Arbeit: Das Büro am anderen Ende des Universums

Viele kennen das Problem: Zuviel Verkehr im Büro, das ständig klingelnde Telefon, die nicht enden wollende Welle von klingelnden Paketboten und nicht zuletzt die lieben Kollegen auf der Suche nach Smalltalk und Rat – das alles zieht und zerrt an der eigenen Konzentration.

Da ist es manchmal gar nicht so einfach die Fassung zu bewahren. Man möchte ja nicht unfreundlich sein, aber man  hat auch kein Lust alle 5 Minuten zu erklären, dass man nun gerade keinen Nerv zum Plausch hat und wenn sonst niemand ans Telefon gehen kann, kann man den Kunden / Lieferanten ja schlecht während der Geschäftszeit auf den AB sprechen lassen.

So taten wir was man wohl immer tut: Man lagert den/die Dichter und Denker einfach aus. Ich erinnere mich, bei meinem ersten Brötchengeber saßen die Coder oben alleine in einem Raum, in welchem das Telefon aus der Dose gezogen war. Später gabs dann das bekannte Konzept eines Empfangs, an dem eine Dame oder ein Herr alle Anrufe entgegen nahm bis auch der Letzte Kunde alle Durchwahlen auswendig kannte.

Nun, wir haben keine Sekretärin, die uns dies den ganzen Tag abnehmen könnte und es würde mich auch nicht vor den anderen Ablenkungen bewahren. Den ganzen Tag die Stöpsel des iPod im Ohr zu haben bringt einen auf die Dauer auch nicht weiter und sorgt nur für klingelnde Ohren. So kam es wie es kommen musste und ich bezog heute eine Etage weiter oben mein eigenes in sich geschlossenes Reich. Hier kann ich meine Musik hören, wenn ich das möchte, bekomme von keiner Klingel etwas mit und derzeit kommen hier auch nur direkt durchgestellte Anrufe durch.

Unser aller Hoffnung ist, dass ich nun meine Ruhe für meine Arbeit habe und von dem Rest entkoppelt bin. Arbeitstechnisch eine gute Sache, wird man sehen müssen wie sich die Einsiedelei auf Dauer auf das Miteinander auswirkt. Ich kann ja ab und an mal runter stiefeln, mir einen Kaffee holen und schauen ob unten alles glatt läuft. Lange werde ich es dort in der Räucherkammer wohl eh nicht aushalten. Überhaupt ist auch das ein schöner Nebeneffekt – ich stinke nicht mehr wie ein Iltis in der Teergrube, wenn ich von der Arbeit komme.