Chinesen bauen den ‚Unwahrscheinlichkeitsantrieb‘

In Zusammenarbeit mit der Nordwestlichen Polytechnischen Universität (NPU) im chinesischen Xi’an entwickelt der Brite Roger Shawyer mit seiner Firma SPR Ltd. (Space Propulsion Research) den sog. Emdrive (electromagnetic drive  – elektromagnetischer Antrieb). Anders als die bisher üblichen konventionellen chemischen oder Ionen-Antriebe soll dieser Antrieb den Rückstoß nicht durch Beschleunigung, Ausstoß und dadurch auch den Verbrauch von Masse erzeugen, sondern durch einen elektromagnetischen Effekt. Ein solcher Antrieb könnte theoretisch verschleißfrei so lange funktionieren, wie Energie zur Verfügung steht, ohne das ein Treibstoff notwendig wäre.

Die zugrundeliegende Theorie Shawyers ist in Fachkreisen nicht unumstritten, wird teils auch direkt als hahnebüchener Unsinn abgetan. Shawyer selbst betont, dass sein Modell ohne Verletzung gültiger physikalischer Gesetze asukomme, es sich also nicht um ein unmögliches Perpetuum Mobile handelt. Ein Entwicklungsgerät soll es unter wissenschaftlichen Testbedingungen auf einen Schub von 0.257 Nm bei einer Leistung von 1.2 kW gebracht haben, was ziemlich genau der irdischen Gewichtskraft von 4 Stücken Ritter Sport Schokolade entspricht. Mittels Resonanzverstärkung soll sich der Wirkungsgrad des mit Mikrowellen in einer sich verjüngenden Röhre arbeitenden Systems noch deutlich steigern lassen.

Demonstrationsgerät des SPR Emdrive

Seit Juni 2007 beteiligt sich die Universität unter Leitung von Professor Yang Juan an den Forschungen. Ein unabhängig von SPR entwickeltes mathematisches Modell des Antriebs konnte in Simulationenden Schub entwickeln, der auch den SPR Berechnungen und dem des Entwicklungsgeräts entspricht und scheinen demnach Schawyers Theorie zu stützen. Eine entsprechende wissenschaftliches Papier Yangs liegt derzeit einem Journal vor. Aktuell bereitet man praktische Experimente auf Basis der Ergebnisse vor, die bis Jahresende abgeschlossen sein sollen.

Der Schub scheint gering, muss den Vergleich mit im Einsatz befindlichen Lösungen aber nicht scheuen. Ein aktuell von der Nasa eingesetztes NSTAR Ionen-Triebwerk liefert 92 mN Schub und verbraucht dabei 10 Gramm pro Stunde. Ein im C-Band operierendes Emdrive liefert 85 mN Schub, ohne Masseverlust, bei lediglich einem Viertel des Gewichts von 7 kg anstatt 30 kg.

Referenzen: