Im Kino: 30 Days Of Night

Barrow ist ein kleines Nest in Alaska, die am weitesten nördlich gelegene Stadt der USA. Keine Straße führt hier hin oder von hier weg. Weit und breit gibt es keine andere Siedlung. Einmal im Jahr verlassen viele Einwohner die Stadt am Tag vor der Polarnacht, denn mit ihr kommen 30 Tage ohne Sonnenlicht. Dieser letzte Sonnentag wird überschattet von seltsamen Ereignissen und während die meisten Einwohner vor der monatlangen Nacht Reißaus nehmen, können einige Gestalten den Einbruch der Dunkelheit kaum erwarten…

30 Days Of Night

30 Days of Night spielt mit der Idee was geschehen könnte, wenn in einem abgelegenen Ort das Sonnenlicht nicht scheinen würde, um seinen Bewohnern Verschnaufpausen vor den Angriffen von Vampiren zu verschaffen. Der Film, bzw. dessen Comic-Vorlage spielt nicht mit dem klassichen Thema von den Vampiren und ihren Jägern. Hier ist allein der Mensch der Gejagte und niemand kommt ihm gegen einen gnadenlosen Gegner zur Hilfe, der sich durch nichts von seinem Vorhaben eines 30tägigen All-Inclusive Blutrausches abhalten lassen will.

30 Days Of Night

Bei all dem Eis und Schnee wurde mir im Kinosaal doch glatt kalt und so passt der Kinostart natürlich gut in die Jahreszeit.  Josh Hartnett und die Melissa George spielen die beiden Hauptrollen im Kampf einiger weniger Überlebender gegen die Vampire und die Zeit. Dabei wird auf unnötiges Geplänkel verzichtet. Es gibt keine klischeehaften Ausflüge in die Vampirologie (Kreuze, Weihwasser, geweihter Boden, Knoblauch, Pflock ins Herz, …) und auch keinen Pseudo-Geschichtsunterricht á la Blade. Der Gegner ist keine Geheimgesellschaft mit Kultur, politischen Zielen und eigener Schrift und Geschichte. Der Gegner ist einfach nur eine übernatürlich starke, kaltblütig mordende Monstrosität und der Film verschenkt keine Zeit mit Dingen, die die Ofer nicht wissen könnten und die ihnen in ihrer Situation auch nicht weiterhelfen würden.

30 Days Of Night

So bleibt die Atmosphäre über die gesamte Spieldauer  dicht und Spiel und Dialoge authentisch. Auch wenn der Film kein klassischer Splatter-Film ist, spart er an den passenden Stellen nicht mit Blut und Körperteilen. Dabei wirken die Szenen nie, als würden sie einfach nur dazu dienen, Blut und Eingeweide zum Selbstzweck auf die Leinwand zu bringen, sondern sie sind Bestandteil der Story.

30 Days Of Night

Entdeckung des Films ist für mich Melissa George, die bisher mein Radar unterflogen hat. Sie spielt so tough und gefühlvoll, wie sie hübsch ist. Und sie ist verdammt hübsch! ;) Sie erinnerte mich in einigen Szenen im Gesicht (viel mehr sieht man in einem Film der am Polarkreis spielt natürlich nicht) an Estella Warren, aber ohne das Püppchenhafte.

 30 Days Of Night

Ebenfalls bemerkenswert fand ich, dass nach Ende des Films keiner den Saal verließ. Alle warteten, bis der bebilderte Abspann zu Ende war und in der klassische Abspann begann. Allem Anschein nach kann man mit Horror-/Grusel-Schocker-Filmen aus dem Hause Sam Reimi nicht viel falsch machen.

Kommentare (2)

  1. Klasse Film. Habe ihn gestern abend gesehen. Unverständlicherweise wird er auf allen möglichen Filmseiten verrissen – Kritiken sind manchmal seltsam. Die Verbindung von Kälte, Dunkelheit und Tod ist in dem Film sehr gut gelungen.

    Ebenfalls klasse ist, dass es immer wieder ruhige Passagen gibt, und die Charaktere sind glaubhaft.

  2. Puh, zum Glück habe ich mir, meiner alten Gewohnheit entsprechend, vorher keine Kritiken durchgelesen, so dass ich mich unbeeinflusst auf den Film einlassen konnte.

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