Angehört: Duffy, Kosheen und The Hives

Duffy – Rockferry

Schon wieder so ein riesiges Gesangstalent aus Großbrittanien! Während die Londonerin Amy Winehouse schon eine Weile auch international bekannt ist, schickt sich die Waliserin Aimee Anne Duffy mit ihrem 2008 erschienenen zweiten Album „Rockferry“ nun an, es ihrer Landsfrau gleich zu tun.

An Vergleiche dieser Art werden sich beide wohl gewöhnen müssen, denn die Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten sind einfach zu auffällig. Mit aktuell 23 Jahren ist Duffy nur ein Jahr jünger als ihre Kollegin. Beide verfügen über Stimmen, die man unter Millionen klar heraushört. Beide sind attraktiv (wenn Amy sich gerade einmal im Griff hat) und beleben mit ihrer Musik in der breiten Öffentlichkeit Musikgenres wieder, die man schon versunken glaubte. Nicht zuletzt verbindet beide Sängerinnen ihre ersten Vornamen – Aimee und Amy.

Album Cover: Duffy - Rockferry

Hört man sich Rockferry an, möchte man meinen ein digital überarbeitetes Album aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu hören. Aus voller Lunge und mit viel Gefühl singt Duffy über die Liebe, ohne selbst eine erfüllende Liebe zu finden. Ob es nun den Tatsachen entspricht, oder eine Merketingidee ist, die Geschichte des in der Liebe glücklosen Mädchens zu verkaufen, die sich ihre Probleme und Sorgen von der Seele singt – wir wissen es nicht wirklich. Aber in jedem Fall klingt es authentisch und noch viel wichtiger: Es klingt hervorragend!

Allein durch Internet-Verkäufe erreichte ihre Single „Mercy“ in UK auf Anhieb Platz 1. Auch bei uns in Deutschland geht der Track weg wie warme Semmeln und mir ist er derzeit auch der liebste auf der Platte, aber das mag sich noch ändern.

Kosheen – Damage

Wir bleiben in Großbrittanien und kommen zu einer Combo aus Bristol, mit einer ebenfalls walisischen Sängerin, Sian Evans. Nach „Resist“ und „Kokopelli“ ist „Damage“ nun das dritte Album von Kosheen, für das sie sich 4 Jahre Zeit gelassen haben.

Musikalisch ist „Damage“ wieder mehr Drum & Bass und weniger instrumental. Die Gitarren, die „Kokopelli“ vielleicht popiger und damit massenkompatibler gemacht haben, sind in der Form nicht mehr vorhanden. Der Sound ist wieder elektronischer, dabei aber noch einmal etwas melodiöser. Sians Stimme führt und dominiert die Tracks, während Synthesizer und dezente verzerrte Gitarren hier und da sie mit Energie versorgen.

Album Cover: Kosheen - Damage

Für mich ist „Damage“ vielleicht das beste der drei Alben, weil die Musik hier deutlich besser als zuvor Sians Stimme stützt. Auch den Texten kann ich viel abgewinnen und zu den Tracks kann man vortrefflich im Fitnessstudio strampeln. Zum Ende des immerhin 14 Titel starken Albums wird es ruhiger and nachdenklicher und auch die akustische Gitarre kommt wieder dezent zum Einsatz (Not Enough Love, Cruel Heart).

The Hives – The Black and White Album

Spätestens bei der 2008er Auflage des NHL All Star Games in Atlanta, vor, während und nach dem Einlaufen der Spieler bekam ich dann mit, dass The Hives ein neues Album raus haben. Okay, unterschwellig war mir das vorher bereits bewusst, denn ihr Song „Tick Tick Boom“ lief zu jeder Gelegenheit bei Zusammenschnitten aus der NHL.

Um es kurz zu machen: Es ist wieder ein typisches Hives-Album geworden. Sie rocken beim Großteil der 15 Tracks wieder direkt in die Fresse und legen das gewohnte Tempo vor. Etwas ungeöhnlich sind das ruhige und instrumentale „A Stroll Through Hive Manor Corridors“, das ähm.. was ist es eigentlich? „Puppet On A String“ und „Giddy Up!“.

Album Cover: The Hives - The Black And White Album

Aber wie üblich bei The Hives muss ich auch dieses Mal wieder den Kaufbefehl für dieses Kleinod schwedischer Musikkunst aussprechen, weil man beim Hören einfach nicht die Füße stillhalten kann.

Kommentare (2)

  1. Duffy is derzeit mein Favourite. Noch vor Amy, liegt aber wohl daran dass ich die schon etwas übergehört hab …

  2. Tick tick boom is im Moment mein Lieblingslied und ich muss dieses Album unbedingt haben!!

Kommentare sind geschlossen.