Reste-Essen: Tagliatelle con Tonno Diavolo alla Al

Ich koche gerne, aber ich habe nicht viel Zeit und spülen kann ich mal gar nicht leiden. Aus dieser Not heraus und weil ich Single bin, koche ich meist für mehrere Portionen. In letzter Zeit ist bei mir Auflauf-Zeit. Aus diversen nachgekochten und dabei modifizierten Rezepten und einem aufmerksamen Blick im Supermakrt entstand heute eine Eigenkreation, die so genial geil ist, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte. Ich benenne die Kreation nach mir: Tagliatelle con Tonno Diavolo alla Al (das ist Speisekarten-Italienisch, also bitte keine Grammatik-Vorträge bei Fehlern)

Zutaten

  • 300 g Thunfisch (frisch, tiefgekühlt oder aus der Dose)
  • 250 ml Bechamel Sauce (fix & fertig, zumeist im Nudelregal zu finden)
  • 450 g Tagliatelle (frisch aus der Kühltheke)
  • 250 g Mexiko Mix (1 mittlere Dose)
  • 5 Thai-Chilis
  • 100 ml Milch
  • 125 g Mozzarella
  • 1 Zucchini
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Soja-Sauce
  • 70g Tomatenmark (Pi mal Daumen)
  • TK Kräuter (italienisch)
  • Petersilie (frisch oder tiefgekühlt)
  • 1 Zehe Knoblauch (oder Pulver, oder tiefgekühlt)
  • Salz
  • Pfeffer

Hinweis zu den Zutaten

Ich habe dieses Rezept mit fettreduzierten Zutaten zubereitet (Béchamel Légère, fettreduzierte Milch, Mozzarella Light). Statt des Mexiko Mix kann man auch nur Mais benutzen und der Thunfisch war tiefgefroren (da lässt er sich auch gut schneiden). Wer Thunfisch aus der Dose verwendet, sollte der schlanken Linie zuliebe Thunfisch in eigenem Saft benutzen (und diesen abgießen) und nicht die in Öl eingelegte Variante. Das Gericht ist ein prima Resteessen und man kann auch nach Belieben Strauchtomaten, frische Champigons und dergleichen statt oder zusätzlich zu den Zucchini verwenden. Die Soja Sauce ist kein Muss und statt des puren Tomatenmarks habe ich Tomatenmark mit Würzgemüse aus der Tube benutzt. Auch bei den Nudeln kann man wie wild im Schrank wildern.

Ach ja, die Chilis sind auf eigene Gefahr! Ich wolte eigentlich, zwei oder drei größere rote Chilis nehmen, aber es gab spät abends keine mehr, nur noch so fertig in einer kleinen Box abgepackte Thai-Chilis. Sie bestätigten, was man gemeinhin über Chiis weiß: Die ganz kleinen sind die fiesesten von allen! Ich weiß noch nicht im geringsten, was ich mit dem Rest machen soll, außer 112 anzurufen…

Zubereitung

Den Thunfisch zerpflücken oder in Stücke schneiden (wenn gefroren, der taut dann auch schnell auf). Die Zwiebel grob und die Chilis fein würfeln und zu dem Fisch geben. Einen guten Schuss Soja-Sauce hinzugeben und dann Tomatenmark, Kräuter, Petersilie und Knoblauch (fein gehackt) hinzugeben. Ordentlich salzen (muss für das ganze Gericht langen) und pfeffern (bei mir ist es bunter Pfeffer aus der Mühle). Das Ganze vermengt man und gibt dabei den Mexiko-Mix hinzu, den wir vorher haben abtropfen lassen. Zum Schluss heben wir die Tagliatelle unter, bis alles halbwegs gleichmäßig durchmischt ist.

Die Masse geben wir in eine passend große Auflaufform (sie sollte sich nicht über den Rand erheben) und rütteln ein wenig hin und her, dass sie sich setzt. Die Form habe ich nicht gefettet und es blieb auch nichts hängen oder dergleichen. Die Hälfte der Bechamel Sauce gießen wir gleichmäßig über die Nudelmasse. Dann schneiden wir die Zucchini in gleich dicke Scheiben (etwa 3 mm) und bedecken mit diesen die Masse gleichmäßig. Wir geben den Rest der Bechamel über die Zucchini Scheiben und belegen diese mit dem flach und dünn aufgeschnittenen Mozzarella Käse.

Zum Schluss gießen wir noch einen guten Schuss Milch rings herum an und schieben das gute Stück bei 200 Grad Celsius in den vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze) auf ein Rost. Falls eure Form zu klein ist oder die Milch zuviel war, könnte es im Verlauf beim Blubbern etwas überlaufen (mir blieb es erspart). Legt also entsprechend an den Rändern hochgebogene Alufolie unter, damit es euch den Ofen nicht versaut.

Nach 40 Minuten knurrt euch vom Duft der Magen und der Käse ist schön gold-braun.

Hinweis zum Schluss

Lasst euch von den Fernsehfritzen nicht vom Herd vergraulen. Kochen ist keine Wissenschaft. Beim Kochen ist das Bauchgefühl der beste Ratgeber, denn der Bauch weiß am besten was ihm gut tut.

Guten Appetit!