Trainer nach erstem Sieg gefeuert

Man kennt das: Die Saison beginnt und Team und Management haben Ziele ausgegeben und vermarktet. Nach üblem Start klaffen sportlich Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Das ist der Zeitpunkt an dem oft der Trainer dran glauben muss. Doch was, wenn das Team gewinnt? Dann muss er auch weg. Warum? Darum!!

Statistisch gesehen ist die Trainerentlassung meist wirkungslos. Erreichen will man damit eigentlich, dass sich das sportliche Blatt wendet. Die Entlassung soll als Signal auf die Mannschaft wirken. Doch welches Signal setzt gerade das Management der Chicago Blackhawks in der NHL? Nach einem Saisonstart mit zwei Niederlagen und einer Niederlage nach Penaltyschießen gewannen die Hawks gegen die Phoenix Coyotes Spiel 4 (von 82) mit 4:1 – und feuerten im Anschluss Cheftrainer Denis Savard.

Der 45jährige Savard spielte selbst 17 Jahre in der NHL, wurde ursprünglich von Chicago gedraftet und spielte dort auch zuletzt. Insgesamt erzielte er rund 1400 Punkte in der besten Liga der Welt und arbeitete sich nach der aktiven Karriere in Chicago vom Nachwuchstrainer hoch bis zum Cheftrainerposten. Das Management gab vollmundig das Finale als Ziel für ein Team aus, das seit Jahren nicht mehr in den Playoffs stand. Diesen Coach nach 4 Spielen mit 3 Punkten (in der NHL gibt es nur 2 Punkte für einen Sieg) zu feuern ist mehr als lächerlich.

An der Bande ersetzt ihn nun der zuletzt als Scout der Hawks tätige Joel Quenneville, der bereits in Teilen von 11 Spielzeiten mit über 800 Spielen zwei NHL Teams erfolgreich coachte. In seinem ersten Spiel wird „Coach Q“ ausgerechnet auf den Lokalrivalen und mein Lieblingsteam St. Louis Blues treffen, an dessen Bande er 8 Jahre lang stand und die er bis ins Conference Finale und zu einer +100 Punkte Saison mit 51 Siegen führte.

Quenneville wurde erst im September als Scout eingestellt. Irgendwie riecht es so, als sei das alles bereits von langer Hand geplant gewesen.