Michael Clayton

Michael Clayton (George Clooney) ist Anwalt in einer riesigen Kanzlei. Doch dort arbeitet er nicht. Der ehemalige Staatsanwalt sitzt nicht in seinem Büro in der Kanzlei und auch nicht im Gerichtssaal. Als Ausputzer ist es seine Aufgabe im Hintergrund zu bleiben und für die gut zahlenden Mandaten die Kohlen aus dem Feuer zu holen, ehe sie sich zu ernsthhaften Problemen entwickeln können.

Zwei Stunden lang begleitet der Zuschauer Michael Clayton im gleichnamigen Film. Doch wer ist dieser Michael Clayton nun? Er ist pleite und verdient auch nicht viel. Eine Ehe ging zu Bruch und ab und an holt er seinen Sohn ab. Er war kürzlich noch spielsüchtig und die Bar, die sein zweites Standbein werden sollte, hat sein Bruder in den Sand gesetzt. Sein Vater ist dem Tode nahe, aber die Familie hat er schon lange nicht mehr gesehen.

Die Kanzlei steht kurz vor einer Übernahme, als der zuständige psychisch kranke Star-Anwalt austickt und einen der größten Kunden die Sorgenfalten in die Stirn treibt, denn der Kunde hat Dreck am stecken, imgroßen Stil. Das wiederum macht die Kanzlei nervös, da neben Einnahmen und Fusion auch ggf. Regressansprüche im Raum stehen. Nun kommt Michael Clayton ins Spiel, der Ausputzer.

Was sich nach einem Anwaltsthriller anhört und sich auch Thriller nennt, durch hervorragende Besetzung glänzt und Clooney die Nominierung für einen Oscar und der Irin Tilda Swinton den Oscar für die beste Nebenrolle  einbrachte,  ist ein Film ohne Tempo, ohne Tiefgang, ohne Fragen und auch ohne Antworten.

Vielfach wird er in der Presse mit Erin Brockovich verglichen. Doch Erin Brockovich ist die Geschichte eines echten Falls und sie hatte etwas, das man in Michael Clayton vergebens sucht, nämlich Leidenschaft. Michael Clayton ist hohl, die Welt die der Film zeigt ist hohl und ohne Werte. Alles dreht sich um Profit und Machtgewinn, sowie -erhalt. Wenn das die tiefere Botschaft ist, hätte ich mir eine weniger langweilige Verpackung gewünscht.