Im Kino: The Happening

Das neueste Werk von Erfolgsregisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan (u.a. The Sixth Sense, Unbreakable, Signs, The Village) ist zur Abwechslung mal ein kritisches geworden. Typisch für ihn handelt es sich nicht um ein Special Effects Spektakel wie Armageddon oder The Day After Tomorrow, hat mit ihnen aber gemein, dass der Mensch sich in diesen Filmen den Urgewalten der Natur hilflos ausgesetzt sieht. In The Happening kommt diese Urgewalt in Form eines hypotethischen Abwehrmachinismus der Pflanzenwelt daher, die eines Tages beschließt den Menschen, als vermeintliche Geißel der Natur, abzuschaffen.

The Happening

Die Ereignisse beginnen plötzlich und unerwartet, für den Zuschauer wie für die Protagonisten des Films. Als solche fiel die Wahl auf das noch relativ frisch verheiratete Paar Alma und Elliott Moor. Als plötzlich alle Menschen in der Stadt, beginnend in den Parks, sich in den Selbstmord stürzen, verlassen sie zusammen mit allen anderen Überlebenden fluchtartig die Stadt. Anders als in seinen anderen bekannten Filmen, besitzt The Happening keine plötzliche Wendung. Die Story führt einen nicht auf eine Fährte, die aufgrund eines kleinen Informationsfetzens am Schluss eine völlig neue Bedeutung erlangt. Stattdessen zieht es Shyamalan diesmal vor dem Kinobesucher bei jeder Gelegenheit mit der Nase darauf zu stoßen, dass es dei Pflanzen sind, die all die Ereignisse verursachen; dass sie sich gegen die Menschen zur Wehr setzen.Der Film ist zwar unterhaltsam, mitunter aber eher unfreiwillig. Dialoge und Szenenaufbau strapazieren mitunter die Geduld des Zuschauers. In einer Szene steht eine Gruppe Menschen auf einer Anhöhe. Im Hintergrund, wenige hundert Meter entfernt steht deutlich sichtbar ein Anwesen. Nachdem man kurz besprochen hat, wie es weitergehen soll, hat Elliot wohl vom Drehbuch einen unsichtbaren Klaps auf den Hinterkopf bekommen. Plötzlich entfleucht ihm ein, „Da! Ein Haus!“ – welche eine Überraschung!?

Überhaupt ist Mark Wahlberg ja schon so ein Spezi. Dass es bei ihm zu keiner sonderlich bemerkenswerter Schauspielkarriere gereicht hat, dürfte damit zu tun haben, dass man mit einem einzigen Gesichtsausdruck nunmal nicht viel Bandbreite hat.

Mark Wahlberg und sein einziger Gesichtsausdruck

Die weibliche Hauptrolle ist das schon besser besetzt. Zooey Deschanel bringt so eine zunächst eher subtile und sympathsiche Verrücktheit in den Film. Vielleicht überinterpretiere ich da auch, weil ich sie noch immer als Trillian in „Per Anhalter durch die Galaxis“ sehe. In einer Szene, in der ihr Filmehemann versuchte einen Witz zu erzählen wartete ich darauf, dass plätzlich sein zweiter Kopf auftaucht und wie irre anfängt zu lachen, während Arthur im Hintergrund mit einem Handtuch Vogonen jagt.Nun, der Film ist nicht schlecht und unterhaltend, aber kommt ziemlich verkrampft in dem Versuch daher eine Öko-Message zu verbreiten und auch dem letzten Doofi zu erklären, worum es geht. Sehenswert – für mich als Mann – sind einige sehr schöne Nahaufnahmen von Zooey, in denen ich mich jedesmal kurz davor sah aus meinem Kinosessel heraus per Kopfsprung in ihre Augen einzutauchen. Einfach Hammer!

Zooey Deschanel: Vielleicht die schönsten Augen Hollywoods

Alles in allem wurden meine Erwartungen eher enttäuscht. An seine großen Erfolge kommt Shyamalan mit The Happening nicht heran.