Aufbau einer Community: Die richtigen Fragen stellen

Neulich fragte in einem Forum ein Webmaster, wie man eine Online-Community bewerben soll, damit diese 10.000 Benutzer und mehr erreicht. Als Antwort gab es kein einfaches Kochrezept. Wenn man nicht gerade ein gelangweilter Millionär ist, der mit dem Einsatz von reichlich Mitteln einfach mal die Frage mit der Brute-Force-Methode beantwortet sehen möchte, dann dürfte wohl gelten, dass sich ein solcher Erfolg nicht künstlich rein über Werbung erzielen lässt.

Die Antworten gingen allesamt eindeutig in die Richtung, die Community aus sich selbst heraus organisch wachsen zu lassen. Der Konsens war, dass Werbung nur etwas bringt, wenn das Produkt ausgereift ist, denn im Zweifelsfalle fällt jeder auf eine Werbung nur einmal herein. Gefällt ihm das Produkt nicht, wird er es für immer links liegen lassen. Und welchen Nutzen hat man schon von direkt abgeschreckten Besuchern oder denen, die sich einmal angemeldet haben und dann nie wieder kamen?

Buchcover: Design For CommunityDie richtige Frage wäre gewesen, „Wie baue ich eine Community auf, dass sie von allein gedeiht und wächst?“. Das ist ein Themenkomplex mit dem sich einige Artikel und Bücher in der jüngeren Vergangenheit beschäftigen. Aus dieser Frage heraus ergibt sich der Erfolg einer Community dann von selbst. Mit eines der ersten Bücher zum Thema – und das einzige Buch zum Thema, das ich aktuell besitze – ist „Design for Community – The Art Of Connecting Real People in Virtual Places“ (Amazon) von Derek Powazek (Fray.com, Interview). Das gute Stück hat nun bereits 6 Jahre auf dem Buckel, aber noch immer kann man anhand der realen Fallbeispiele und Interviews viel lernen, zumal es ja einige der Pioniere unter den Online Communitys betrachtet.

Als Community-Betreiber sollte das Wohl des Users immer Priotität haben. Die Antworten auf viele andere Fragen ergeben sich direkt aus dieser Priorisierung. Hierzu gehören Fragen zum Führungsstil von Moderatoren, zur Formulierung von Regeln, zu Möglichkeiten für User inhaltlich gestaltend tätig werden zu können, usw.

Ich würde es aktuell so in Worte fasse: Werbung ist für Produkte, Communitys sind für Menschen.

Am Ende muss sich jeder Betreiber die Frage stellen, ob es ihm wirklich um Menschen geht, oder um Zahlen.