Wissenschaftler lehren Mäusen das Farbsehen, aber Frauen können es am besten

Wissenschaftler der Johns Hopkins Universität und der Universität Kalifornien ist es gelungen Mäusen das Sehen von Farben beizubringen, indem sie sie mit einem einzigen menschlichen Gen ausstatteten. Wie die meisten Säugetiere können Mäuse nur sehr eingeschränkt Farben wahrnehmen, ähnlich Menschen mit Rot-Grün-Blindheit.

Durch Tests konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die mutierten Mäuse die zusätzlichen Informationen auch tatsächlich im Gehirn verarbeiteten. Damit konnten sie mit dem Vorurteil aufräumen, dass lediglich Primaten dank ihrer Hirnkapazität in der Lage seien ein ähnlich breites Farbspektrum wahrzunehmen wie wir Menschen. Gleichzeitig demonstriert das Experiment die Flexibilität des Gehirns, dass problemlos in der Lage scheint neue Informationen korrekt zu verarbeiten.

Übrigens ist bei dem, was die meisten von uns als normales Farbsehen kennen, auch für Menschen noch nicht das Ende der Fahnenstange. Eine genetische Spezialität ermöglicht es manchen Frauen (man schätzt 2-3 Prozent) Farben nicht basierend auf drei Grundfarben (rot, grün, blau), sondern basierend auf vieren wahrzunehmen. Die Rezeptoren für diese Grundfarben auf unserer Netzhaut können für gewöhnlich rund 100 verschiedene Töne jeder Grundfarbe unterscheiden, was einen wahrnehmbaren Farbraum von etwa 1 Million Farben ergibt. Eine Tetrachromatin dagegen kann etwa 100 Millionen Farben unterscheiden und damit Informationen wahrnehmen, die uns auf ewig verborgen bleiben.