Stephen King: Love

Buchcover: Stephen King - LoveVor zwei Jahren starb der erfolgreiche Roman-Autor Scott Landon, doch erst jetzt kann sich seine Witwe Lisey aufraffen, sich um den Nachlass zu kümmern. Für sie ist die Beschäftigung mit Scott und seinem Leben ist unweigerlich auch eine Reise zurück in die gemeinsame Vergangenheit. Stück für Stück wird die Erinnerung wieder wach und streckt ihren starken Arm bis hinein in Liseys Gegenwart, denn was sie findet ist so wundervoll wie ihre jahrzentelange Liebe und zugleich erschreckend und grausam.

Das Buch beginnt recht unspektakulär, während Lisey sich an ihr Leben mit Scott erinnert. Doch eine Erinnerung führt sie zur nächsten und langsam wird klar, dass ihr Mann ihr vor seinem Ableben Spuren hinterlassen hat. Diesen Spuren folgend erinnert sie sich unweigerlich auch an Dinge, die sie lange Zeit verdrängt und vergessen hat. Dabei wird klar, dass Scott kein gewöhnlicher Mann und Autor war und dass sich hinter unserer Welt noch eine weitere schön-schaurige verbirgt. Manche von uns treibt sie in den Wahnsinn, anderen aber dient sie als Inspiration.

„Love“ ist wieder eines dieser Bücher von Stephen King, das einen förmlich in sich hineinsaugt. Was als recht normaler Roman beginnt, wird zu einer phantastischen Geschichte einer großen Liebe. Da King über einen erfolgreichen Autor schreibt, liegt es nahe, dass er ein wenig auch über sich selbst schreibt und eigene Erfahrungen mit einbringt. Wie auch Scott Landon ist auch Stephen King seit drei Jahrzehnten verheiratet. Auch bedient er sich einiger Metaphern anderer Schriftsteller. Alles zusammen verwebt er zu einem großen Abenteuer in einer Welt in und hinter der unsrigen. Es ist dieses besondere Talent Kings große und kleine Welten zu erschaffen, das viele seiner Bücher zu einem so großen Lesevergnügen werden lassen, weil man in sie so richtig schön abtauchen kann und sich plötzlich auf jener Lichtung wiederfindet und an dem See, zu dem wir alle hinuntergehen um zu trinken.