Im Kino: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Da isser nun, der vierte Teil. 19 Jahre lang haben wir warten müssen und da isser nun. Gerade war ich drin und so richtig weiß ich noch nicht, wie ich einordnen soll. Eines ist schonmal sicher: Es ist ein Indy!

An Prof. Henry „Indiana“ Jones II (Harrison Ford) sind diese 19 Jahre auch nicht spurlos vorbei gegangen, denn 19 Jahre ist auch die Zeit, die im Film seit seinem letzten verfilmten Abenteuer vergangen ist. Für Ford sicher eine dankbare Sache, denn so musste man an Falten und grauen Haaren nichts retuschieren. Dennoch zeigt sich Indy in guter Form, während er wie gewohnt mit einer guten Prise (Selbst-)Ironie slapstickartig als Teilzeit-Stuntman von Schlamassel zu Schlamassel eilt.

Filmplakat: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Diesmal geht es – der Titel verrät es – um Kristallschädel. Erst heute las ich einen Blogeintrag, nach dem sich Hinweise verdichten, dass die bekannten Kristallschädel auf der Welt (ich glaube es sind 6)  Fakes aus der beginnenden New-Age Ära des 20. Jahrhunderts sind. Bearbeitungsspuren durch Methoden und Materialen des 20. Jahrhunders sollen sich nach aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen ebenso finden, wie Hinweise auf einen Ursprung, oder zumindest einen Herstellungsauftrag, aus Italien.

Dem Film ist das natürlich relativ egal und so führt die Spur Indy mit seinem Sohn (Shia LaBeouf) nach Peru. Nie erhob Steven Spielberg für seine Indiana Jones Filme irgendwelche Ansprüche auf die Widergabe geschichtlich Korrekter Erkenntnisse, aber zumindest mit Geographie hätte man sich beschäftigen können. Dass die Geoglyphen auf der Hochebene von Nazca nicht zusammengedrängt auf einer Fläche von der Größe eines Football-Feldes liegen und es sich nicht um ein Gebiet mit Dschungel-Vegetation, sondern um eine staubtrockene Wüste handelt, hätte man wissen können.

Sei es drum, wer auf solche Details wertlegt ist in einem solchen Abenteuer-Film eh falsch aufgehoben. Mir persönlich erschien er als eine Mischung aus Spielbergs älteren Werken Indiana Jones 1 – 3, Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Endor, Ewoks), E.T. – Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der dritten Art. Für meinen Geschmack zeugt die Tatsache, dass die Charaktere gerade im ersten Teil des Films viel sprechen und dem Zuschauer erklären müssen davon, dass die Story etwas zu kompliziert gedacht ist. Das ständige Geschnatter ermüdet ein wenig und kilometerlange Verfolgungsjagden durch den Dschungel mit dem Auto erscheinen auch denen abstrus, die nicht im südamerikanischen Urwald als Förster arbeiten.

Nichts desto trotz bleibt es dabei: Es ist ein Indiana Jones und als solches hasst oder liebt man den Film :)