Im Kino: 300

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon den klassischen Fehler eines Kinogängers begangen und mir vorab eine Kritik durchgelesen. Zu meiner Kritik an dieser Kritik kann ich problemlos stehen und noch hinzufügen, dass man sich nicht mehr Mühe geben sollte in seiner Kritik Dinge in einen Film hineinzuphilosophieren, als es die Filmemacher getan haben.

Ich komme gerade aus dem Kino und wie zu erwarten war, wurde ich enttäuscht. Gleich zu Beginn nervt der Film von Regisseur Zack Snyder mit einer Erzählstimme, deren Anwesenheit oft schon ein Zeichen dafür ist, dass ein Filmemacher den Film zurechtstutzen musste und / oder nicht in der Lage war wichtige Teile der Handlung filmisch umzusetzen – oder er hält den Zuschauer für dumm. Diese Erzählstimme ist zunächst mal nervig, ihr Geseier trieft vor Pathos und diese ewige Gelaber von Ruhm und Ehre und den Werten Spartas ist man schon in den ersten Minuten überdrüssig. Weniger ist eben mehr.

Die Optik des Films hat in manchen Szenen etwas von „Gladiator“ und zwar dann, wenn sich die Szenen auch inhaltlich ähneln – eine Frau und ein Kind in einem Weizenfeld, welches sich sanft im Wind wiegt. Im Haupthandlungsstrang wirklt die Optik wie ein Fremdkörper. Die Darsteller agieren in einer Kulisse, die stets ein Fremdkörper bleibt. Anders als in der Verfilmung von Frank Millers Comic „Sin City“ sind die Darsteller nicht eins mit ihrer Umgebung. Die computergenerierte Umgebung und die computerverfremdeten Darsteller und Requisiten stoßen sich gegenseitig ab.

Zwischendrin versucht man auch mal für Komik zu sorgen. Diese wirkt aber weniger aus sich selbst heraus, als aus ihrer Deplaziertheit. Der Kalauer Leonidas, der sich entschuldigt vor Xerxes nicht niederknien zu können, weil er vom Abschlachten der Perser einen Krampf im Oberschenkel hat, ist wohl dem Geistesblitz einer Amöbe entsprungen.

Inhaltlich sind Unstimmigkeiten entschuldbar und was ich als Unstimmigkeit wahrnehme (lauter Mutanten und ein 2.70m großer androgyner Xerxes) dürfte der Comic-Vorlage entspringen. Damit habe ich noch kein Problem. Aber den Stoff als solchen so dermaßen platt, lieblos und ungekonnt aufs Tapet zu bringen ist starker Tobak. Gerade jetzt zur Osterzeit konnte man viel Anschauungsunterricht nehmen, wie man Storys auch anders umsetzen kann. „Troja“ bildet dabei den Bodensatz, aber „Ben Hur“, „Die größte Geschichte aller Zeiten“, … zeigten schon vor 40 Jahren wie man Sandalenfilme zu machen hat und blieben seither unerreicht.

Hätte man in „300“ die Liebe zum Detail der Story angedeihen lassen, anstatt sich die Arbeit zu machen per Computer jedem Spartiaten ein beeindruckendes Sixpack zu verpassen, hätte der Film womöglich einen bessereren bleibenden Eindruck hinterlassen. Leider hat man es darauf nicht ankommen lassen.

Kommentare (19)

  1. du dummer schwätzer, der film ist wahnsinn….

    ich war begeistert. charasmatische schauspieler, gute bilder, geile animationen.

    ich fand ihn klasse und seh ihn mir auf jeden fall noch mal an.

    der soundtrack ist auch nicht zu verachten.

    schaut ihn euch auf alle fälle an, er ist klasse.

  2. ich fand den film auf jeden fall toll.

    ich seh ihn mir noch mal an!!!
    ich find die story geil, die bilder sind fanatisch und die schauspieler sind auf jeden fall erste sahne….

    zwar nichts WELT- bewegendes aber trotzdem mehr als sein geld wert…

  3. Du musst ihn ja wirklich toll finden, wenn er dich dazu verleitet anderer Leute Weblogs vollzuspammen. Das nächste Mal solltest du aber E-Mail Addy und IP ändern, sonst macht die Enttarnung doch keinen Spaß :P

  4. „der sich entschuldigt vor Xerxes nicht niederknien zu können, weil er vom Abschlachten der Perser einen Krampf im Oberschenkel hat, ist wohl dem Geistesblitz einer Amöbe entsprungen.“ – nein, sondern von Frank Miller höchstselbst (Hab gerade extra im Comic nachgelesen)
    Du findest die Story nicht gut umgesetzt? Hm, kann sein, aber das Ziel war, den Comic umzusetzen, und das ist sehr gut gelungen. Die Farben, die Stimmung, die Bilder, alles stimmt (außer, dass die Spartaner im Comic meist nackt sind)

  5. Ich glaube ich habe im Leben bestenfalls ein halbes Dutzend Comics gelesen und damals war ich noch ein Kind und lag im Krankenhaus ;)

    Dass der Film eine genaue Umsetzung des Comics ist mag sein, hatte ich ja auch eingeräumt. Als Film jedenfalls kann ich persönlich 300 nicht empfehlen. Jedenfalls nicht für diejenigen, die den Comic nicht kennen ;)

  6. Hey verratet mia die höhepunkte von dem film 300 bin noch nicht so überzeugt THX !!!!!!!!

  7. die perser werden als monster dargestellt …der Film ist nicht wahrheitsgetreu verfilmt worden ….naja war ja klar amerikanische produktion…..

  8. Der Film ist eben in erster Linie eine Umsetzung des Miller Comics und der ist nicht dafür bekannt fundierte colorierte Geschichtsbücher zu zeichnen ;)

  9. Den Fehler mit zu großen Erwartungen hab ich bei Sin City gemacht. Comic-Verfilmungen sind eben was Anderes.Im Hinblick auf eine Comic-Verfilmung mit dem Charme eines Comics, da gefällt mir eigentlich 300 noch viel besser als Sin City.Trotz oder gerade wegen der Erzählerstimme.
    In 300 fand ich die Bilder, die Stimmung, dir Action-Szenen und die teil sehr sarkastischen Dialoge wirklich klasse.
    Sin City und 300 gehören meiner Meinung nach auf jeden Fall in eine gute DVD-Sammlung!!!
    Achso, den Spruch mit dem Krampf im Oberschenkel fand ich super schlecht, auch wenn er von Miller kommt.

  10. hey chico,

    also ich finde den film großartig. Und den comic habe ich nie gelesen, wusste bisher nicht einmal das es einen solchen comic gab bzw. gibt.
    aber wenn du der meinung bist, den film hier unbedingt schlecht reden zu müssen, na warum machst du es dann nicht besser? anstatt dich hier auszulassen, dies ist scheisse, das ist scheisse, alles ist scheisse, mach doch dein eigenes ding, so wie es dir gefällt. und dann hör dir an was andere leute über dein werk sagen/denken, wie sie es kritisieren. ich wette mit dir das du dann in solch einer situation dir auch denken wirst „tz, du möchtegern-kritiker hast doch keine ahnung…“ oder dergleichen. und selbst machst du hier nichts besseres!

    dank euch dämlichen „möchtegern-professionellen-kritikern“ versaut ihr tausenden leuten die filme, ohne dass diese sich je einen der filme angeschaut haben. würden sie so einen schwachsinn hier nicht lesen, würden sie ganz einfach ins kino gehen und sich eine eigene meinung über die filme bilden. doch so nehmt ihr diesen leuten die lust daran. bekannten wiederrum erzählen sie genau den gleich stuß der von euch „möchtegerns“ verzapft wird.

    bildet euch eure meinung, tut sie meinetwegen kund, aber hört auf mit diesem dämlichen scheiss, unbedingt alles schlechtreden zu müssen. „…, ist wohl dem geistesblitz einer amöbe entsprungen.“, solche blöden dinger könnt ihr euch klemmen, denn leuten den dieser film gefällt werden genau das gleiche über deine „kritik“ denken.

    aber naja, mach dein ding, wenn du spaß dran hast dich ständig vor den pc zu klemmen, solchen schwachsinn zu tippen und leuten den spaß an solchen dingen zu nehmen, weil du dich anscheinend nur dann besser fühlst, anstatt lieber etwas sinnvolles zu tun, wovon die leute mehr hätten, bitteschön, tu es. von irgendwelchen idioten muss ja das internet, müssen ja die medien und alles andere leben…

    na, kritik verkraftet? wer austeilt, muss auch einstecken können… gehaun^^

  11. Auf Leute die direkt meinen persönlich werden zu müssen kann ich mal gar nicht. Es zwingt dich niemand zu lesen, welche ganz persönliche Meinung ich von diesem Film habe. Ich stehe auch nicht vor dem Kino und halte Leuten die Knarre ins Gesicht, um sie zu zwingen nict in den Film zu gehen.

    Meine Meinung muss dir ebensowenig gefallen wie mir der Film. Ebenso wie du das Recht hast deine Meinung über meine Kritik zu äußern, darf ich auch meine Meinung über den Film äußern. Wenn du Meinungsfreheit als Einbahnstraße verstehst, solltest du nochmal die Schulbank drücken.

    Vielleicht schläfst du mal ne Nacht drüber und kommst dann wieder klar.

  12. Ich fand den Film solala. Hatte mir mehr versprochen.
    Ein Film bei dem man nicht großartig nachdenken muss^^ Man kann zwischendurch aufs Klo gehen oder Popcorn Nachschub holen ohne Angst zu haben das man dann nicht mehr mitkommt ;)

    Mal wieder ne Comic-Verfilmung….was ich persönlich schonmal nicht so dolle finde. Wieso müssen Comics überhaupt verfilmt werden? Ich finds doof.
    Die Filmemacher sollten sich mal wieder was eigenes ausdenken.

    Mein Fazit: schöne Bilder, tolle Männerkörper *lächts* (für mich als Frau schonmal was feines), Story ist naja…man muss auf diese Art von Film stehen.
    Jedem das seine^^

  13. Popcorn? Steh ich ja gar nicht drauf…

    Nachos mit Salsa Dip und doppelt Peperoni sind meine Leidenschaft. Die erleben aber nie den Film (ich hasse das Geknupser während der Dialog, obwohl es hier kein großer Verlust gewesen wäre).

    Richtig heftig kommt das, wenn man direkt vorm Kino noch Sushi essen war und mit Wasabi nicht gegeizt hat. Dann löschen auch zig Liter nicht…

  14. Der Film ist eine absolut werkgetreue Umsetzung von Frank Millers Comic, sowohl was die Off-Stimme angeht (Die die Inhalte der Offtexte des Comics Wort für Wort wiedergibt) als auch die Optik. Miller hat nach eigener Angabe mit seiner Interpretation nie die Historie, sondern den Irrsinn und den daraus gewachsenen sinnlosen Mut der Spartaner aufzeigen wollen. Die Schalcht bei den Thermopylen hat ihn schon seit seiner Kindheit fasziniert, und es geht bei der Darstellung darum, nachzuvollziehen, was für ein Mensch Leonidas sein musste, um sich solch einem aussichtslosen Unterfangen zu stellen. Genau das schafft der Film: er trieft wie der Comic vor überspitztem Pathos. Ziel erreicht.

    Ach so, der Comic wurde erstmals in 1999 veröffentlicht, Gladiator wurde danach geschrieben. Ich denke, da war wohl ein Writer Comicfan… ;)

    So long,
    Steffie

  15. Ich denke einfach, dass man nunmal nicht dauernd neue Themen erfinden kann und daher war mit Gladiator einfach mal wieder ein Sandalenfilm „dran“. Die Vorlage zu „Jesus“ ist ja auch schon was älter und vielleicht hat der Drehbuchautor von Gladiator ja har nicht Comic gelesen, sondern Spartacus & Co. gesehen? ;)

    Aber gut, dass nun für mich die Frage geklärt ist, wie nah 300 an der mir unbekannten Vorlage ist. Ich habe glaub ich nur als Kind im Krankenhaus Comics gelesen… (Jaja, kann man nicht vergleichen. ;) )

    Danke für die Aufklärung!

  16. Pingback: Meine Frau, die Spartaner und ich - Alexander Langer

Kommentare sind geschlossen.