Auf DVD: Blade Runner (Director’s Cut)

Blade Runner gehört sicher zu meinen Lieblingsfilmen und nun war es einfach an der Zeit, dass ich ihn meiner bescheidenen DVD Sammlung hinzufügte, als ich ihn im Kaufhaus im Regal stehen sah. Viele Erinnerungen hängen an diesem Film von 1982. Zum einen war es einer der ersten Science Fiction Filme, die ich je sah, zum anderen war es eines der ersten Bücher, die ich als Kind las.

Die Romanvorlage ist „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ von Philip K. Dick, von dem ich ungefähr zur gleichen Zeit auch ein frühes Werk, „Der heimliche Rebell“, gelesen habe. Auch für andere markiert dieser Film einen wichtigen Punkt in ihren Leben. Für Regisseur Ridley Scott war es die erste Hollywood-Produktion und Schauspieler Rutger Hauer erreichte durch diesen Film einen hohen Bekanntheitsgrad, während für Hauptdarsteller Harrison Ford der Film einer von vielen Meilensteinen in einer unglaublich produktiven und erfolgreichen Phase seiner Karriere war, markiert durch Apocalypse Now, die Star Wars Trilogie, die erste Indiana Jones Filme, usw. Weiterhin wird dem Film zugeschrieben das Cyberpunkt Genre begründet zu haben.

DVD Cover: Blade Runner - Director’s Cut -  Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, Daryl Hannah

Was mich an dem Film immer so angesprochen hat, war die Tiefe der Geschichte. Bis dahin waren Science Fiction Filme meist sehr fokussiert auf Technik, auf das „Science“ in SF. Auf den ersten Blick ist das in Blade Runner nicht anders. In der gezeigten Zukunft ist die Welt dreckig, sehr multi-kulturell, es gibt riesige Konzerne, die Menschen bevölkern den Weltraum, alles ist irgendwie sehr düster und Autos fliegen durch die Städte. Im Weltraum werden künstliche Menschen, sog. Replikanten eingesetzt um dort zu arbeiten wo Menschen es nicht können oder wollen.

Blade Runner handelt von einer kleinen Gruppe solcher Replikanten, die auf die Erde gereist sind, was ihnen untersagt ist und bei Entdeckung die sofortige Stillegung zur Folge hat. Über den Umweg mit den Replikanten stellt der Film, bzw. die Story, Fragen über uns Menschen. Nämlich was uns eigentlich zu Menschen macht, was Realtität eigentlich ist und wann eine Maschine nicht mehr nur eine Maschine ist. Diese Replikanten kommen auf die Erde, weil ihre Funktionszeit genetisch fest begrenzt ist. Sie suchen ihre Erbauer, ihre Schöpfer auf, um diese Begrenzung aufheben zu lassen.

Einer, dessen Job es ist Replikanten auf der Erde zu finden und zu eliminieren verliebt sich bei seinen Recherchen in eine Replikantin, die zunächst nicht einmal weiß, dass sie gar kein Mensch ist. Aber ist sie das wirklich nicht? Ist sie kein Mensch, weil ihre Kindheitserinnerungen die eines anderen Mädchens sind? Ist sie es nicht, weil ihre DNA konstruiert ist und auch ihre Lebenszeit begrenzt ist?

Wenn man nicht mehr unterscheiden kann, ob jemand Mensch oder Replikant ist, gibt es dann überhaupt noch einen Unterschied?

Kommentar (1)

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