Wer Spore spielt, sollte Urlaub nehmen! Über den Zeitvernichter..

Seit dem offiziellen Startschuss für den Verkauf des EA / Maxis Spiels Spore sind erst wenige Tage vergangen; der Verkauf außerhalb Deutschlands begann gar erst gestern; schon ist klar, dass das Game im wahrsten Sinne des Wortes ein Burner ist. In dem Spiel vergisst man völlig die Zeit und schaut erst wieder auf die Uhr, wenn man aufgrund verdrängter Müdigkeit erste Ausfallerscheinungen zu beklagen hat.

Von ersten Ausfallerscheinungen

So erging es mir beispielsweise, dass das Spiel dauernd Dinge tat, die ich nicht wollte. So als wäre die Maus kaputt – was sie nicht ist. Ich bewegte mein Raumschiff falsch, versuchte Luftklöcher abzuschießen anstatt feindlicher UFOs, reiste versehentlich in Feindgebiet und geriet so unter Beschuss und kündigte Bündnisse, wo ich eigentlich einen Handelsweg anfragen wollte. Nach einiger Zeit stellte ich dann fest, dass ich die Maus völlig bekloppt festhielt und der Daumen ständig seitlich auf einer Zusatztaste lag und diese betätigte. Das war dann gewissermaßen mein persönlicher Startschuss für eine Reise ins Bett.

Wo sind die Bugs?

Bis dahin hatte ich noch geglaubt, es handle sich womöglich um eine Fehlfunktion nach einigen Stunden dauerspielens. Doch bislang konnte ich den vier Tagen keinen signifikanten Bug im Spiel entdecken. Manchmal liegen Zielpunkte, wie z.B. kranke Tiere, die es abzuschießen gilt, oder Geldhaufen, von zerstörten Feinden oder Piraten zurückgelassen, etwas unglücklich auf Bergen oder in Wäldern, so dass man sie nur erahnen, aber nicht sehen kann. Dann wir des etwas pfriemelig das Geld einzusammlen, bzw. die Ziele zu treffen.

Einmal wollte ich eben im Web schauen, was abends im TV laufen würde und konnte danach nicht zurück ins Spiel. Es passierte einfach nichts. Ich musste das Spiel von außen abschießen und verlor zig Stunden Spielzeit, weil ich zwischendurch nicht abgespeichert hatte. Eine Autosave-Funktion hat man schlichtweg nicht eingebaut. Aber echte Bugs konnte ich bislang nicht entdecken (auf dem Mac).

Wie man es nicht machen sollte

Wie beim Sex sollte man sich auch bei Spore Zeit nehmen und auf die Partnerin eingehen (Der Grammatik wegen nehme ich nun mal an, Spore sei weiblich). D.h. vor allem, dass man mal ins Handbuch schauen sollte und auch mal in die Sporopädie, die aus dem Spiel aufgerufen werden kann. Im Verlaufe der Evolution meines ersten Wesens hätte ich mir viele Fragezeichen und Fehler damit ersparen können. An sich aber kann man es auch auf die Hardcore-Methode machen (wie ich zunächst) und einfach drauf los spielen.

Da man nach jedem Tod neu geboren wird und nichts an seinen gesammelten Erfahrungspunkten, Auszeichnungen, Spore Dollars (Spodos), Ausrüstung und Fracht verliert, kann man nicht viel mehr verlieren als den Nerv. Wer mitten in einem Kampfgetümmel wiedergeboren wird, ohne Schiffe der Bündnis-Partner (die sind schon tot), den nervt es ziemlich in Sekundenschnelle erneut zu sterben und kann nurmehr versuchen schnell nach oben zu flüchten und dann taktisch gezielt vorzugehen. Also nicht blindlings wieder in die Schlacht, sondern einzelne Gegner weglocken und fertig machen oder gar erstmal neue Begleitschiffe von deren Heimatwelten holen.

Was man verbessern könnte und sollte

A propos Begleitschiffe und Heimatwelten. Der Fokus der Presse liegt, wohl auch wegen des Spore Labors, auf dem 3D Editor, in dem man seine Wesen, Fahrzeuge und Gebäude selbst aus Einzelteilen zusammen baut, anmalt, ändert, etc. Die Nicht-Künstler unter uns wollen aber vor allem anfangs hauptsächlich spielen und weniger basteln. Daher verbringt man zuletzt in der Weltraum-Phase viel Zeit in der Karte.

Die Weltraum-Karte sieht anfangs recht übersichtlich aus. Je mehr Systeme man aber besucht, desto unübersichtlicher wird es. Die Darstellungsoptionen, die zuletzt zurückgelegte Wege, besuchte Planeten, Handelsrouten, Missionesziele und Reiche ein- und ausblenden sorgen gleichermaßen für Ordnung im Chaos, wie sie neues Chaos hervorrufen. Teils sind z.B. Missionsziele recht weit entfernt. Dann muss man rauszoomen, um sie bis zum Ende der Markierung zu verfolgen. Dann aber kann man die Markierung als solche kaum erkennen. Da man nicht immer eine Mission strikt abarbeiten kann, weil dauernd eine Kolonie, ein Verbündeter, oder die Heimatwelt angegriffen wird oder sonstwas geschieht, wird es schnell unübersichtlich.

Ein weiterer Faktor ist, dass die Karte physikalisch /astronomisch korrekt dreidimensional ist. Man kann den Standort, von dem aus man die Galaxie sieht, beliebig verändern. Das ist teils nötig und hilfreich, verwirrt aber ebenso gleichermaßen, weil man dann plötzlich nicht mehr weiß, wo der Stern ist, den man gerade noch anfliegen wollte, ehe man unterbrochen wurde.

Das Finden von Sternen und Planeten ist auch so eine Sache. In den Missionen wird man gerne von Pontius nach Pilatus geschickt, teils in Systeme, die man noch gar nicht kennt. Wie findet man diese? Keine Ahnung! Man kann mit der Maus über die Sterne drüber und schauen, wie sie heißen, aber es sind so verdammt viele und viele Missionen haben ein Zeitlimit. Man kann bekannte Planeten in der Sporopädie suchen, aber leider kann man die Suchergebnisse nicht auf der Karte hervorheben. Ich finde teils nichtmal mehr meine eigenen Kolonien wieder – das liegt teils auch daran, dass ich sie gerne mal an meine Feinde verliere…

Vielleicht habe ich auch was verpeilt und muss mich selbst mal in Ruhe mit dem Handbuch und der Sporopädie auseinandersetzen.

Wo sind denn die anderen Spieler?

Ach ja, das Einloggen auf den Spore-Servern geht noch immer nicht, weder aus dem Spiel heraus, nochüber den Browser. Damit kann man auch noch nichts darüber sagen, was passiert, wenn man mal eingeloggt ist… Dort, wo auf der Website das Login-Formular sein sollte, prangt nur der englische Hinweis, dass die Funktion wegen Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung steht. Im Spiel führt der Versuch des Logins zu einem wenig aussagekräftigen „internen Anwendungsfehler“.