfach ab und so engagieren die Drogenbosse Profikiller Anton Chigurh (Javier Bardem), um das Geld wiederzufinden und den Dieb zu töten. Zeitgleich versucht der kurz vor der Pension stehende Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) aus den widersprüchlichen Hinweisen schlau zu werden und verfolgt, was ihm an Spuren geblieben ist.

Im Laufe des Film verbinden sich die drei anfangs getrennten Handlungsstränge des Films zusehends. Dafür nimmt man sich die notwendige Zeit, ohne dass der Film dabei Längen entwickeln würde. Es ist mehr so, dass der Film die verlorene Kunst der Langsamkeit demonstriert, mit der Geschichten viel wirkungsvoller erzählt und Figuren gezeichnet werden können.

Javier Bardem erhielt 2008 den Oscar für den besten Nebendarsteller als Anton Chigurh in No Country For Old Men

No Country For Old Men endet wie er beginnt – mit viel Gewalt und Blut, die er schonungslos aber nie zum Selbstzweck über die ganzen 2 Stunden verteilt. Dabei wird darauf verzichtet Klischees irgendeiner Form erfüllen zu wollen. Weder sind Sympathieträger hier sicher, noch gibt es ein Happy End. Da der Film in Texas und Mexiko spielt, gerade Chigurh ein äußerst undurchdringlicher Cahrakter ist und es auch recht viel schwarzen Humor gibt, kann man sich ab und an des Eindrucks nicht erwehren, dass Quentin Tarrantino Pate gestanden hätte.

Leider konnte ich den Film Anfang 2008, kurznach den Oscar-Verleihungen, nicht im Kino sehen, denn er lief weder hier in Iserlohn, noch in Hagen. Die DVD entschädigte mich vergangenes Wochenende dafür, dass ich mit den zeitgleich eingekauften Alien vs. Predator 2 und Wrong Turn 2 ziemlich in Klo gegriffen habe. Ich kann ihn wirklich nur wärmstens empfehlen.

Darsteller

  • Tommy Lee Jones als Sheriff Ed Tom Bell
  • Javier Bardem als Anton Chigurh
  • Josh Brolin als Llewelyn Moss
  • Woody Harrelson als Carson Wells

Hard Facts

  • Erscheinungsjahr: 2007
  • Länge: 122 Minuten
  • FSK 16
  • Regie, Drehbuch, Produktion: Ethan und Joel Coen
  • Vorgeschlagen in 8 Kategorien für einen Academy Award in 2008
  • Oscar für den besten Film
  • Oscar für die beste Regie
  • Oscar für Javier Bardem als besten Nebendarsteller
  • Oscar für bestes adaptiertes Drehbuch

Kommentare (9)

  1. Co Nountry? Ja ist den schon Samstag Nacht? Zum Schporrt …

    HP

  2. Ganz selten, dass ich mir einen Kinofilm ansehe aber das hier war ein echtes Meisterwerk. Der beste Film den ich seit Jahren gesehen habe. Es beginnt schon absolut spannend als der Typ als angeblicher Polizist sein Gerät rausholt und den anderen umnietet.

  3. Ja, die ersten Szenen sind echt schon genial. Ich überlegte direkt, wer auf die kranke Idee kommen kann eine Figur mit einem Bolzenschussgerät töten zu lassen. Aber so ein Gerät scheint ja vielfältig einsetzbar zu sein, wie man in dem Film sieht :D

  4. Ich fand den Film eigentlich ziemlichen Käse. Die Story war ziemlicher Schrott. Tommy Lee Jones war nur dabei, dass er eben dabei war. Der Film hätte auch ohne ihn funktioniert. Das Ende ist dann seltendämlich.

    Für mich DIE Enttäuschung des Jahres. Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter, warum solche Filme Oscars bekommen.

  5. So unterschiedlich sind Geschmäcker.

    Ich finde es jedenfalls ganz angenehm, wenn nicht schon im Vornherein weiß wer die meisten Anteile im Film bekommt, nur weil er bekannter ist. Wenn ich mir anschaue wer alles in Tim Burtons Verfilmung von Alice im Wunderland (Oh wie ich mich darauf FREUE!) mitspielt / mitspielen will, muss der Film wohl 10 Stunden gehen, damit er auch jedem Star „gerecht“ wird.

  6. Es geht ja nicht darum, welchen Anteil Tommy verpasst bekommt. Sein Part war einfach nur unnötig. Wäre er nie im Film aufgetaucht – man hätte ihn nicht vermisst. Er war halt nur da, dass ein großer Name mehr auf dem Cover steht.

    Aber hey. Filme sind Geschmackssache. Ich mag dafür andere Filme, die du evtl. nicht magst. Wollte nur meinen Senf dazu geben :)

  7. Ich verstehe das Problem nicht, aber muss ja auch nicht sein. Hatte mir gestern Nacht auf der ARD noch „Das geheime Leben der Worte angeschaut“. Die Kurzbeschreibung riss mich nicht vom Hocker, aber als ich sah, dass Tim Robbins mitspielt und der Film von 2005 ist, dachte ich mir, es könnte es wert sein.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Nun kann man sich fragen, ob man gerade Tim Robbins braucht um 90% des Films als blindes Brandopfer in einem Bett zu liegen. Aber auf der anderen Seite: Warum sollte er die Rolle nicht spielen?

    Hätte dir No Country For Old Men gefallen, wäre es dir vermutlich einerlei gewesen, ob Tommy Lee Jones mitspielt. Letzten Endes soll doch die Rolle und die Story im Vordergrund stehen. Wenn es einzig um das Ego und Standing irgendwelcher Darsteller ginge, sollten sie ab einem gewissen Level nur noch in ihren eigenen Biographien spielen, oder aber in Filmen á la „Being John Malkovich“.

    Da fällt mir ein:

    „Sender: RTL

    Show: Der Schwächste fliegt

    Frage: Wen spielt John Malkovich in dem Film ‚Being John Malkovich‘?

    Antwort: Kandidatin Claudia: Tom Hanks.“

  8. Kann mich dieser Meinung nicht anschließen und greife auch nicht gerne zu solch drastischen Worten in meinen Einschätzungen – aber dieser Film war einer wenn nicht der ! beschissenste Film den ich je gesehen habe.
    War noch niemals so verärgert , das ich ihn überhaupt zuende gesehen habe .

    Ich kann ihn auf jeden Fall nicht !!!!!!!!!!!!! empfehlen.
    Aber das sollte im Auge des jeweiligen Betrachters liegen.

    monnemonster

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