Serverloft bringt frischen Wind in die Root-Server Landschaft

Im Geschäft geht es immer um Vertrauen. Wie auch in privaten Beziehungen setze ich auch in Geschäftsbeziehungen Vertrauen voraus, schieße es vor und hoffe darauf, dass es gerechtfertigt wird. Nach Erfahrungen mit diversen Anbietern von Root-Server Produkten landete ich schlussendlich bei Hetzner. In Sachen dedizierter Root-Server wird hier zu günstigem Preis sehr gute Leistung bei schnellem und kompetentem Service erbracht.

Frischen Wind bringt nun ein neuer Anbieter ins Geschäft. Zum 1.10.2008 ist serverloft aktiv in das Geschäft eingestiegen. Ganz unbeleckt ist man dort nicht, handelt es sich doch um eine Marke der Intergenia AG. Zu dieser gehören auch die Marken PlusServer im höherpreisigen und professionellen Marktsegment und SERVER4YOU (S4U) im niedrigpreisigen Entry-Level Markt. Serverloft soll nun unter Nutzung vorhandener Infrastruktur den Markt dazwischen bedienen.

Die Produkte sind denkbar übersichtlich. Es gibt aktuell drei Serverkonfigurationen: L, XL und XXL. Dabei handelt es sich um Primergy Econel 230R S1 Server von Siemens Fujitsu mit 1 und 2 Quad Core CPUs; 4, 8 und 16 GB ECC RAM; SATA Hardware RAID 1 (2 Festplatten) und SAS Hardware RAID 5 (3 Festplatten); 5000, 10000 und 15000 GB freien Traffic; Remote Management mittels iRMC und FSC ServerView; bis zu 4 kostenlose IP-Adressen; u.v.a.m.

Angebunden ist das Rechenzentrum in Frankfurt über insgesamt 110 GBit über die Deutsche Telekom, Level3, GlobalCrossings, LambdaNet, DE-CIS und ECIX. Nach dem Start hat man das Angebot zusätzlich um 100 GB FTP Backup Space erweitert, zusätzliche IP Adressen sollen für etwa €1 das Stück optional geordert werden können.

Die Preise liegen brutto bei einmalig €199 für die Einrichtung (entfällt beim Einführungsangebot bis 31.10.2008) und monatliche bei €79, €129, €179. Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist betragen 1 Monat.

Im direkten Vergleich der Angebote muss sich vor allem Hetzner nun warm anziehen, wo derzeit nur Server mit 2 Kernen angeboten werden, ab 1000 GB Traffic die Anbindung gedrosselt wird, nur 50 GB Backup Speicher verfügbar sind, das Server Management extra kostet, bei 8 GB RAM Schluss ist, Hardware RAID in der Grundausstattung nur das Top-Modell bietet und RAID 5 gar nicht verfügbar ist.

Laut aktueller Aussage von Martin Hetzner im eigenen Forum sind derzeit keine Umstellungen der Root-Server Produktlinie geplant. Gleichzeitig setzt Martin Strohe, Geschäftsführer serverloft, an der Basis an und setzt auf offene und direkte Kommunikation, ein offenes Ohr dem (potenziellen) Kunden gegenüber und viel Service und Kulanz in der etwas hakeligen Anfangsphase – die ich einem jeden Starter ohne Wenn und Aber zugestehe.Live und in Farbe erlebt man Martin im serverloft-Thread des Server Support Forums.

Der Service scheint also auch zu stimmen beim Neuen. Zumindest zeigt an sich in der Anfangsphase sehr offen und bemüht. Als ich noch Ende letzten Monats, also vor wenigen Tagen, vorbeisurfte, gab es nichtmal eine kostenpflichtige Backup-Option. Auf Kundenwunsch hat man sich dann kurzfristig entschlossen Backup Space anzubieten und nahm gar ohne Aufpreis 100 GB mit in alle Grundangebote auf.

Ich überlege derzeit den Einführungsmonat zu nutzen und einen Server bei serverloft anzumieten. Zum Glück habe ich noch etwas Zeit um potenzielle Kunden aufzutun und mir das in Ruhe zu überlegen. Zwar hatte ich zuletzt ein paar entsprechende Anfragen, doch die möchten alle für ihre Projekte einen komplett eigenen Rootie. Mir jedoch steht der Sinn eher danach High Performance Shared Webhosting für Power-User anzubieten (keine Reseller) …