CD: Portishead – Third

10 Jahre nach ihrem letzten Studio-Album ist Ende Aprill  nun ihr drittes Werk erschienen. Portishead galten Anfang der 90er zusammen mit Massive Attack als die Aushängeschilder des Trip-Hop, auch wenn sie sich nie selbst stilistisch kategorisieren wollten. Mit „Third“ ändern sie ihren Stil und werden elektronischer, während sie zeitgleich aber diverse Einflüsse verarbeiten und umsetzen.

So beginnt das Album mit dem ausgezeichneten „Silence“ und eher südamerikanischen Percussion-Klängen. Erst in der Mitte setzt Beth Gibbons mit ihrer unverwechselbaren Stimme ein, während Streihinstrumente und Gitarren den Song abrunden, der wie abgeschnitten endet – Silence, Stille!

Album-Cover: Portishead - Third

Musik und Texte bilden in ihrer Vielfältigkeit, trotz scheinbarer Gegensätze der Stile, eine Einheit. Die Grundstimmung ist dabei einsam, verlassen, verloren, sehnsüchtig und unerfüllt. In der Verbreitung dieser Stimmungen arbeiten Text und Klang unabhängig voneinander effektiv und ergänzen und verstärken sich im Zusammenspiel perfekt. Geradezu spielerisch werden dazu allei Stilmittel diverser Musikrichtungen genutzt un dzu etwas neuem vermischt. Wo Mary Shelley Dr. Frankenstein nur ein hässliches dummes Monster aus Leichenteilen schaffen ließ, haben Beth Gibbons, Geoff Barrow und Adrian Utley Portisheads mit ihrem Album „Third“ ein beinahe makelloses Stück Musik schaffen lassen.

Viele der Lieder erzeugen in mir Stimmungen und Bilder, die sie u.a. wie geschaffen als Soundtracks für diverse Filme erscheinen lassen. So kann ich mir „Machine Gun“ hervorrangend in einem Endzeit-Science-Fiction Film á la „Blade Runner“ vorstellen. Gerade wegen des Synthesizer-Sounds im letzten Viertel, während „Small“ auch Jim Morrison und den Doors sehr gut zu Gesicht gestanden hätte.

Persönlich höre ich das Album seit nunmehr einer Woche rauf und runter und finde immer wieder neue Nuancen und Tiefen und Interpretationsmöglichkeiten.