Seit 1.1.2008: Google bevorzugt aktuelle Inhalte

Mehr als nur ein guter Vorsatz für das neue Jahr ist die Änderung, die mit dem 1.1.2008 in den Suchalgorithmus von Google Einzug gehalten hat. Ab diesem Datum gewichtet Google Suchergebnisse weniger stark nach der Anzahl der auf die gefunde Seite zeigenden Links (Backlinks), sondern mehr nach der Aktualität des Inhalts. Neue Inhalte zu einem Thema haben damit gute Chancen besser gelistet zu werden als ältere, obwohl diese auch wegen ihres Alters mehr Backlinks von anderen Websites vorzuweisen haben.

In der Praxis wirkt sich dies so aus, dass aktuelle Newsartikel, beispielsweise in Weblogs, den Vorzug vor älteren Seiten beispielsweise einer Knowledge Base oder statischen Seite, erhalten. Gewissermaßen fängt nun der frühe Blogger den Wurm. Voraussetzung ist natürlich, dass Google zeitnah von neuen Artikeln erfährt, beispielsweise durch die Nutzung einer XML Sitemap und der Benachrichtigung von Google über die Google Webmaster Tools. Hierfür bieten sich für alle aktuellen Systeme Plugins an, die dies automatisieren, z.B. den XML Sitemaps Generator für WordPress.

Kommentare (2)

  1. Im Prinzip eine gute Sache. Besteht aber nicht dann die Gefahr, dass Artikel die hoch gerankt sind einfach scheiße sind? Nicht jeder Blogger macht sich journalistische Grundsätze zu eigen. Viele bloggen einfach nur mit ihrem gesunden Halbwissen.
    Gut. Die Gefahr besteht bei statischen Seiten natürlich auch. Aber sind Backlinks da nicht ein besserer Indikator für „guten“ Inhalt?

  2. Ja und nein würde ich mal sagen. Zunächst ist es nicht so, dass Backlinks nun keinen Wert mehr hätten, geändert wurde nur die Gewichtung der Kriterien und in welchem Maße bleibt auch noch abzuwarten. Wie so oft ist es ein zweischneidiges Schwert, denn nun werden beispielsweise Wikipedia-Artikel, die standardmäßig immer recht weit oben lagen (wegen der bei gereiften Einträgen recht hohen Anzahl themenrelevanter Backlinks) zu einem spezifischen Thema womöglich weiter unten landen und dafür aktuelle News zum Thema weiter oben.

    Damit repräsentieren die Suchergebnisse auch irgendwie den zeitgeist im Web und der Leute, die darin nach Informationen suchen. Diese Infos sollen ja möglichst auch aktuell seion, oft genug sucht man ja etwas zu einem Thema, das einem aus bestimmten Grund gerade auf den Nägeln brennt. Ein Beispiel wäre mein Artikel „T-Online schaltet DNS-Server ab„. Wenn aufgrund einer aktuellen Umstellung großflächig bei Kunden Probleme entstehen ist es wahrscheinlich, dass du mit Suchbegriffen wie „DNS T-Online“ eher nach aktuellen Infos zum Problem suchst, als zu einem alten Hilfetext von T-Online, wo man dir wer-weiß-was erzählt.

    In Bezug auf Wikipedia ist das zumindest für mich nicht kritisch, denn ich habe u.a. auch Wikipedia als Suchmaschine im Firefox eingestellt und suche dort gezielt, benötige also nicht zwingend Wikipedia-Artikel in den Google-Ergebnissen.

    Nicht zu vergessen: Auch die Websites aller Newsagenturen und Zeitschriften produzieren am laufenden Band zeitnah Content zu aktuellen Themen. Im Zweifelsfalle dürften diese ein besseres Ranking haben als Karl Egon der Gelegenheitsblogger – zumal der, genau wie ich, vermutlich erst nach Tagen auf die Idee kommt darüber zu schreiben ;)

    Aktualität ist ein gewichtiges Kriterium in einer automatisierten qualitativen Bewertung, aber auch weiterhin bei weitem nicht das Einzige. Sonst wäre Google nur mehr eine Volltextsuchmaschine die die Treffer nach Erscheinungsdatum absteigend sortiert anzeigt. Und dem ist bei weitem nicht so.

Kommentare sind geschlossen.